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»Applaus ist das Brot des Künstlers«

Der Magier Jakob Lipp verzaubert seit neun Jahren das Publikum beim Königsseer Seefest. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Schönau am Königssee – Das 49. Seefest am Königssee wird als eines der besten in die Geschichte eingehen. Unter anderen bereicherte der Magier Jakob Lipp die Veranstaltung am Wochenende. Es war das neunte Mal, dass der professionelle Zauberer aus Wasserburg das Publikum beim Seefest unterhielt. Für Organisator Hannes Schneider ist der Träger der Silbernen Ehrennadel der Zauber-Akademie Deutschland, der auch Mitglied im Magischen Zirkel ist, eine feste Größe. Die Heimatzeitung sprach mit dem 43-Jährigen.


Wann und wie sind Sie zur Zauberei gekommen?

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Jakob Lipp: Ich bin mit 27 Jahren zur Zauberei gekommen, weil ich die Bühnenluft schnuppern wollte. Zunächst habe ich auf der Zauberakademie in München gelernt, ehe ich mich unter die Menschen gewagt habe. Im Jahr 2005 habe ich mich selbstständig gemacht und arbeite seither als Profi.

Wo liegt der Schwerpunkt Ihrer Arbeit?

Lipp: Ich werde sehr oft für Firmenveranstaltungen, Jubiläen, Eröffnungsfeiern, Weihnachtsfeiern, Hochzeiten, Tage der offenen Tür oder Betriebsfeiern gebucht. Vor allem macht alles einen Riesenspaß.

Wie darf man sich Ihren Wirkungsraum vorstellen?

Lipp: Ich würde mal sagen von Berlin bis Zürich und von Stuttgart bis Wien. Meine Hauptphase an Veranstaltungen sind die Wintermonate. Dann geht es noch einmal von Juni bis August so richtig ab.

Wie trainieren Sie und wie viel Zeit wenden Sie täglich für Ihre Magierkunst auf?

Lipp: Die Zauberei ist ein ständiger Prozess, man muss täglich trainieren wie ein Sportler. Ich lerne jedoch auch bei meinen Auftritten hinzu. In der Regel funktionieren meine Kunststücke ja, aber ich muss den Gast beobachten, wie er es aufnimmt. Ich versuche immer noch Schräubchen zu drehen, um die Illusion zu steigern.

Gibt es auch mal Pannen?

Lipp: Natürlich läuft auch bei mir nicht immer alles rund, das ist menschlich. Ich merke das zumeist schon während meiner Vorführung und kann dann jedoch zumeist noch etwas ändern. Dann komme ich noch mit einem blauen Auge davon. Unsere Kunst ist es, bei Fehlern umzuschwenken.

Und wenn es das Publikum merkt?

Lipp: Dann ist es einfach nur sympathisch, weil die Leute merken, dass auch der Magier nicht perfekt ist. Man muss den Leuten halt nur ein weiteres Kunststück zeigen, das dann hoffentlich auch klappt.

Sie haben uns ein Kunststück gezeigt, das unglaublich war. Wie geht so etwas?

Lipp: Das ist das Geheimnis unserer Zunft und wir werden das nie preisgeben. Ich habe dafür unterschrieben, das ist ein Ehrenkodex, dabei bleibt es. Das Schöne ist, wenn alle staunen, was wir Magier vollbringen.

Tauschen Sie sich mit anderen Künstlern aus?

Lipp: Natürlich schauen wir auch woanders hin, aber dennoch sind wir Einzelkämpfer. Man muss ja immer danach sehen, dass die Kunststücke auch zu einem passen.

Wie wichtig ist Erfolg?

Lipp: Der ist natürlich sehr wichtig. Wenn du nach dem Auftritt nach Hause fährst und alles hat geklappt, dann geht es dir gut. Du hast immer noch die staunenden Gesichter im Kopf und das ist schön. Applaus und Lob sind sehr wichtige Kriterien für mich. Das ist das Brot des Künstlers.

Sie sind an vielen Orten unterwegs, was bedeutet der Königssee für Sie?

Lipp: Der Auftritt hier ist nicht nur für mich ein absoluter Höhepunkt im Jahreskalender, die Schönheit dieser Gegend ist unübertrefflich.

Wie lange wollen Sie noch zaubern?

Lipp: So lange mich das Publikum sehen mag. cw