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ARTS-Kulturförderpreise an Leonie Hadulla und Ensemble Sparz

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Die 14 jungen Damen des Gesangsensembles »Exemble Sparz« mit dem Song »Stand together« auf der Bühne. (Fotos: Giesen)
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Unser Bild zeigt von rechts die Vorsitzende von ARTS, Sigrid Ackermann, daneben die Vertreter der Sponsoren – der Präsident des Lions Clubs Traunstein, Konrad Baueregger, Marc Stocker von der Middeler Kulturstiftung Prien und die Fagottistin und Preisträgerin Leonie Hadulla.

Wichtigstes Ereignis der ARTS-Kulturfördervereinigung war wie seit 26 Jahren alljährlich die Verleihung des ARTS-Kulturförderpreises im voll besetzten Großen Saal des Traunsteiner Rathauses. Preisträger sind die Traunsteiner Fagottistin Leonie Hadulla und die Gesangsgruppe Exemble Sparz, 14 ehemalige Schülerinnen der Mädchenrealschule Maria Ward in Sparz, Traunstein.


Unter tosendem Applaus überreichte die ARTS-Vorsitzende Sigrid Ackermann, den Preisträgern die jeweils mit 1000 Euro dotierten Preise und Urkunden zusammen mit dem Präsidenten des Lionsclubs Traunstein, Konrad Baueregger und Marc Stocker, dem Vertreter der Middeler Kulturstiftung Prien.

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Bei wunderschön gespielten Sätzen aus Johann Sebastian Bachs Partita a-Moll bewies Leonie Hadulla für jeden offenkundig, dass sie den Preis hoch verdient erhielt. Geboren 1995 in einer bekannten Traunsteiner Musikerfamilie, beschäftigte sie sich seit ihrem 7. Lebensjahr mit Musik, lernte damals schon Violine und Viola. Mit 12 Jahren bekam sie zum ersten Mal Fagottunterricht, die sie mit Studien in München und Weimar fortsetzte. Außerdem beteiligte sie sich an Meisterkursen und Jugendorchestern.

Derzeit studiert Leonie Hadulla an der Folkwang Universität der Künste in Essen und ist Stipendiatin der Orchesterakademie der Essener Philharmonie. Ihr Ziel ist es Orchestermusikerin zu werden.

Auch den Werdegang der zweiten Preisträger des Abends, des »Exemble Sparz« stellte Sigrid Ackermann vor. Alle 14 jungen Damen sind ehemalige Schülerinnen in Sparz, die regelmäßige Gesangsstunden erhielten und von ihrer Musiklehrerin Margret Zahnbrecher in der Schule und hinterher regelmäßig zusammen sangen. In Traunstein und Umgebung erwarben sie sich durch verschiedene Auftritte bei Veranstaltungen bereits einen guten Ruf. Erst kürzlich gaben sie zusammen mit den »Leprechaun-Players« unter Patrick Pföß im Pfarrsaal von Sankt Oswald, Traunstein, ein sehr gut besuchtes, unterhaltsames Konzert. Auch das Publikum im Rathaussaal wurden mitgerissen von den fröhlichen Songs und einem Klatschsong mit rhythmisch gar nicht so einfachen Bewegungen, die aber hervorragend klappten.

Mit herzlichen Grußworten hieß Oberbürgermeister Christian Kegel die Preisträger und alle Gäste willkommen. Er gab seiner Freude Ausdruck über den ARTS-Kulturförderpreis, der ein wichtiges, unverzichtbares Instrument der Talentförderung in der Region sei und das kulturelle Leben der Stadt Traunstein in unvergleichlicher Weise bereichere.

Der stellvertretende Landrat Josef Konhäuser, selbst von Anfang an Mitglied von ARTS und Förderer, gratulierte den jungen Künstlern auch im Namen von Landrat Siegfried Walch. Neben den jungen Künstlern dankte er im Besonderen dem großen Engagement der Mitglieder der ARTS-Kulturfördervereinigung, allen voran ihrer Vorsitzenden Sigrid Ackermann. Ebenso würdigte er das große Engagement der Sponsoren, dem Lionsclub Traunstein und der Middeler Kulturstiftung Prien, die seit über zehn Jahren für die finanzielle Ausstattung der Auszeichnung sorgen.

Festrede »Im Anfang war der Sinn«

Eine anspruchsvolle Festrede zum Thema »Syntax und Logos« hielt der Musiker und Komponist Patrick Pföß, der selbst im Vorstand von ARTS mitarbeitet. Er sprach über die Arbeit und das Handwerkszeug eines Komponisten, das gewissermaßen die unverzichtbare Syntax ist. Auf Logos aber ging er näher ein – vom Griechischen ins Deutsche übersetzt Wort oder Sinn, wobei noch viele andere Übersetzungen möglich wären. Ausgehend vom Beginn des Johannesevangeliums »Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott« übersetzte er Logos mit Sinn und übertrug es auf die Kunst. Denn »Kunst macht Sinn« und »Kunst schafft Sinn«.

Für ihn als Komponisten bedeute dieser wichtige Satz, dass die Vollkommenheit eines Werkes nicht durch von ihm selbst beeinflussbare Vorgänge geschehen könne. »Erst durch die Aufgabe meines persönlichen Ausdrucks zugunsten einer überpersönlichen Wirklichkeit, die ich zweifelsohne permanent hinterfragen muss, versuche ich auf eine Ebene zu kommen, in der ein universeller Sinn entsteht«. Macht also Kunst Sinn? Nein! Der Sinn macht Kunst! Im Anfang war der Sinn!«, schloss der Komponist seine von viel Applaus gefolgte Festrede. Der schöne Festabend endete mit angeregten Gesprächen der Gäste.

Christiane Giesen

Andrea Lissoni von der Tate Modern in London wird künstlerischer Leiter im Haus der Kunst in München. Der Kunsthistoriker und Kulturmanager werde seine Arbeit am 1. April 2020 aufnehmen, teilte Kunstminister Bernd Sibler mit. Lissoni sei in der Museumswelt international sehr gut vernetzt und erfahren im Management von Kunstinstitutionen. Zudem besitze er einschlägige inhaltliche Expertisen in der modernen und zeitgenössischen Kunst.

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