weather-image
22°

ARTS-Kulturfördervereinigung besteht seit 25 Jahren

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Mit einem Glas Sekt stieß die Vorstandschaft der ARTS-Kulturfördervereinigung auf ihr 25-jähriges Bestehen an, von links Beirat Patrick Pföß, Kassier Volkmar Niedergesäß, erste Vorsitzende Sigrid Ackermann und ihre Stellvertreter Imke von Keisenberg und Thomas Pensler. (Foto: Giesen)

Ganz im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums der ARTS-Kulturfördervereinigung stand die Mitgliederversammlung im Parkhotel in Traunstein.


Die erste Vorsitzende Sigrid Ackermann gab anhand von Lichtbildern einen eindrucksvollen Rückblick über die Arbeit in dem vergangenen Vierteljahrhundert. Anlass für die Gründung von ARTS 1992 war die Umgestaltung der 1687 erbauten und 1986 profanierten Kapuzinerkirche zu einem vielseitig zu nutzenden, repräsentativen Veranstaltungsraum. Erste Schritte der Sanierung des ruinösen Inneren waren damals die Trockenlegung und der Verputz der Wände, der Einbau eines Kellers unter dem Altarraum und die Elektrifizierung, sodass im Oktober 1993 erstmals der »Kunstraum Klosterkirche« für eine Ausstellung genutzt werden konnte.

Anzeige

1998 erhielt ARTS die Bayerische Denkmalschutzmedaille für ihre Verdienste. Im Laufe der Jahre fanden viele Ausstellungen mit überregional bedeutenden Künstlern sowie hochkarätige Konzerte wie der Traunsteiner Musiksommer und später der Chiemgauer Musikfrühling statt. Herausragendes Ereignis ist der alljährlich verliehene Kulturförderpreis an junge Künstler.

Klosterkirche-Investitionen zukunftsorientiert

»Die Arbeit als Kulturförderungsvereinigung war und ist nur möglich dank der rund 150 treuen Vereinsmitglieder und dem vielfältigen Engagement von Kulturbegeisterten und finanziellen Unterstützern«, resümierte Ackermann. Bei den Diskussionen der letzten Zeit zur Traunsteiner Stadtentwicklung »fühlten sich die Klosterkirchenfreunde bedrängt«, stellte die Vorsitzende fest, aber wieder hätten sich viele Helfer gefunden, die unmissverständlich zeigten, dass die Investitionen für die Klosterkirche zukunftsorientiert sind.

Oberbürgermeister Christian Kegel gratulierte zu der »hoch erfolgreichen« Arbeit von ARTS, die mit ihrem vielfältigen Programm eine ganz außergewöhnliche Leistung für Traunstein bedeuten. Der Zeitablauf für die gerade begonnenen Umbauarbeiten zum Kulturzentrum (wir berichteten) werde sicher eingehalten, sodass im Herbst 2018 mit der Wiedereröffnung gerechnet werden könne, versprach Kegel. Bei den auch für ihn nervenaufreibenden Diskussionen vor dem Umbau sei »das klare Votum in Wort und Tat« vieler Menschen für die Klosterkirche zum Beispiel in Leserbriefen und Spenden sehr hilfreich und extrem wichtig gewesen, so Kegel. Derzeit werde ein Nutzungskonzept für die Klosterkirche nach dem Umbau ausgearbeitet, das vom Stadtrat beschlossen werde. Er bat um Verständnis, dass er zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts Genaueres darüber sagen könne. ARTS werde aber in jedem Fall ein unverzichtbarer, wichtiger Partner bleiben.

Zum Freudentag des 25-jährigen Bestehens von ARTS gratulierte auch der stellvertretende Landrat Josef Konhäuser im Namen des Landkreises. Die Kulturfördervereinigung sei durch ihre engagierte Arbeit und außergewöhnlich hochkarätigen Veranstaltungen weit über die Grenzen der Stadt Traunstein bekannt. Er freute sich, dass auch der Landkreis für die Übergangsphase der Bauzeit Veranstaltungsräume zur Verfügung stellen könne, zum Beispiel für die Traunsteiner Sommerkonzerte, die im Landratsamt stattfinden.

Rückblick auf 2016 und Vorschau auf 2017

Die Vorsitzende gab einen kurzen Rückblick über den Verlauf des Jahresprogramms 2016. Die Klosterkirche sei kontinuierlich gut ausgelastet gewesen, zum Beispiel durch 28 Musikveranstaltungen auch für Kinder und Jugendliche, vier großen, ganz unterschiedlichen Ausstellungen oder dem sehr beliebten Seniorennachmittag der Stadt Traunstein. Letzte Veranstaltung in der Klosterkirche in diesem Jahr vor den großen Umbauarbeiten war die Ausstellung des berühmten zeitgenössischen amerikanischen Malers Marcus Jansen. Gezeigt wurden seine überdimensional großformatigen Tafelbilder unter dem Titel »Aftermath« (amerikanische Bezeichnung für die Zeit nach 9/11).

Für dieses Jahr sei es nicht immer leicht gewesen, Ersatzräume zu finden, so die Vorsitzende. Ein Kammerkonzert gab es jedoch bereits im Pfarrsaal von St. Oswald. Der Chiemgauer Musikfrühling findet in der Aula des Annette-Kolb-Gymnasiums und des Chiemgau-Gymnasiums statt, außerdem vier Jamsessions in Traunsteiner Gaststätten sowie Konzerte in Seeon und dem Sawallisch-Haus in Grassau. Nach den Traunsteiner Sommerkonzerten im Landratsamt wird die ARTS Akzente Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie in der Alten Wache im Rathaus gezeigt. Die Verleihung des ARTS Kulturförderpreises wird am Mittwoch, 11. Oktober, in der Aula des Annette-Kolb-Gymnasiums stattfinden. Noch steht nicht fest, wer Preisträger wird.

Wichtiger Tagesordnungspunkt war die einstimmige Änderung der Satzung, bei der Altoberbürgermeister Fritz Stahl und Wolfgang Giese mitgeholfen hatten. Wie Volkmar Niedergesäß erklärte, waren lediglich kleinere Änderungen der Formulierungen notwendig, um die Anerkennung der Gemeinnützigkeit des Vereins weiter zu erhalten. Während es beim Satzungszweck bisher geheißen hatte, »der Verein fördert das Kulturleben in Traunstein«, heißt es nunmehr »Zweck des Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur. Der Satzungszweck wird verwirklicht, insbesondere durch die Förderung des Kulturlebens in Traunstein.« Nach dem Kassenbericht von Volkmar Niedergesäß und dem Kassenprüfbericht von Heinz Georg Plikat und Miguel Moritz wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet. gi