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Künstlerischer Leiter Prof. Wen-Sinn Yang stellt Programm der Summer School Festwoche vor

Alpenklassik als musikalischer Sommernachtstraum

Im vierten Jahr findet heuer in Bad Reichenhall die International Summer School im Rahmen der Alpenklassik statt, der in diesem Sommer die philharmonische Klangwolke den Auftakt gibt. Konzerte auf internationalem Niveau werden geboten, Kammermusik und daneben die klassischen Unterhaltungskonzerte im Kurpark.

Stephan Hüfner, Wen-Sinn Yang und Franz Maushammer (von links) präsentierten das Programm mit strahlenden Gesichtern. (Foto: Aumiller)

Zudem erhalten die Studierenden die Chance, mit der Bad Reichenhaller Philharmonie aufzutreten. Zu den Meisterklassen besteht für die Öffentlichkeit freier Zutritt. »Wenn die Stimmung vom letzten Jahr in diesen Sommer herüberschlägt, werden wir eine besondere Woche erleben«, ist Intendant Stephan Hüfner überzeugt.

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Der Hochschulprofessor und Cellist Wen-Sinn Yang, der künstlerische Leiter der Alpenklassik-Festwoche, war eigens zur Programm-Präsentation aus München angereist und zeigte sich erfreut über die zahlreich erschienene Gästeschar. Zusammen mit dem Präsidenten der Münchner Hochschule für Musik und Theater, Prof. Dr. Bernd Redmann, zeichnet er für die International Summer School verantwortlich. Franz Maushammer, der Vereinsvorsitzende von Alpenklassik, bezeichnete in seiner Einführung diese Verbindung der Bad Reichenhaller Philharmonie und der Münchner Hochschule, die damit auch die Freunde der Alpenklassik mit den Freunden der Philharmonie verbindet, als brillante Idee.

Sie sei einst geboren worden vom damaligen Hochschulpräsident Siegfried Mauser, jetzt Rektor in Salzburg, zusammen mit dem ehemaligen Kulturminister Wolfgang Heubisch, wusste Hüfner erklärend zu ergänzen. Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner brachte im Namen der Stadt seine Wertschätzung zum Ausdruck und bekräftigte, dass die Stadt zur Alpenklassik stehe: »Die jungen Künstler bringen frischen Spirit nach Bad Reichenhall, unsere Festspielhäuser werden in München geschätzt: sie sind unsere Stärke und mit diesen Pfunden dürfen wir wuchern.«

Das instrumentale Spektrum der Meisterklassen wird heuer durch Blasinstrumente erweitert. Die Flötistin Andrea Lieberknecht und der Fagottist Dag Jensen konnten gewonnen werden, die beide zu den führenden Pädagogen weltweit zählen. Sie sind Professoren der Münchner Musikhochschule, ebenso wie der Klavierprofessor Michael Schäfer. Die drei Münchner Professoren finden Ergänzung in drei Gastdozenten von anderen Hochschulen: Der Schwede Ulf Wallin ist Violinprofessor an der Berliner Hochschule Hanns Eisler und gilt als einer der gefragtesten Geigenlehrer und seine Schüler finden sich meist als Gewinner bei Wettbewerben.

Für die Bratscher kommt Roland Glassl von der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt. Er hat erst kürzlich drei Solosuiten für Bratsche von Max Reger auf CD eingespielt. Aus Berlin kommt der Cellist Jens Peter Maintz. »Er ist der beste Celloprofessor, seine Klasse ist die erfolgreichste«, anerkennt Yang seinen Cellokollegen und gesteht die für ihn »traurige Wahrheit«: »Ich schicke meine Schüler zu ihm und was ich in fünf Jahren nicht geschafft habe, holt er in zwei Stunden aus ihnen heraus.«

Eröffnungskonzert am 27. August

Im großen Eröffnungskonzert am 27. August werden Dag Jensen, Michael Schäfer und Ulf Wallin mit der Bad Reichenhaller Philharmonie unter Christoph Adt Konzerte von Mozart, Beethoven und Max Bruch spielen. Das Gesprächskonzert am 28. August, das im Titel »Bitte bringen Sie mir in den nächsten zwei Stunden Schnitzel« humorvoll auf die Essleidenschaft von Max Reger hinweist, leitet Siegfried Mauser zum 100. Todestag Regers. Wen-Sinn Yang und Michael Schäfer spielen dazu Regers Sonate für Violoncello und Klavier und der Cellist meinte scherzhaft, mit einer Flache Rotwein dazu sei erst die rechte Schwebung der träumerischen Musik voll erlebbar.

Das Kammerkonzert am 29. August wird von den sechs Dozenten bestritten und in einem weiteren Orchesterkonzert am 31. August werden drei der internationalen Solisten zu hören sein. Die letzten drei Konzerte der Festwoche sind den Studierenden vorbehalten, die aber erst zuletzt von den Lehrern ausgewählt werden. Ebenso werden die Werke, die sie vortragen, erst kurzfristig entschieden, was die Philharmonie dann im Abschlusskonzert am 3. September zu großer Flexibilität herausfordert. Wenn-Sinn Yang wird mit der Pianistin Chifuyu Yada ergänzend in einem Kurmusik-Überraschungskonzert zu hören sein.

Auf einen weiteren Programmpunkt machte Yang aufmerksam, der ein zusätzliches Podium für die jungen Musiker schafft: Die neue Leitung im Hotel Axelmannstein hat sich zu einer Vernetzung mit der Festwoche gerne bereit erklärt und wird den jungen Studierenden Konzertauftritte im Hotel ermöglichen. Yang schwebt ein Format vor, das auch eine persönliche Begegnung mit den jungen Menschen bringt, dass man sie in ein Gespräch verwickeln kann, in dem man etwas über ihren Background erfährt und was sie antreibt zur Musik, welche Berufsbilder und Ziele sie haben. Jetzt bei der Programmvorstellung machte der Ausnahmecellist den Anwesenden die Vorfreude auf die Festwoche besonders schmackhaft mit seinem wunderbaren Vortrag von Sätzen aus den Solosuiten für Cello von Max Reger. Joh. Sebastian Bach sei der erste gewesen, der für Cello solo komponiert hat und nach 200 Jahren habe sich Max Reger als erster dem Wagnis gestellt, es Bach gleichzutun, für Violoncello solo zu schreiben.

Vorbereitungen für das Programm 2017 laufen

Ein weiterer Überraschungspunkt: Auch für 2017 hatte Yang schon eine erste Ankündigung parat: Die Hälfte der Crew habe man bereits beisammen: Als Dozenten konnten die Klarinettistin Sabine Meyer, die große Violinlehrerin Ana Chumachenco sowie der Bratscher Nils Mönkemeyer gewonnen werden, die einen ereignisreichen Sommer sowohl für die Studenten als auch für die Zuhörerschaft versprechen. Nähere Programmdetails sind zu finden unter www.bad-reichenhall.de und www.musikhochschule-muenchen.de. Elisabeth Aumiller