Allzeit (Kultur-)bereit - auch für Gäste mit geringem Einkommen

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Freuen sich schon auf die Zeit nach Corona: Monika Grüger und k1-Chefin Anke Hellmann. (Foto: Benekam)

Bei der Masse an unerfreulichen Nachrichten kommen positive Angebote dieser Tage besonders gut an. Dies gilt in besonderem Maße im Bereich Kultur.

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Während der Hunger auf Kunst- und Kulturerlebnisse bei vielen Menschen ins Unermessliche wächst, müssen sich andere, vom Lockdown geplagte und finanziell angeschlagene Bürger die Frage stellen, ob man sich den Genuss derlei gesunder »Lebensmittel« künftig überhaupt noch leisten kann. Damit der Wertstoff Kultur nicht zum Luxusartikel verkommt, haben schon vor Corona-Zeiten große und kleine Veranstalter der Region dem »KulturRaum« des Landkreises Traunstein, angesiedelt im Landratsamt, gratis Karten zur Verfügung gestellt.

Dieses Angebot, das schon in den vergangenen Jahren von vielen Menschen mit geringem Einkommen (oder Sozialhilfeempfängern) angenommen wurde, wird vermutlich nach der Krise einen noch höheren Stellenwert bekommen. Denn für die Psyche sind »Wertstoffe« wie Musik, Literatur, bildende und darstellende Künste unverzichtbare Vitalstoffe.

Lebensbereicherndes aus dem Freizeit-, Bildungs- und Kulturbereich hautnah erleben – und zwar gratis – können also Junge und Alte, unter anderem im Traunsteiner NUTS, dem Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon, in verschiedenen Kinos und Büchereien oder dem Kultur- und Veranstaltungszentrum k1 in Traunreut. »Tickets zu verschenken« heißt es auf dem Flyer samt Anmeldeformular, den man auf der Internetseite des Traunsteiner Landratsamts aufrufen und ausdrucken kann. Freie Fahrten mit dem ÖPNV sind eingeschlossen.

Wie k1-Chefin Anke Hellmann im Gespräch mit unserer Zeitung betont, sei es gerade nach dem langanhaltenden Kulturentzug besonders wichtig, den Menschen Hoffnung zu machen. »Allzeit bereit sein« lautet die Devise und nach dem erhofften Neustart in der Kultur eine attraktive Programmauswahl anbieten zu können, das sei gerade in Corona-Zeiten oberstes Gebot. Das fordert Flexibilität, Durchhaltevermögen und Kreativität in Planung und Gestaltung, denn viele Veranstaltungen mussten inzwischen komplett abgesagt werden.

Verschieben kann man schließlich nur Auftritte derjenigen Künstler oder Agenturen, die es nach Corona noch gibt, die also wirtschaftlich überlebt haben. Trotzdem gelingt es Hellmann dieser schwierigen Situation auch Positives abzugewinnen: »Das k1-Team ist gerade in diesem freudlosen Jahr enger zusammengerückt. Das Wir-Gefühl sei gewachsen, denn aufgeben gilt nicht.«, betont sie und deutet auf einen Stapel von Kinderbüchern auf ihrem Schreibtisch. Den durchschmökert sie nicht etwa aus Langeweile, sondern in Vorbereitung auf geplante Kinderveranstaltungen, die sie zusammen mit dem Schauspieler Andreas Schmitz besprechen will.

Das Chiemgauer Literaturfest Leseglück konnte Anfang des Jahres zum Teil online stattfinden. Die Hoffnung auf einen kleinen Kultursommer im Außenbereich, in dessen Rahmen auch die ein oder andere Leseglückveranstaltung stattfinden könnte, habe sie noch nicht aufgegeben.

Kirsten Benekam

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