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Alptraum oder Traum: Eintracht will das Wunder schaffen

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Adi Hütter
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Optimistisch: Eintracht-Coach Adi Hütter. Foto: Arne Dedert Foto: dpa
Fredi Bobic
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Glaubt, dass Eintracht Frankfurt gegen den FC Chelsea bestehen kann: Sportvorstand Fredi Bobic. Foto: Arne Dedert Foto: dpa

Eintracht Frankfurt hat den Glauben an den Einzug in das Finale der Europa League nicht verloren - auch nach dem 1:6-Debakel gegen Bayer Leverkusen nicht. Nach dem 1:1 im Halbfinal-Hinspiel stehen die Hessen am Donnerstag beim FC Chelsea aber vor einer Herkulesaufgabe.


London (dpa) - Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter demonstrierte nach der historischen 1:6-Niederlage in Leverkusen einen Tag vor dem wichtigsten Spiel in der Clubgeschichte seit 39 Jahren große Zuversicht.

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»Wir haben versucht, die Klatsche schnell zu verarbeiten«, sagte er vor dem Halbfinal-Rückspiel der Europa League am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL/DAZN) beim FC Chelsea. Und mit Blick auf den 4:0-Sensationscoup des FC Liverpool gegen den FC Barcelona fügte er hinzu: »Vielleicht gelingt uns ja das Wunder von der Stamford Bridge.«

Der Österreicher ist fest überzeugt, dass seine Mannschaft »ein 100 Prozent anderes Gesicht« zeigen werde und mit »Leidenschaft und Herzenswille« wie in der bisherigen Saison auftreten werde. »Um das Wunder zu vollbringen, müssen wir aber ein perfektes Spiel machen, Chelsea in Schach halten und ein Tor schießen«, betonte Hütter. Im Hinspiel hatte der Tabellenvierte der Fußball-Bundesliga ein 1:1 erreicht. »Mit diesem Ergebnis liegt es an uns, ob wir die Sensation schaffen können«, sagte Sportvorstand Fredi Bobic nicht minder optimistisch.

Die große Frage nach der Demontage durch Bayer 04 am vergangenen Sonntag ist, ob die zuletzt desolaten und müden Frankfurter sich aufbäumen und dem englischen Premier-League-Schwergewicht Paroli bieten können. »Wir müssen uns rausfighten«, forderte Bobic und mühte sich, seinen angeknockten Bundesliga-Profis wieder Selbstvertrauen einzuimpfen. »Wir sind Frankfurt und nicht Barcelona. Nach solchen Spielen darf man nicht alles infrage stellen«, lautete der Appell des Ex-Nationalstürmers. »Das Schöne und Romantische im Fußball ist, dass dann wieder Tage möglich sind, mit denen keiner rechnet.«

Mit der Heftigkeit und Höhe der Pleite in Leverkusen hatte keiner gerechnet. Aus dem Nichts kam sie im Duell mit dem Rivalen um einen Champions-League-Platz allerdings auch nicht: Nur zwei Punkte und 3:10 Tore aus vier Liga-Spielen ohne Sieg lautete die jüngste Bilanz. »Es war erst die zweite Niederlage in diesem Jahr«, betonte Bobic. »Aufstehen, das ist eine Stärke, die wir haben.«

Trotz der bisher 47 kräftezehrenden Pflichtspiele ist Hütter überzeugt, dass seine Profis mit voller Energie und mentaler Frische spielen werden: »Wir werden die Köpfe wieder frei haben.« Dies muss auch der Österreicher selbst beweisen. Nachdem er mit einer falschen, extrem defensiven Taktik gegen Bayer sein Team erstmals vercoacht hat, wird seine Strategie bei den »Blues« um Weltstar Eden Hazard besonders begutachtet werden. »Sicher wird es nicht so eine Taktik wie in Leverkusen sein«, sagte Hütter zur Marschroute gegen Chelsea.

Um den Einzug ins Finale am 29. Mai in Baku (Aserbaidschan) zu schaffen, muss der DFB-Pokalsieger schließlich gegen den Europa-
League-Sieger von 2013 gewinnen. Jeder Sieg würde reichen, auch jedes Remis ab 2:2. An Zuspruch, dass dies gelingt, fehlt es den Hessen nicht. Der Neu-Leverkusener und Ex-Frankfurter Torwart Lukas Hradecky wünschte nach dem 6:1 seinen Ex-Kollegen, dass sie die Köpfe nicht hängen lassen und »jetzt Chelsea weghauen«. Frankfurts früherer Trainer Dragoslav Stepanovic glaubt fest: »Die Eintracht kommt weiter«, auch dass sie zwei Tore schießen könne - und dafür sei der junge Stürmerstar Luka Jovic zuständig.

Immerhin wird neben dem Serben Jovic, dem Torschützen im Hinspiel, der kroatische Vizeweltmeister Ante Rebic wieder mit stürmen. »Seine Schnelligkeit und Wucht wird uns guttun«, befand Hütter. Nicht ausgeschlossen ist, dass auch Sebastien Haller nach langer Verletzungspause wieder in den Kader rückt. »Er könnte ein Thema sein«, so Hütter. In die Startelf dürfte der zuletzt angeschlagene Mittelfeldmotor Sebastian Rode zurückkehren.

Trotz personeller Auffrischung wird das Duell beim FC Chelsea, der mit 16 Spielen in Folge ohne Niederlage einen Europacup-Rekord aufstellte, eine extreme Herausforderung. Zumal die Engländer, die die Rückkehr in die Champions League mit einem 3:0 gegen den FC Watford geschafft haben, entspannter als in Frankfurt aufspielen können. Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann ist dennoch nicht bange: »Endspiele können wir. Es ist alles möglich.«

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