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Am Anfang des Trainings kommt es auf die Technik an

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Bernd Rose und sein Sohn Leopold sind begeisterte Langläufer und waren auch im vergangenen Jahr bei der Chiemgau-Team-Trophy dabei. (Foto: Wechselszene)

Physiotherapeut und Osteopath Bernd Rose gibt Tipps für die ersten Einheiten im Schnee – Teil fünf der Serie »Fit für den Winter«


Der Termin für die fünfte Auflage der Bioteaque Sports Chiemgau-Team-Trophy rückt immer näher: Am Sonntag, 27. Januar, ist es wieder so weit, dann werden sich diesmal 1000 Langläufer zwischen Inzell, Ruhpolding und Reit im Winkl bewegen. In unserer Serie »Fit für den Winter« geben Experten und ehemalige Profis Tipps und Tricks, wie man sich richtig und gezielt auf die Langlauf-Saison vorbereitet. Im fünften Teil der Serie spricht Physiotherapeut und Osteopath Bernd Rose über die erste Einheit im Schnee. Der Priener, der auch Trainer der Local Heroes beim Eberl-Chiemsee-Triathlon ist, geht dabei auch darauf ein, wie man sich vorbereiten kann, wenn der Schnee einmal auf sich warten lässt.

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Hallo Herr Rose, bisher gab's bei uns in der Region ja leider wenig Schnee. Erst die letzten Tage ist es winterlich geworden. Aber was können Langläufer denn trainieren, wenn die Möglichkeiten in der Loipe noch nicht so gut sind?

Bernd Rose: Ja schade, dass der Schnee auch diesmal wieder auf sich warten hat lassen. Für gute Winterbedingungen musste man zuletzt zum Teil schon sehr weite Wege auf sich nehmen, um einmal in einen unbeschwerten, winterlichen Loipengenuss zu kommen. Denjenigen, denen sich diese Möglichkeit nicht erschließt, können sich aber gut durch alternative Sportarten auf die Langlauf-Saison vorbereiten. Dazu gehören im Prinzip alle Sportarten, die die allgemeine Fitness, sprich das Herz-Kreislauf System, die Grundlagen-Ausdauer und die Kraft-Ausdauer trainieren. Einfach ausgedrückt: Je fitter man ist, desto besser geht's dann beim Langlaufen!

Kann man eigentlich so bald Schnee liegt, auch sein Training sofort umstellen und dann rausgehen?

Prinzipiell schon. Die ambitionierten Langläufer bereiten sich ja oftmals mit Nordic Blading oder Skiroller-Training auf den Einstieg in die Loipe vor. Alle anderen, bei denen der Naturgenuss und die Freude an der Bewegung im Schnee und der frischen Luft im Vordergrund steht, können sich natürlich dann, sobald es die Schneeverhältnisse zulassen, auf die Skier wagen. Man wartet ja schließlich lange genug auf diesen Moment!

Wie lange sollte die erste Einheit im Schnee sein?

Das Langlaufen stellt eine überaus komplexe Beanspruchung des gesamten Bewegungsapparats dar, es gibt fast keine andere Sportart, bei der dermaßen viele unterschiedliche Muskelgruppen gleichzeitig beansprucht werden. Darüber hinaus stellt es aber auch hohe technische Anforderungen an den Sportler. Um beiden Anforderungen gerecht zu werden, sollte man seinen Körper entsprechend langsam an die Belastungen gewöhnen. Also am Anfang nicht gleich übertreiben, sondern immer nur so lange, wie es leicht geht und wirklich Spaß macht.

Auf was sollte man dabei besonders achten?

Neben der passenden Ausrüstung und Kleidung sollte im Training zu Beginn der Fokus unbedingt auf der Technik liegen, und man geht anfangs also lieber nicht zu lange, dafür aber technisch sauber in die Loipe. Je besser man dann trainiert ist, und je präziser die Technik wird, desto länger können die Einheiten dann werden. Und da speziell bei der Chiemgau-Team-Trophy der Genuss und der Spaß im Vordergrund stehen, sollten diese beiden Faktoren natürlich auch im Training an erster Stelle stehen. Also, immer auch Augen auf – und genießen Sie die traumhaft schönen Loipen! SB

Trainingstipp

Trainingstipps Langlauf

Bernd Rose: Die meisten Langläufer haben ja ihren favorisierten Stil, den sie dann überwiegend den gesamten Winter laufen, also klassisch oder skaten. Ich kann aber wirklich nur jedem wärmstens empfehlen, sich immer wieder in regelmäßigen Abständen in beiden Techniken zu üben.

Vor allem die, die skaten, profitieren enorm von einer guten klassischen Technik und einem guten klassischen Training – und umgekehrt gilt das natürlich ebenso. Dazu brauchen Sie noch nicht einmal beide Ausrüstungen. Leihen Sie sich einfach mal für einen Tag oder ein Wochenende einen Klassik- bzw. Skating-Ski aus. Und gönnen Sie sich idealerweise auch einen Kurs oder einen Trainer. Man trainiert dadurch nochmals andere Muskelgruppen, und auch das Gleitvermögen und der Vortrieb werden ganz anders geschult. Sie werden sehen, man steht danach nochmals besser auf dem Ski!