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Anbau, Wintergarten oder Umbau des Heizungsraums?

Waging am See. Will die Gemeinde wirklich einen Abstellraum bauen, bei dem der Quadratmeter an die 2800 Euro kostet? Mit dieser Frage konfrontierte Bautechniker Franz Fenninger die Mitglieder des Finanzausschusses in dessen jüngster Sitzung.

Aus dem Heizungsraum, der nicht mehr gebraucht wird, könnte mit wenig Mitteln ein Abstellraum gemacht werden: Kindergartenleiterin Margarete Tress würde sich über eine schnelle Lösung ihres Platzproblems sehr freuen. (Foto: H. Eder)

Im Kindergarten Tettenhausen ist schon seit über einem Jahr der Anbau eines Abstellraums mit knapp 19 Quadratmetern für rund 52 000 Euro geplant, die Kostenschätzung hält Fenninger für illusorisch. Mit Heizung, Stromanschluss und Licht werde der Raum sicher deutlich mehr kosten: »Das geht für das Geld nicht!«

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Unter anderem als Papierlager gedacht

Kindergartenleiterin Margarete Tress wünscht sich schon länger einen zusätzlichen Raum, unter anderem um Malpapier für die Kinder zu lagern, das sie immer wieder in größeren Mengen geschenkt bekommt. Deshalb könne der Abstellraum nicht ohne Heizung gebaut werden, weil sonst das Papier feucht werde, so Fenninger.

Die Gemeinde hatte vor gut einem Jahr, von Architekt Franz Schwangler einen Plan erstellen lassen. Dieser sieht den 19 Quadratmeter großen Anbau an den Mehrzweckraum vor. Dass er noch nicht gebaut ist, liegt laut Bürgermeister Herbert Häusl zum einen am relativ langwierigen Genehmigungsverfahren, zum anderen daran, dass der Bürgermeister und Bautechniker Fenninger den Bau für viel zu teuer halten.

Dafür musste Häusl schon in der jüngsten Gemeinderatssitzung heftige Kritik einstecken. Diese aber prallte weitgehend an ihm ab: Er wolle nicht, dass hier eine überteuerte Maßnahme realisiert werde. Allenfalls, so räumte er ein, hätte er den Gemeinderat oder den Bauausschuss früher über die Entwicklungen informieren müssen.

Im Finanzausschuss entspann sich eine teilweise emotionale Diskussion. »Irgendwas stimmt da nicht«, meinte etwa Andreas Barmbichler und bezweifelte, dass der Architekt seine Aufgabe wirklich erfüllt habe. Christian Reiter schloss sich der Kritik an: »Auf welcher Grundlage werden wir von den Planern mit Informationen versorgt? Wie kann es sein, dass wir auf einer Grundlage einen Beschluss fassen, der das Papier nicht wert ist, auf dem sie steht?«

Fenninger schlug vor, vorne an der Terrasse einen Wintergarten anzubauen, der nicht nur als Abstellraum genutzt werden könnte. Zudem würde ein Teil der Terrasse mit einbezogen, die eh repariert werden müsste. Und erst in den letzten Tagen hat sich ein noch einfacherer Vorschlag herauskristallisiert: Nach dem Anschluss des Kindergartens an die Fernwärme ist der Heizungsraum überflüssig. Würde man nun die Heizung ausbauen, hätte man reichlich Platz – ohne großen Kostenaufwand.

Keinen weiteren »Schnellschuss«

Fenninger will diese möglichen Alternativen jetzt noch genauer ausarbeiten und intensiv mit Kindergartenleiterin Margarete Tress durchsprechen. Die Angelegenheit sollte spätestens in der nächsten Sitzung von Gemeinderat oder Bauausschuss abgeschlossen werden. Sicher solle in den Kindergarten investiert werden, denn es gebe auch noch mehr Platzbedarf. Das Geld solle daher in einen Raum investiert werden, in dem nicht nur Schachteln gelagert werden können. »Vielleicht kostet das dann sogar noch mehr, aber der Raum kann dann für verschiedene Zwecke genutzt werden«, so Fenninger. Jedenfalls solle es diesmal keinen weiteren »Schnellschuss« geben. he