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An das Theater haben sie ihr Herz verschenkt

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Unser Bild zeigt eine Demonstration aus dem Stück »Zu Traunstein der Galgen« mit einigen Salztheater-Gründungsmitgliedern und Josef Häusler im Pranger. (Foto: M. Heel)

Die Salzgeschichte Traunsteins führte dazu, dass 1995 die Landesausstellung »Salz macht Geschichte« drei Standorte bekam: Bad Reichenhall, Traunstein und Rosenheim. Bei der Gestaltung des Rahmenprogramms kam man in Traunstein auf die Idee, ein Theaterstück beizusteuern. Ein historisches Stück sollte es sein, lebhaft und spannend. Und so wurde von Gerhard Brusche, Sebastian Eisenreich, Christa Fuchs, Georg Jobst, Helmut Köppl, Franz Ober, Paul Zeiser sowie dem damaligen Oberbürgermeister Fritz Stahl das Salztheater gegründet.


»Zu Traunstein der Galgen« lautete der spannend-schaurige Titel des von Franz Xaver Unterforsthuber extra geschriebenen Stücks, das in das Traunstein des Jahres 1705 zurückführte. Mit so großem Erfolg, dass nach dem Ende der Landesausstellung beschlossen wurde, das Salztheater nicht aufzulösen, sondern unter diesem Namen weiterzuführen. Und so sorgt das Ensemble des Salztheaters seit 20 Jahren für beste Bühnenunterhaltung, haben sich Gerhard Brusche und seine Mitakteure mit knapp 20 Inszenierungen um das Theaterleben in Traunstein (und Umgebung) verdient gemacht. Präsentiert wurde dabei meist leichte Kost, vom »Jedermann« einmal abgesehen, wie zuletzt die spritzige Verwechslungskomödie »Ein Schlüssel für Zwei«.

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Kurzum, eine Erfolgsgeschichte, auf die alle Beteiligten stolz sein können, wie Altoberbürgermeister Fritz Stahl in seiner so informativen wie persönlich gehaltenen Laudatio hervorhob. Viel Lob erhielt das Salztheater an diesem Abend aber auch von anderer Seite. So war aus Rosenheim Horst Rankl, der Präsident des Verbands bayerischer Amateurtheater, ins NUTS gekommen, um Gerhard Brusche eine Anerkennungsurkunde für 20 Jahre erfolgreiches Schaffen zu überreichen. Und auch viele Zuschauer brachten zum Ausdruck, wie sehr sie das Salztheater und das damit verbundene Engagement des NUTS schätzen würden.

Anschließend boten die Mitglieder des Salztheaters in der vollbesetzten Kulturfabrik ein höchst vergnügliches Potpourri aus Szenenausschnitten und Gesangseinlagen, charmant moderiert von Susanne Hansen. So präsentierten etliche Gründungsmitglieder als Auftakt eine Szene aus »Zu Traunstein der Galgen«, der eigentlich kein Galgen war, sondern ein Pranger, den ein Besucher auch »ausprobieren« durfte. Weiter geht es bunt gemischt, mit Szenen aus »Pippi Langstrumpf«, dem »Jedermann« und »Don Camillo und Peppone«, gefolgt von dem Sketch »Besuch für Oma und Opa« und einem Ausschnitt aus »Ein Schlüssel für Zwei«.

Den farbenprächtigen Abschluss der Jubiläumsfeier bildete die Geburtstagsüberraschung der »Jungen Chiemseer Bühne« aus Grabenstätt, bei der Gerhard Brusche seit drei Jahren als Gastregisseur tätig ist. Getreu der Aufforderung so manch eines genervten Regisseurs, wenn die Schauspieler einfach nicht spuren wollen: »Geht’s doch hin, wo der Pfeffer wächst«, brachte sie mit viel Aufwand indisches Flair in die Kulturfabrik.

Für die musikalische Begleitung sorgten Magdalena Genghammer (Gesang/Harfe) und Ralf Glück (Gesang/Keyboard/Akkordeon), und wer möchte, kann am 4. Oktober wieder dabei sein, wenn das Salztheater im Traunsteiner Studio 16 die Neil Simon-Komödie »Ein ungleiches Paar/The Odd Couple« aufführt. Wolfgang Schweiger

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