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»Auf den Groove kommt es an«

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Die Musikrevue »Motown – Die Legende« nahm die Zuschauer im Traunreuter k1 mit auf eine musikalische Zeitreise. (Foto: Heel)

Mit Volldampf zurück in die Jahre, als Künstler wie »The Supremes«, »Martha Reeves & The Vandellas«, »The Temptations«, »The Four Tops«, Marvin Gaye oder Stevie Wonder einen Hit nach dem anderen hatten, hat die Musikrevue »Motown – Die Legende« ihr Publikum im nur mäßig besetzten Saal des Traunreuter k1 entführt.


Kreativer Kopf dieses Höhenflugs schwarzer Musik, auch Detroit Sound genannt, war der 1929 in Detroit geborene Berry Gordy. Mit 800  Dollar Startkapital stieg der Songschreiber und ehemalige Ford-Arbeiter und Boxer 1959 ins Musikgeschäft ein und gründete in Detroit die Plattenfirma Motown (Abkürzung für Motor Town). Mit der wollte er schwarze Musik (auch) für Weiße machen, die vor allem eines sein musste: hitparadentauglich. Der Erfolg gab ihm recht: Von 1961 bis 1971 brachte es das Detroiter Label auf sage und schreibe 110 Top-Ten-Hits, von denen nicht wenige die Spitze der Charts eroberten.

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Entsprechend standen im ersten Teil der Revue Berry Gordys Anfänge im Mittelpunkt, inszeniert wie ein Theaterstück. Die zwei Sängerinnen und drei Sänger spielten eine aufstrebende Gesangsgruppe, die, begleitet von einer fünfköpfigen Band, in einer Garage für einen Auftritt probt. Zwischen den Liedern erzählten sie häppchenweise von Gordy: Wie er mit den 800 Dollar die Anzahlung auf ein kleines Haus leistete, wo er die Garage in ein Aufnahmestudio und die Küche in den Regieraum umwandelte – und als Zeichen dafür, was daraus werden sollte, über der Eingangstür ein Schild mit der Aufschrift »Hitsville USA« anbrachte.

Im zweiten Teil fand dann der geprobte Auftritt statt: Die fünf Sänger präsentierten so stimmgewaltig wie temperamentvoll eine Auswahl der schönsten und bekanntesten Lieder der Motown-Berühmtheiten. Balladen wechselten sich mit temporeichen Songs ab, satte Klänge und treibende Rhythmen rissen das Publikum mit.

So fühlten sich die Zuhörer auf Anhieb zurückversetzt in die 60er Jahre mit Hits wie »Stop! In The Name Of Love« (Supremes), »Get Ready« (»The Temptations«) oder »In The Midnight Hour« (Wilson Pickett), getragen von anspruchsvollen Arrangements und einer ausgeklügelten, unglaublich facettenreichen Choreografie. Optimiert von der charmanten Präsenz der Künstler wurde so bald schon eifrig mitgeklatscht und mitgeswingt, bis es weit vor Schluss niemanden mehr auf den Sitzen hielt. Denn wie sagte schon Berry Gordy: »Auf den Groove kommt es an.« Wolfgang Schweiger