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Argentinien beendet deutschen WM-Rausch mit 4:2

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Auftakttor
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Die Argentinier jubeln nach dem Treffer zum 1:0 gegen Deutschland. Foto: Federico Gambarini Foto: dpa
Attacke
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Sergio Agüero greift Kevin Großkreutz bei der Ballannahme an. Foto: Jonas Güttler Foto: dpa
Rückkehrer
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Nationalmannschafts-Rückkehrer Mario Gomez bringt sich vor dem Argentinier Angel di Maria in den Ballbesitz. Foto: Federico Gambarini Foto: dpa
Torjubel
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Argentiniens Erik Lamela (M) jubelt über seinen Treffer zum 2:0. Foto: Federico Gambarini Foto: dpa
Drin
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Manuel Neuer kann das Ball nicht halten. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa
Balleroberung
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Argentiniens Angel die Maria (vorn) hat sich in den Ballbesitz gebracht. Erik Durm und Julian Draxler protestieren. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa
Knapp
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Keeper Manuel Neuer (r) kann den Ball vor dem heranstürmenden Angel di Maria sichern. Foto: Jonas Güttler Foto: dpa
Körpereinsatz
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Kevin Großkreutz und der Argentinier Erik Lamela kämpfen mit vollem Körpereinsatz um den Ball. Foto: Jonas Güttler Foto: dpa
Frust
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Mario Götze wirkt nicht glücklich, kann aber auf einen Treffer verweisen. Foto: Jonas Güttler Foto: dpa
Verabschiedung
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Per Mertesacker (l-r), Hansi Flick, Miroslav Klose und Philipp Lahm werden vor Spielbeginn verabschiedet. Foto: Federico Gambarini Foto: dpa

Düsseldorf (dpa) - Der Rausch ist vorbei. Im ersten Spiel als Weltmeister erlitt die notgedrungen auf vielen Positionen umbesetzte deutsche Nationalmannschaft gegen WM-Finalgegner Argentinien eine heftige Bauchlandung.


Mit nur vier Spielern in der ersten Elf, die auch beim Triumph von Rio im Endspiel-Team gestanden hatten, unterlag der radikal umgebaute Champion zum Start in die neue Saison den engagierten Südamerikanern mit 2:4 (0:2).

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Es war die erste Niederlage für das Team von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw nach 18 Spielen, erst in der Schlussphase kam im ausverkauften Düsseldorfer Stadion bei den 51 132 Fans die Partylaune wieder ein wenig zurück. Am 7. September in Dortmund gegen Schottland muss sich das DFB-Team aber erheblich steigern, damit der Start in die Qualifikation für die EM 2016 nicht schief geht.

52 Tage nach dem WM-Finale erzielten Sergio Agüero (20.), Erik Lamela (40.), Federico Fernández (47.) und der alles überragende Angel Di María (50.) die Tore für Argentinien, das ohne Superstar Lionel Messi auskommen musste. André Schürrle (52.) und WM-Finaltorschütze Mario Götze (78.) sorgten beim ersten Auftritt mit vier Sternen auf der Brust für ein etwas versöhnlicheres Ende. «Man darf keine Sekunde unwach sein, wir haben drei große Chancen und machen kein Tor», kritisierte Rückkehrer Mario Gomez. «Es zeigt, dass Argentinien eine große Mannschaft ist und gegen diese Mannschaften darf man keine Sekunde nachlassen.»

Die zahlreichen Verletzungen von Leistungsträgern wie dem neuen Kapitän Bastian Schweinsteiger und die Abgänge der drei Eckpfeiler Philipp Lahm, Per Mertesacker und Miroslav Klose konnte das Löw-Team nie wegstecken. In der unreifen Defensive fehlte die ordnende Ruhe von Lahm, vor dem Duell mit Schottland muss Löw hoffen, dass zumindest Jerome Boateng als Stabilisator zurückkehrt. «Das wichtigere Spiel ist gegen Schottland», erklärte Lukas Podolski. «Wir sind enttäuscht, ganz klar, wir sind nicht zufrieden, dass wir verloren haben. Jetzt müssen wir das Spiel abhaken.»

