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Angst ist, wenn man trotzdem lacht

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Frank Fischer sorgte mit seinem Programm »Angst und andere Hasen« für viele Lacher. Schließlich ging es dabei nicht um außergewöhnliche Ängste. (Foto: Heel)

Jeder Mensch hat hin und wieder Angst. Meist aus ganz vernünftigen Gründen. Oder auch nicht, wie etwa bei der Flugangst. Die ist völlig aus der Luft gegriffen, denn bekanntlich ist das Gefährlichste am Fliegen der Weg zum Flughafen. Weniger bekannt ist vielleicht, dass es angeblich über 600 anerkannte Phobien gibt, darunter so putzige wie die Angst davor, dass einem die Erdnussbutter am Gaumen kleben bleiben könnte (Arachibutyrophobie).


Stoff genug für ein ganzes Programm, sagte sich der Mainzer Kabarettist Frank Fischer, selbst stolzer Besitzer verschiedener Ängste und bekennender Hypochonder. Und zeigt in seinem aktuellen Programm »Angst und andere Hasen«, das er jetzt in der gut besuchten Traunsteiner Kulturfabrik NUTS vorstellte, dass in dem Thema mehr Komik steckt, als man vermuten könnte.

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Munter drauflos plaudernd, stellte er zunächst einige der seltsamsten Phobien vor, wie etwa die Lutraphobie (Angst vor Fischottern), die Hypnotopophobie (Angst vorm Bettenmachen) oder die Glucodermaphobie (Angst vor der Haut, die sich auf heißer Milch bildet), und fragte sich, wieso man sich vor Spinnen mehr fürchtet als vor Spinnern oder Roberto Blanco. Aber auch die Angst vorm Älterwerden kam zur Sprache, eine Angst, die sich zum Beispiel dann einstellt, wenn man in der Studentenkneipe plötzlich nicht mehr geduzt wird. Und wer kennt nicht die Angst vor Vampiren, ausgelöst durch Auftritte von Bata Illic oder Peter Maffay in der »ZDF-Hitparade«.

Schön anschaulich schilderte der mit vielen Preisen ausgezeichnete Kabarettist auch die Ängste, die sich beim Musikhören im Radio einstellen (»Das Hirn löst sich auf«), oder bei Durchsagen wie »Ich grüße alle, wo mich kennen!«.

Zur Höchstform lief er beim Themenfeld »Werbung, die Angst macht« auf. Da sorgte er als bedrohlich schwäbelnder »Seitenbacher-Müsli-Mann«, der den armen Radiohörer zu gesunder Kost nötigt, oder als unterbelichteter Fielmann-Kunde (»Die verstehen was davon, das sind Optiker!«) für Lachsalven. Mit dem Wunsch »Nehmen Sie die Angst mit sich, ich schenke Sie Ihnen« beendete Frank Fischer seinen herrlich unterhaltsamen, mit viel Applaus bedachten Abend. Wolfgang Schweiger

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