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Gemeinde Unterwössen will sich über Seniorenheim vor Ort informieren

Anlieger äußern Proteste: Seniorenheim-Erweiterung zurückgestellt

Unterwössen – Noch keine Entscheidung über die Erweiterungspläne des Senioren- und Pflegeheims hat der Gemeinderat Unterwössen in seiner jüngsten Sitzung getroffen.

Im Pflegeheim
Foto: Oliver Berg/dpa

Die Bedenken reichten von mangelnder Notwendigkeit bis zu Bürgerprotesten wegen erhöhter Lärm- und Geruchsbelästigung. Ein Ortstermin soll nun der Entscheidungsfindung dienen.

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Vor allem, um dem neuen bayerischen Pflege- und Wohnqualitätsgesetz von 2014 gerecht zu werden, hatte die Senioren- und Pflegeheim Unterwössen GbR Erweiterungspläne vorgelegt und eine Änderung des Bebauungsplans »Ortszentrum« angestrengt.

Zentrales Anliegen der Betreiber sind mehr Einzelzimmer und damit ein Ausbau der bisher genehmigten Gesamtbettenzahl von 75 auf 85. Dies macht eine Neuordnung der Innenaufteilung des Hauses erforderlich.

Aufgrund des größeren Raumbedarfs sieht die Planung vor, den mittleren Bereich des bisher erdgeschossigen südwestlichen Gebäudeteils um drei Stockwerke aufzustocken. Die beiden seitlichen Anbauten sollen eingeschossig bleiben. Zusätzlich soll ein neuer Verbindungsgang im ersten Obergeschoß den Zugang zum östlichen Gebäudeteil ermöglichen.

Desweiteren war in der Planung ein zehn mal zwölf Meter großes Haus für Personalwohnungen auf dem südlichen Grundstücksteil vorgesehen. Das hatte die Verwaltung jedoch zugunsten möglicher Parkplatzreserven aus der Planung genommen. »Außerdem wären dann kaum noch Freiflächen da«, räumte Bürgermeister Ludwig Entfellner ein.

Einer Erweiterung zugunsten einer Qualitätssicherung stand er jedoch positiv gegenüber, zumal es sich bei der Anhebung auf 85 Betten »um eine moderate Erhöhung« handle und man gleichzeitig ein Belegungsrecht der Gemeinde für Einheimische sichern könne. Zudem sehe er die Gemeinde für diese wichtige und qualitativ hochwertige Einrichtung im sozialen Bereich in der Pflicht.

Gegenwind bekam er von Dr. Dieter Stein (OWG), der eine Erhöhung der Plätze für nicht mehr zeitgemäß und somit für nicht erforderlich hielt. Sandra Sonntag (Wählervereinigung Bürgerkandidaten) vermisste genauere Angaben über den Immissionsschutz und Markus Entfellner (FDP) zweifelsfreie Angaben über das Belegungsvorrecht für Einheimische.

»Wir können uns hier nicht verweigern«, meinte Hermann Minisini (CSU). Auch Anton Aberger (CSU) war gegenüber den erweiterten Möglichkeiten für die Bevölkerung positiv eingestellt. Allerdings war er dafür, Lösungen im Einvernehmen mit den Senioren und den Anliegern zu erarbeiten: »Die haben schließlich auch die Belästigungen durch den Verkehr.«

Wie stark die Unzufriedenheit mit der möglichen Erweiterung ist, zeigten zwei Anlieger, die unter Protest den Saal verließen.

Schließlich plädierten Thomas Ager (CSU), Claudia Schweinöster (OWG) und Dr. Manfred Enzinger (FWG) dafür, sich die Gegebenheiten vor einer Entscheidung am Ort anzuschauen. Dem stimmten Bürgermeister Entfellner und alle Gemeinderäte zu. bvd