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»Anti Aging« in der Asphaltbranche

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Berchtesgaden: "Anti Aging" beim Branchentreff der deutschen Asphaltherstellung im AlpenCongress
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Das neue Flaggschiff der Daimler AG: der Actros-5-Sattelkipper mit Schmitz-Thermomulden-Aufleger. (Foto: Christian Wechslinger)

Berchtesgaden – Seit 2001 wird der Branchentreff der deutschen Asphaltherstellung und des »schwarzen« Straßenbaus in Berchtesgaden veranstaltet. In diesen Tagen findet die Tagung im AlpenCongress zum 20. Mal statt.


Dieses Jubiläum veranschaulicht, dass sich die Asphalt verarbeitende und produzierende Industrie in Berchtesgaden wohlfühlt und es dem Deutschen Asphaltverband (DAV) mit seinem Präsidenten Oliver Nohse an nichts fehlt. Einer der Schwerpunkte des dreitägigen Treffens ist die globale Herausforderung des Klimawandels und den Plänen zur Einsparung von CO2.

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Wie in jedem Jahr waren im AlpenCongress und im Kurgarten nicht nur an die 100 Messestände, im Großen Saal fanden auch mehrere Fachvorträge statt.

Höhepunkt der Veranstaltung war der Besuch des ehemaligen Vizekanzlers Sigmar Gabriel, der der deutschen Politik den Rücken gekehrt hat und als Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank in die Wirtschaft wechselte. Ein eigener Bericht zu Sigmar Gabriels Besuch folgt.

Bernd Hinrichs arbeitet von seinem Büro in Bonn aus für den Deutschen Asphaltverband. Seit zehn Jahren führt Hinrichs mit größtem Engagement das Amt des Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit aus. Beim Gang durch die Messestände im AlpenCongress wird Hinrichs immer wieder zur Begrüßung und einem kurzen Wortwechsel angehalten. »Wenn man zehn Jahre für die Asphaltbranche arbeitet, kennt man sich halt«, erklärte Hinrichs seinen Bekanntheitsgrad und führt den »Berchtesgadener Anzeiger« schnurstracks zu einem höchst interessanten Messestand. An diesem gibt Verkaufs- und Marketing-Direktorin Magdalena Machura bereitwillig Auskunft darüber, was mit »Anti Aging« in der Asphaltbranche gemeint ist.

Die in Großbritannien sitzende Firma hält nämlich eine einzigartige Lösung zur Asphaltkonservierung bereit. Durch die Versieglung mit »Rhinophalt« wird der Asphalt länger vor Verwitterung, Oxidation und Abnutzung durch den darüber rollenden Verkehr geschützt. Rhinophalt versiegelt und verlängert damit die Lebensdauer von Asphaltbelägen auf Autobahnen und Schnellstraßen, Start-, Lande- und Rollbahnen von Flughäfen, Teststrecken in der Automobilindustrie oder Parkplätzen.

Die Masse wird kalt aufgetragen und dringt gerade tief genug in den Asphaltmörtel an der Oberfläche ein, um eine wichtige und dauerhafte Versieglung zu bilden. Dadurch wird das Eindringen von Wasser reduziert und somit eine weitere Oxidation durch Witterungseinflüsse und UV-Strahlung stark verlangsamt. Viele Probleme im Zusammenhang mit Asphaltbelägen lassen sich auf die Oxidation der in den Bindemitteln enthaltenen Öle sowie das Eindringen von Wasser zurückführen. Wasser stellt damit den größten Feind von Asphaltbelägen dar, da es durch die Temperaturveränderungen mit Frost und Tauwetter die Asphaltkonstruktion stark beschädigt.

Man schätzt die längere Haltbarkeit für die Lebensdauer des Asphalts durch den Einsatz von »Rhinophalt« auf um die 30 Prozent ein. Freilich sind derartige Zahlen auch vom Fahrzeugdurchlauf, dessen Tonnagen und den jeweiligen Örtlichkeiten abhängig.

Interessantes wusste der Öffentlichkeitsbeauftragte auch über eine zunehmende Digitalisierung im Straßenbau zu berichten. Auch im Hinblick auf den Umweltschutz und den CO2-Ausstoß ist die Asphaltindustrie gut aufgestellt. So sei Asphalt zu 100 Prozent wiederverwendbar und schone somit die Umwelt.

Christian Wechslinger