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86-Jähriger braucht Hilfe – Im Abstieg an der Watzmann-Südspitze 15 Meter abgestürzt

Am Hochkalter in Bergnot

Schönau a.K./Ramsau – Aufgrund des sehr schönen Wetters hatten die Bergwachten am Freitag und Samstag rund um den Talkessel außergewöhnlich viel zu tun.

Wegen Erschöpfung musste eine 31-Jährige samt Begleiter vom oberen Alpeltalsteig ausgeflogen werden. Die Bergwachten hatten am Wochenende jede Menge zu tun. (Foto: BRK BGL)

Freitagnachmittag ging kurz nach 15 Uhr ein Notruf von der Blaueishütte ein, wo sich eine Frau Sorgen um ihren Vater machte, der im Aufstieg zum Hochkalter in Bergnot geraten war. »Christoph 14« und ein Ramsauer Bergretter fanden den unverletzten 67-Jährigen oberhalb einer steilen Wand, konnten am Grat anlanden, den Mann aufnehmen und ausfliegen.

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Am Freitagabend gegen 20.35 Uhr wurde die Bergwacht Marktschellenberg wegen einer Urlauberin mit einer Knieverletzung alarmiert. Die Frau war mit ihrer Tochter und ihrer Enkelin vom Eishöhlenweg kommend kurz unterhalb der Wendeplatte umgeknickt und hatte sich eine Bänderverletzung im linken Knie zugezogen. Ein Schellenberger Bergwachtmann fuhr mit dem All-Terrain-Vehicle (ATV) voraus und übernahm die Erstversorgung. Danach wurde die Frau mit dem Rettungsfahrzeug ins Tal gebracht. Sie kam anschließend in die Kreisklinik Bad Reichenhall. Fünf Bergretter waren bis 22 Uhr im Einsatz.

Am Samstagvormittag ging kurz nach 10 Uhr ein Notruf vom Jenner ein, wo ein 86-jähriger Mann aus Baden-Württemberg rund 200 Meter unterhalb des Gipfels wegen einer Bänderverletzung am Fuß Hilfe brauchte. Die zuständige Bergwacht Berchtesgaden fuhr per Geländewagen an, versorgte den Urlauber und brachte ihn ins Tal. Eine Krankenwagen-Besatzung des Roten Kreuzes übernahm den weiteren Transport zur Kreisklinik Berchtesgaden.

Gegen 12.20 Uhr wurden die Bergwacht Ramsau und der Traunsteiner Rettungshubschrauber »Christoph 14« zur Watzmann-Südspitze alarmiert, wo ein 21-jähriger Bergsteiger aus der Nähe von München rund 15 Meter abgestürzt war und sich unter anderem den Oberschenkel gebrochen und am Kopf verletzt hatte. Der Patient wurde von den Rettern versorgt, ins Tal geflogen und per Rettungswagen unter Notarztbegleitung in die Kreisklinik Bad Reichenhall gebracht. Währenddessen wurde ein weiterer Bergsteiger an der Südspitze durch einen Steinschlag verletzt. »Christoph 14« holte den zweiten Patienten am Berg ab und flog ihn direkt zur Kreisklinik Bad Reichenhall.

Gegen 17.50 Uhr meldete sich die Wirtin der Priesbergalm, da Wanderer einen 73-jährigen Mann gebracht hatten, der sich bei einem Sturz am Seeleinsee schwer den Oberschenkel geprellt hatte. Die Bergwacht holte den Verletzten per Geländefahrzeug ab und brachte ihn ins Tal. Er begab sich selbst in ärztliche Behandlung. Gegen 19.15 Uhr meldete sich unmittelbar vor einem schweren Unwetter ein Pärchen aus Niedersachsen vom oberen Alpeltalsteig, da die 31-jährige Frau wegen Erschöpfung und Kreislaufproblemen nicht mehr weiter absteigen konnte. Die alarmierte Bergwacht Berchtesgaden und der Traunsteiner Rettungshubschrauber »Christoph 14« mussten zunächst warten, bis das Gewitter durchgezogen war und konnten dann von der Scharitzkehlalm aus zur Einsatzstelle in rund 2 000 Metern Höhe unterhalb des Pflughörndls starten. Ein Bergwachtmann stieg etwa hundert Meter oberhalb aus und bereitete beide mit Rettungssitzen für den Abtransport vor. Der Pilot holte alle drei mit dem Rettungstau ab und flog sie nach Scharitzkehl aus. Die Frau wurde zur weiteren Untersuchung per Rettungswagen zur Kreisklinik Berchtesgaden gebracht. kp/fb