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Alte Fahne erstrahlt in neuem Glanz

Kirchanschöring. Es war ein Mammut-Projekt für die Kirchanschöringer Veteranen. Aber es war ihnen auch ein großes Anliegen, ihre schöne, fast 100 Jahre alte Fahne restaurieren zu lassen. Jetzt ist es geschafft, inklusive der Fahnenbänder. In den fast 100 Jahren, seit sie 1916 von Nikolaus Schauer gestiftet worden war, hat sie eine bewegte Geschichte hinter sich. Geweiht wurde sie erst 1918, wobei – wohl wegen des verlorenen Krieges – nur Pfarrer Rinser und einige Mitglieder des Veteranen und Kriegervereins anwesend waren. Erst beim nächsten Vereinsfest, Datum unbekannt, wurde dem Stifter Nikolaus Schauer öffentlich gedankt. In den Folgejahren wurde die Fahne durch den Zweiten Weltkrieg gerettet, aber auch immer mehr zerschlissen. Erstmals wurde sie 1958 repariert, da war auch schon eine im Jahr 1954 angeschaffte, neue Fahne in Gebrauch.

Bei der Jahreshauptversammlung beim Felberwirt ließ Vorstand Rudi Roider die Geschichte der jetzt wiederum restaurierten Fahne, welche die Kirchanschöringer Veteranen über so viele Jahre begleitet hat, Revue passieren.

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Erfreut zeigte sich der Vorstand über einige hohe Geburtstage, darunter sogar zwei 90ste, von Johann Stockhammer und Josef Eder, die mit Veteranen gefeiert werden konnten. Natürlich hatten die Veteranen auch an vielen Festen und Feiern teilgenommen in den vergangenen Jahren, wie dem Tag der Vereine in 2011, für den die Veteranen sogar Ausrichter waren. Daneben immer wieder das Gelöbnisfest in Weildorf und die Gauversammlungen in Asten (2011) und Leobendorf (2012). Viel Spaß bereitet den Kameraden auch immer die Teilnahmen an der Gemeindemeisterschaft im Asphaltschießen.

In seiner Vorschau erwähnte Roider natürlich zuerst den Tag der Vereine mit der Fahnenweihe des KSK-Vereins am 14. April. Schon am 21. April folge dann das 80-jährige Jubiläum des »Edelweiß« Trachtenvereins. Vom 12. bis 14. Juli feiert die Feuerwehr Lampoding ihr 115-jähriges Bestehen. Am 11. August stehe dann das 150. Gründungsfest der Saaldorfer Veteranen und am 12. Oktober das 140. der Laufener und der Leobendorf–Heining–Triebenbacher an, ließ Roider wissen.

Dann kam Roider auf die Vereinsfahne zu sprechen. Es sei eine der wenigen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges erhaltenen Fahnen. Daher seien auch die Motive darauf bemerkenswert. Das seien nicht so sehr die Umrahmung durch die bayerische Raute und das Bayern-Wappen im Zentrum der Fahne als vielmehr die Inschrift »Mit Gott für König und Vaterland« und die Wappen mit den Farben des »Viererbundes« Schwarz-Weiß-Rot für das Deutsche Reich, Schwarz-Gelb für Österreich-Ungarn, der goldene Sichelmond auf rotem Grund für das Osmanische Reich und Rot-Grün-Weiß für Bulgarien. Auf der Rückseite der Fahne ist das »Bühler-Kreuz« zu sehen, ein Wegekreuz, in der Nähe von Sarrebourg, von dem in einer der frühen großen Schlachten des Ersten Weltkrieges das Kreuz hinter der Christus-Figur weggesprengt worden war. Dass die Christus-Figur intakt geblieben war und noch immer stand, war zuerst als Wunder verkündet worden, weil aus dem Blickwinkel von direkt vorne eine metallene Stütze hinter der Figur nicht gesehen werden kann. Die Jahreszahlen für die Kriege von 1866, 1870/71, 1914/18 und 1939/45 sind bei einer Restauration in den späten 1950er Jahren eingefügt worden.

Bei den Neuwahlen agierte Bürgermeister Hans-Jörg Birner als Wahlleiter. 1. Vorstand Rudolf Roider. 2. Vorstand Johann Gaugler sen., Kassier und Schriftführer Alois Wallner sowie die Beisitzer Franz Heidelsberger und Alois Hollinger, die Fähnriche, Johann Gaßner und Johann Reschberger und die Kassenprüfer Franz Walter und Johann Gaugler wurden jeweils einstimmig gewählt.

Im Tagesordnungspunkt »Verschiedenes« wurde, wegen der allseits gestiegenen Kosten für vielerlei Dinge, einstimmig eine Mitglieder-Beitragserhöhung auf zwölf Euro pro Jahr beschlossen. al