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Alte Friedhofsmauer wird teilweise erneuert

Waging am See. Die östliche Außenmauer des Waginger Friedhofs wird jetzt zur Hälfte erneuert. Der Bauausschuss gab in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für die Maßnahme, die rund 60 000 Euro kosten soll, darin enthalten sind auch zahlreiche Urnengräber.

Die östliche Mauer am Waginger Friedhof, parallel zur Staatsstraße gelegen, ist seit langem in marodem Zustand. Jetzt soll ein Teil der Mauer abgerissen und wiederaufgebaut werden – inklusive einer Urnengräberwand. (Foto: H. Eder)

»Mit einer Sanierung ist da nichts zu machen«

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Der Friedhof in Waging ist schon früh von der Kirche weg an den Ortsrand verlegt worden. Im Zuge der Kirchenerweiterung in den Jahren 1895/96 war der Friedhof »ausgesiedelt« worden, in den Jahren nach 1987/88 ist er nochmals erweitert worden. Da nun die Mauer schon über 100 Jahre alt ist, hatte das Landesamt für Denkmalpflege ursprünglich darauf bestanden, dass die schon sehr marode Mauer saniert werden solle. Der Kostenansatz: rund 100 000 Euro.

Dagegen setzte sich die Gemeinde vehement zur Wehr. Bürgermeister Herbert Häusl hatte immer wieder betont, dass es nicht sein könne, für eine so kaputte Mauer so viel Geld auszugeben. Auch Dritter Bürgermeister Christian Reiter, der diesmal die Bauausschusssitzung leitete, schloss sich dem an: »Bei so einer völlig versalzenen und feuchten Mauer ist mit einer Sanierung nichts zu machen. Bei dem maroden Zustand kommt nur Abbruch und Wiederaufbau infrage.«

Zweiter Bauabschnitt sorgt für Skepsis

Jetzt hat man es seitens der Gemeinde offenbar dem Denkmalamt gegenüber doch geschafft, dass die Mauer abgerissen und neu gebaut werden kann – insgesamt auch nicht wesentlich günstiger, aber dafür ist sie dann neu und es sind die Urnengräber mit enthalten. Der Antrag auf Baugenehmigung umfasst die komplette Mauer. Zunächst ist aber nur ein Bauabschnitt geplant: Dabei soll, wie Ausschussmitglied und Planer Ludwig Kleißl erläuterte, nur der rund 40 Meter lange, südliche Teil der Mauer erneuert werden.

Einem zweiten Bauabschnitt im nördlichen Bereich steht Kleißl reichlich skeptisch gegenüber. Denn in diesem Bereich liegt eine ganze Reihe von Gräbern und viele Grabtafeln sind an der Mauer angebracht. So könnte es sein, wie Kleißl meint, dass tatsächlich dieser Teil der Mauer »vielleicht grad wieder geflickt« wird. Hans Dandl brachte den Einwand, dass Beschwerden wegen der kaputten Mauer vor allem von den Grabbesitzern in diesem Bereich gekommen seien, und gerade das werde jetzt nicht gemacht. Dazu meinte Reiter, den zweiten Teil müsse man sich noch genauer anschauen.

Von der Gestaltung her wird die neue Mauer, beginnend bei dem Grufthäuschen, genau so gebaut, wie sie sich bisher darstellt, als Ziegelmauerwerk zusätzlich mit der Urnengräber-Rückseite innerhalb des Friedhofs. Als Baubeginn ist der Mai vorgesehen, Ende Juni soll die Maßnahme fertig sein. he