Attraktivität von Kammer und Rettenbach stärken

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Am Tag der Bürgerversammlung in Kammer war es acht Jahre, vier Monate und neun Tage her, dass das Junihochwasser 2013 die Straße Kaltenbach-Aiging beschädigt hat. Saniert worden ist sie seither nicht.

Traunstein – Ein wichtiges Anliegen für Oberbürgermeister Christian Hümmer, für den Stadtrat und die Verwaltung ist die Stärkung des ländlichen Raums. Das zeigt sich unter anderem in der bis 1972 selbstständigen Gemeinde Kammer, die in den vergangenen Jahren als Standort für die Grundschule sowie für die vorschulische Erziehung und Betreuung erheblich gestärkt worden ist. Die Attraktivität des Stadtteils wird weiter steigen, wenn die geplante Turnhalle in den kommenden Jahren gebaut wird. In der Bürgerversammlung im Gasthaus zur Post in Kammer informierte das Stadtoberhaupt über Themen aus der Kernstadt sowie aus Kammer-Rettenbach und stellte sich den Fragen der Bürger.


Eine davon betraf die Ausweisung von Bauland, denn die Nachfrage, vor allem von Familien, steige stetig. Hümmer sagte dazu, man sei in guten Verhandlungen. Konkretes könne er aber erst sagen, wenn diese abgeschlossen sein werden. In den vergangenen Jahren sei viel Geld für die Stärkung von Familien, Kindern und Schule nach Kammer geflossen. Nach Weihnachten soll der Schulbetrieb im grundlegend renovierten Schulhaus wieder aufgenommen werden. Im Zusammenhang mit den Gebäuden für Bildung und Erziehung betreibe man auch ganz konkret Klimaschutz. Mit einer Hackschnitzelheizung in Kammer würde man zum Beispiel den regionalen Wirtschaftskreislauf nachhaltig stärken.

In seinem Bericht, in dem Pressereferentin Agnes Giesbrecht als Fragestellerin und Stichwortgeberin fungierte, betonte der Oberbürgermeister, man wolle das Dorf bzw. den Stadtteil so aufbauen und stärken, dass er Zukunft habe.

In der kurzweiligen und informativen Fragerunde ging Hümmer auf die wichtigsten Themen der Stadtpolitik ein. Darüber wurde bereits in der Mittwochsausgabe ausführlich berichtet. Die knapp 50 Besucher der Versammlung beteiligten sich anschließend rege an der Fragerunde, in der es noch einmal um Themen ging, die in erster Linie Kammer und Rettenbach betreffen. Zunächst wurde dabei um die Erweiterung des Standortübungsplatzes erörtert. Dem Bau der Übungsbahn für Geländefahrzeuge werde die Stadt nicht zustimmen, versicherte der Oberbürgermeister. Helfen werde das allerdings nichts, denn die Regierung von Oberbayern als über-geordnete Behörde werde die Zustimmung wohl nicht verweigern.

Zum wiederholten Mal wurde die Frage gestellt, ob es nicht möglich sei, den Stadtteil Langmoos an die Rufbuslinie anzubinden. Hans Brandstätter berichtete, dass das bisher immer mit der Begründung abgelehnt worden sei, man würde dann einen zweiten Bus benötigen. Das könne er sich nicht vorstellen, denn die Fahrzeit von Alterfing nach Langmoos betrage kaum zehn Minuten.

Herbert Geppert freute sich, dass die Busparkbucht an der Kreisstraße bei Schule und Kindergarten in so kurzer Zeit gebaut worden sei. Er wollte wissen, ob dort das Parken außerhalb der Betriebszeiten erlaubt sei. Am Sonntag, wenn kein Linienbus fährt, dürfte das kein Problem sein, hieß es dazu. Max Hiebl wollte wissen, ob auch ein Schulbushäuschen vorgesehen sei. Das bejahte das Stadt-oberhaupt, räumte gleichzeitig ein, dass es noch dauern könne, bis der staatliche Zuschuss bewilligt sei. Eher dürfe man nicht bauen, denn für ein bereits fertiggestelltes Bushäuschen gebe es keinen Zuschuss mehr.

Hans Baumgartner sprach die längst überfällige Sanierung der Straße zwischen Kaltenbach und Aiging an. Hümmer räumte ein, dieses Thema sei »nicht ganz einfach«. Seitens der Tiefbauabteilung hieß es in der Versammlung, die Sanierung wäre längst erfolgt, wenn sie einfach und kostengünstig wäre. Man wolle jetzt den Kraftwerksbetreiber ins Boot holen, denn es gehe darum, »den Kaltenbach in sein ursprüngliches Gerinne zurückzuführen«.

Kritisiert wurde daraufhin, dass die Kriterien einfach und kostengünstig nicht ausschlaggebend für einen Bau sein dürften; schon gleich gar nicht, wenn das Problem so lange bekannt sei. Der Schaden sei vor acht Jahren, vier Monaten und am Tag der Bürgerversammlung neun Tagen entstanden. Die beiden Vorgänger Hümmers seien nicht in der Lage gewesen, es in ihren Amtszeiten zu lösen. Man hoffe nun, dass es jetzt dem amtierenden Stadtoberhaupt gelingen möge. Der deutete an, dass die Stadt die Angelegenheit im kommenden Jahr erledigen will.

Es gab noch weitere Fragen in der Versammlung, die nach Ansicht mehrerer Bürger nicht nur kurzweilig und informativ war, sondern auch ein angenehmes Wir-Gefühl zwischen Politik und Bürgern vermittelte. Eine betraf die neue Sirene und deren penetranten Signalton, eine andere einen gefährlichen Mountainbikeweg bei Kaltenbach.

Werner Liedtke ging auf die im Rahmen der Bürgerversammlung geschilderte Wohnungsknappheit im Stadtbereich ein. Wo will man die Studenten unterbringen, die den neuen Campus besuchen werden, lautete seine Frage. Hümmer antwortete, der Landkreis plane auf dem Campusgelände auch Unterkünfte für Studenten. Sowohl die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises als auch die, welche die Stadt gründe, wollten darauf achten, auch kleine Wohneinheiten für Studenten anzubieten.

– K.O.-