»Anzeiger«-Fotograf Bernhard Stanggassinger trifft die Almleut vom Hochbichllehen

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Irmgard und Franz Moderegger sind die Austragsbauersleut vom Hochbichllehen in Stanggaß und seit 20 Jahren Sennleut am »Houbikaser«. (Fotos: Bernhard Stanggassinger)

Schönau am Königssee – Der Gotzenalm stattete »Anzeiger«-Fotograf Bernhard Stanggassinger dieser Tage einen Besuch ab. Sein Ziel: Der »Houbikaser« von Irmgard und Franz Moderegger.


Es ist zwar noch Hochsommer, aber irgendwie, wenn man in der Früh auf dem Weg zur Gotzenalm auf den in Nebel gehüllten Königssee hinunterschaut, kriegt man das Gefühl, der Herbst zieht langsam ein. Oben auf der Gotzenalm blühen noch der Almrausch, die Arnika, das Johanniskraut, und der Enzian.

»Es passt ois«, sagen die Almleute Irmgard und Franz Moderegger vom Hochbichllehen in Stanggaß auf die Frage: »Wie geht's euch?« Das Jahr 2021 ist bei den Modereggers ein Jahr der Jubiläen. Am 29. Mai feierten Franz und Irmgard ihre Diamantene Hochzeit in der Pfarrkirche in Bischofswiesen. »Schee hota's g'macht, der Pfarrer Bielasik«, sagt der Franz. Die Austragsbauersleut vom Hochbichllehen sind seit 20 Jahren Sennleute am »Houbikaser«. Zuerst auf der Niederalm, der Gotzentalalm, dann auf der Hochalm, der Gotzenalm und Ende August wieder auf der Gotzentalalm. Die Irmgard feiert dieses Jahr im Oktober noch ihren 80. Geburtstag und der Franz seinen 83.

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Mit der Nachschau nach dem Vieh hat der Franz täglich reichlich zu tun.

Die beiden haben ihr ganzes Leben gearbeitet. Ein ständiges Bewegen in der Natur ist vermutlich das Rezept, dass sie noch zu solchen Leistungen imstande sind. Und nebenbei schmeckt dem Franz auch noch ab und zu ein Pfeiferl mit Tabak. Der Franz kümmert sich um 44 Jungviecher vom Hochbichllehen und um 25 Jungviecher von seinem Sohn Hansi, der auch einen Kaser auf der Gotzenalm und Gotzentalalm hat. (den Wahlkaser).

Also insgesamt sind es 69 Tiere, auf die der Franz täglich schaut und auch »soizt« (es gibt als Futter Salz und Kleie). Einmal in der Woche, am Freitag, fährt der Franz ins Tal zum Einkaufen. Eine Freude für die beiden ist auch, wenn Kinder, Enkel und Urenkel zu Besuch kommen.

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Der »Houbikaser« auf der Gotzenalm (Hochalm) steht in aussichtsreicher Lage.

»Das Unwetter ist gut an uns vorübergegangen, es hat sakrisch gegossen, aber passiert ist weiters nichts«, sagen die beiden. Auch bei den Tieren ist bis jetzt »Gott sei Dank« noch nichts passiert. Wenn's so weitergeht, können die beiden wohl mit den gekranzten Almkühen um den Michaelitag voller Stolz in die Stanggaß heim fahr'n.

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»Oans, zwoa, drei, vier – 's Glück gehört mir«. Einen Kaminkehrer auf der Alm trifft man nicht oft.

Beim Besuch des »Anzeiger-Fotografen« kam auch noch der Bezirkskaminkehrermeister vorbei und kehrte alle Kamine der Almhütten und der Gotzenalm sowie deren Öfen.

Einen Besuch eines Kaminkehrers auf der Alm hat man auch nicht alle Tage. Da kann man im wahrsten Sinne des Wortes sagen: »Wenn das kein Glück bringt!« Bernhard Stanggassinger