weather-image
24°
Re-Releases

Arch Enemy in edler Vinyl-Box verewigt

Arch Enemy gehören zu den angesagtesten Bands im Heavy Metal. Viele ihrer älteren Alben sind auf Vinyl nur noch schwer aufzutreiben. Das ändert sich nun: Die Band veröffentlicht eine edle Vinyl-Box mit ihrem gesamten Back-Katalog.

Arch Enemey
Seit 1996 Heavy Metal: Arch Enemy. Foto: Katjan Kuhl Foto: dpa

Berlin (dpa) - Ausverkaufte Headliner-Touren, beste Chart-Positionen und permanenter Gast auf den größten Festivals der Welt: Arch Enemy haben sich seit der Bandgründung 1996 zu einer festen Größe im Heavy Metal entwickelt.

Anzeige

Diese eindrucksvollen Karriere-Verlauf würdigt das Dortmunder Label Century Media nun mit einer edlen Vinyl-Box. Die schlicht «1996 – 2017» genannte Veröffentlichung enthält alle zehn Studioalben sowie eine exklusive Doppel-LP mit allen Coverversionen der melodischen Death-Metal-Band.

Alle Alben sind auf 180 Gramm schweren Vinyl gepresst und stecken in einem stabilen, kunstvoll gestalteten Schuber. Außer den beiden jüngsten Veröffentlichungen «Will To Power» und «War Eternal» sind die anderen remastert worden. Durch die Vinyl-Neuauflage sind nur noch schwer erhältlichen älteren Werke endlich wieder zu bekommen. Ein 36 Seiten dickes Booklet mit Fotos, Texten und Linernotes rundet das Schmuckkästchen ab. Kurzum: Die handnummerierte Box ist für Neueinsteiger aber auch Sammler und Vinyl-Freaks durchweg empfehlenswert.

Als Gitarrist Michael Amott vor über 20 Jahren Arch Enemy gründete, befand sich der Death Metal schon länger in einer Sackgasse. Mit technischer Rafinesse und dem Gespür für Melodie verpasste der Schwede der Band einen modernen Anstrich und erschloss neue Fanschichten. «Unser musikalischer Kern hat sich seit dem Beginn der Band wenig geändert. Es geht immer noch um intensiven Heavy Metal, anspruchsvollen Gitarren und extremen Gesang», sagte der Bandboss.

Die für den Deathmetal typischen Growls wären nicht weiter verwunderlich. Bei Arch Enemy singt jedoch eine Frau. Allisa White-Gluz erzeugt das gutturales Gegrunze eines Mannes. Auch White-Gluz‘ Vorgängerin Angela Gossow, die 2014 die Band verließ, verfügte über ein erstaunliches Gesangsorgan. Als die Kölnerin im Jahr 2000 als Nachfolgerin für Johan Liiva Arch Enemy antrat, verriet die Band zunächst nicht, dass die vakante Stelle eine Frau besetzt hatte.

Als die Gruppe das erste gemeinsame Album «Wages Of Sin» veröffentlicht hatte, wusste die Öffentlichkeit noch immer nicht, wessen Stimme dort zu hören war. Die Fans spekulierten im Internet: «Geil, das könnte der oder der sein.» Als die Band dann das Geheimnis lüftete, war die Überraschung groß. Damals waren Frauen besonders im Death Metal noch Exoten.

Amott lernte seine spätere Frau Gossow kennen, als sie ihn für ein Internet-Fanzine interviewte. «Im Anschluss hat sie mir erzählt, dass sie in einer Band singt und mir bei einem Konzert in Bochum ein Tape zugesteckt», erinnert sich der Bandboss in den Linernotes der Vinyl-Box. «Als mein Bruder und ich uns das Tape angehört haben, dachten wir: 'Heilige Scheiße, sie ist wirklich gut'.»

Mit der neuen Sängerin an Bord schlossen sich lange Tourneen an, was den Bekanntheitsgrad noch einmal erhöhte. Die Mainstream-Magazine wurden auf die Band mit der blonden Sängerin aufmerksam. Auch in Japan und Korea feierten Arch Enemy große Erfolge.

14 Jahre später verkündete Gossow, die zum Aushängeschild der Band geworden war, überraschend ihren Ausstieg. «Ich war ausgebrannt und hatte in dieser Zeit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen», erklärte sie. Dem anfänglichen Schock folgte der nächste Karriere-Schub.

Mit White-Gluz, die Gossow als ihre Nachfolgerin vorgeschlagen hatte, sind Arch Enemy größer denn je. «Ich bin sehr glücklich, das die Band Erfolg hat», sagte Gossow, die nach ihrem Ende als Sängerin die Band managt.

Homepage Arch Enemy