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Ausstellung mit Werken von Sylvia Baumann-Kozubek bis Ende Oktober im Traunsteiner NUTS

Alte Technik in neuem Gewand

Eine ungewöhnliche Ausstellung ist derzeit im Foyer der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS zu besichtigen. Ungewöhnlich deswegen, weil Bilder der sogenannten »Encaustic«-Malerei gezeigt werden. Darunter versteht man die Wiederentdeckung einer alten ägyptischen und griechischen Wachsmalerei und deren Weiterentwicklung zu einer modernen, kreativen Form des Malens. Eine Technik, die eine deutlich längere Tradition als die Ölmalerei hat und bis in die griechisch-römische Antike zurückreicht.

Die Künstlerin vor dem Tryptichon »Ozean, Fire und Amazon«. (Foto: Heel)

Verwendet werden hierbei spezielle Encaustic-Wachsfarben, also in gereinigtem Bienenwachs gebundene Farbpigmente. Diese besonderen Farben werden durch Hitzeeinwirkung, etwa mit Hilfe des Encaustic-Maleisens und/oder einer Encaustic-Malplatte, verflüssigt und auf den Malgrund aufgetragen. Für feine Strukturen, Linien etc. wird der Encaustic-Pen mit seinen verschiedenen Aufsätzen genutzt. Malgründe können ein spezielles Papier sein, aber auch ein Malen auf Holz, Glas oder Stein ist möglich.

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Auf die Encaustic-Malerei war Sylvia Baumann-Kozubek, die sich zuvor intensiv mit Bauernmalerei beschäftigt hatte, vor ca. vier Jahren eher zufällig gestoßen. Und zwar durch ein YouTube-Video, in dem Monika Romer von der Encaustic-Akademie in Weilheim/Teck die Technik vorstellte. Fasziniert davon wollte sie es unbedingt ausprobieren und belegte ein paar Kurse, dabei entstanden erst Kunstkarten, dann die Bilder, die sie nun im NUTS präsentiert. Die Bilder haben bewusst keine Titel, damit jeder Betrachter seiner Fantasie freien Lauf lassen kann; zunächst jedenfalls, denn in einer ausliegenden Broschüre kann man sich anschließend sehr wohl über die Motive und dabei verwendeten Techniken informieren.

Neben manch Abstraktem (»Tod und Leben«) findet sich hier viel Gegenständliches, wobei es vor allem die Natur war, heimisch oder exotisch, die es der Künstlerin angetan hat. Da stehen farbenkräftige Pflanzenbilder aus dem Dschungel Südamerikas neben stimmungsvollen Impressionen wie »Heidegruß« oder »Bergfrieden«, ist die Idylle am Chiemsee ebenso vertreten wie das Auge des Hurrikans (»Wirbelsturm«). Kurzum, starke Bilder, die auf ganz eigene Weise Eindrücke und Stimmungen wiedergeben, zärtlich und intensiv zugleich. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Vanessa, Josh und Imanuel, die mit eigenwillig vorgetragenen Popsongs das zahlreich erschienene Publikum erfreuten.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 29. Oktober, jeweils von Mittwoch bis Freitag von 14 Uhr bis 18 Uhr und an Veranstaltungstagen ab 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Wolfgang Schweiger