Bei einem bitteren und unglücklichen Comeback blieb Mario Gomez die Klasse des WM-Rekordschützen Klose schuldig und vergab gleich drei große Möglichkeiten. Mit einem engagierten Auftritt wollte Di María hingegen zeigen, dass er im Endspiel als womöglich entscheidender Schlüssel zum Sieg gefehlt hatte, und ließ mit drei Torvorlagen sogar die Abwesenheit des angeschlagenen Messi in Vergessenheit geraten.

Vor dem Anpfiff war die WM-Stimmung in der Arena des Zweitligisten noch intakt: Der bisherige Kapitän Lahm, Klose und Mertesacker erlebten einen umjubelten Auftritt - nach 113, 137 und 104 Länderspielen wurden sie genau wie der zum DFB-Sportdirektor aufgerückte Hansi Flick offiziell verabschiedet.

Beiden Mannschaften war danach die Lust auf Fußball anzumerken, beim Gastgeber fehlte aber die Harmonie. Nur Ersatz-Kapitän Manuel Neuer, Benedikt Höwedes, Toni Kroos und André Schürrle standen auch in Rio auf dem Final-Rasen. Schweinsteiger, Mesut Özil, Sami Khedira, Boateng, Mats Hummels und Shkodran Mustafi verpassten wegen Verletzungen oder Trainingsrückstand den Neustart.

So überraschte nicht, dass es defensiv haperte. Manchester Uniteds Neuzugang Di María, der beim Endspiel noch angeschlagen gefehlt hatte, stellte die erstmals aus Höwedes und Matthias Ginter formierte Innenverteidigung mehrfach vor unüberwindbare Probleme.

Mit einer schönen Außenristflanke aus dem Halbfeld bereitete Di María die Führung vor. Agüero stahl sich im Rücken von Ginter davon, wurde nicht vom schwachen Kevin Großkreutz gestört und hatte keine Mühe, Neuer aus kurzer Distanz zu überwinden. Der beste Mann auf dem Platz durfte auch vor dem zweiten Treffer völlig ungestört agieren. Die Hereingabe von Di María verwertete Tottenham-Profi Lamela aus zwölf Metern per Direktabnahme in den Winkel.

Offensiv fehlte auch dem Neu-Madrilenen Kroos die WM-Verfassung, der für den am Oberschenkel verletzten Julian Draxler eingewechselte Lukas Podolski konnte nicht überzeugen. Stattdessen glänzte der engagierte Christoph Kramer mehrfach. Zunächst legte der Gladbacher per Steilpass für Gomez auf. Doch vor Sergio Romero scheiterte der Stürmer vom AC Florenz am argentinischen Keeper (7.).

Acht Minuten nach dem 0:1 tanzte Kramer die halbe argentinische Abwehr aus und steckte zum richtigen Zeitpunkt auf Reus durch. Die Vorlage des Dortmunders konnte Gomez jedoch erneut nicht verwerteten. Als der Angreifer freistehend verzog, nachdem Romero einen Flatterschuss von Reus abprallen ließ, hallten kurz vor der Pause Pfiffe durchs Stadion.

Keine zwei Minuten nach seiner planmäßigen Einwechslung musste auch Roman Weidenfeller schon hinter sich greifen. Per Freistoß bereitete Di María zunächst das 3:0 durch Innenverteidiger Fernandez vor und vollendete nur drei Minuten später, nachdem die Argentinier die deutsche Verteidigung mit schnellen Pässen komplett entblößte.

Fast im Gegenzug stocherte Schürrle den Ball nach einer Ecke im zweiten Versuch über die Linie. Auch der eingewechselte Thomas Müller und Götze sorgten zwar nicht mehr für das große Brasilien-Gefühl, zumindest der Endspiel-Held verhinderte mit dem 2:4 noch die höchste Niederlage der Löw-Ära (0:3 gegen Tschechien im Oktober 2007).

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