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Bis unterhalb der Bergwachthütte am Unternberg bei Ruhpolding sind die Rohre bereits verlegt. Jetzt laufen die Vorbereitungsarbeiten für den nächsten Bauabschnitt. Er reicht von der Boider-Alm zur Unternberg-Alm und zur Sesselbahn-Bergstation. (Foto: Wasserwirtschaftsamt)

Arbeiten liegen im Zeitplan: »Sonderprogramm Berghütten« ermöglicht Ausbau am Unternberg

Ruhpolding – Die Arbeiten zur Wasserversorgung der Almen und Hütten am Unternberg kommen gut voran. So gut, dass sie pünktlich im Oktober abgeschlossen werden. Bereits jetzt sind die Rohre für Trink- und Schmutzwasser von der Sesselbahn-Talstation bis hinauf in den Bereich der Bergwachthütte verlegt. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein, das die Maßnahme baufachlich überwacht, ist mit dem Baufortschritt sehr zufrieden.


Derzeit laufen die Arbeiten auf der Strecke bis zur Boider-Alm und von dort zur Unternberg-Alm beziehungsweise zur Bergstation. Dabei werden im Bereich der Bergwachthütte die Rohre mit Hilfe einer Spülbohrung verlegt: Ein Bohrspülkopf gräbt sich horizontal bis zu einem Zielpunkt, an dem er wieder aus dem Untergrund hervorkommt. Dann wird der Bohrkopf abgeschraubt und ein Leitungsrohr angehängt, das auf dem Rückweg zum Ausgangspunkt durch den gegrabenen Querschnitt gezogen wird.

Dieses Vorgehen hat laut Wasserwirtschaftsamt zwei Vorteile: Die Forststraße Richtung Bergstation muss nicht aufgegraben werden und bleibt für Versorgungsfahrten sowie für Wanderer nutzbar. Zugleich fällt der Eingriff in die Natur geringer aus. Wie berichtet, umfasst der Anschluss an das Trinkwasser- und Schmutzwassernetz der Gemeinde Ruhpolding die gut besuchte Unternberg-Alm sowie die Übernachtungshütte der Bergwacht, die Bergstation der Sesselbahn, Schwendtboden-Alm, Weingarten-Alm und Boider-Alm. Die Raffner Alm hat bereits einen Trinkwasser-Anschluss. Sie erhält, ebenso wie die unterhalb gelegene Hütte »Almbrünnerl« Zugang zum Kanal.

Die Finanzierung läuft über das »Sonderprogramm Berghütten«, das der Freistaat Bayern aufgelegt hat. Die Gemeinde Ruhpolding als Vorhabensträger rechnet mit Kosten von rund 1,7 Millionen Euro. Im Rahmen des Sonderprogramms sind gut 1,3 Millionen Euro als Zuschuss bewilligt.

Die Arbeiten hatten im Mai begonnen. Bereits verlegt sind die Rohre von der Talstation über die Zufahrt bis zur Raffner-Alm und hinauf zum Gipfelbereich. 540 Höhenmeter wurden dabei überwunden – und nur die noch nicht vollständig wieder bewachsene Grasnarbe erinnert daran, dass die Rohre in der Skipiste verlegt sind. Ebenfalls bereits fertig ist das Schachtbauwerk für die Pumpstation am Parkplatz der Talstation, von der aus das Wasser nach oben gepumpt wird.

Ziel ist es, Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung langfristig zu sichern. Die neuen Rohre haben einen Querschnitt, der der tatsächlich benötigten Wassermenge angepasst ist. Dank der Anschlüsse wird das Bewirtschaften der Almen und Hütten leichter. Denn bisher müssen die Anlieger und Almbauern das Wasser mühevoll den Berg hinauftransportieren.

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