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Friederike Duetsch und Maria Bittel nehmen ihr Publikum mit in die 20er Jahre

Auf musikalischer Zeitreise

Eigentlich kriegt man nie genug von Friederike Duetsch und Maria Bittel, wenn sie wieder einmal ein tolles Programm auf die Füße gestellt haben und ihr Publikum musikalisch in die Zeit der 20er Jahre mitnehmen. Denn die Zeitreise gelingt jedes Mal perfekt – in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS waren nun nicht die Frauen, sondern die Männer »dran«, über die sich Friederike Duetsch und Maria Bittel an diesem Abend ausließen.

»Die Herren Männer«: Maria Bittel (links) und Friederike Duetsch ließen mit Musik und Literatur die 20er Jahre im Traunsteiner NUTS wieder lebendig werden. (Foto: Heigl)

Die musikalische Ausdrucksweise dieser Zeit ist nicht so abwechslungsreich, es sind vor allem die Texte, die faszinieren, manchmal roh, mit einem Stich ins Ordinäre, und dem ganz speziellen Glamour dieser Zeit. Interessant auch, dass fast durchwegs Männer die Texte verfasst und die Musik komponiert haben.

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An diesem Abend wirkte nichts aufgesetzt. Friederike Duetsch verkörperte die »Femme fatale«, die frivole, naive oder berechnende Frau dieser Zeit, die so unglaublich dekadent, aber auch voller Fallstricke war. Die ausgebildete Sängerin versteht sich außerordentlich auf die vielfältigen Facetten ihrer Darstellungskunst. Alles – die Bewegung, die Stimme, die Sprache – sitzt passgenau, ihre inszenierte Bühnenfigur ist von der ersten bis zur letzten Minute die Hauptdarstellerin. Friederike Duetsch weiß musikalisch ebenso in ernsteren Musikgefilden das Publikum zu begeistern, doch nirgends ist sie so überzeugend, wie in diesem speziellen Genre.

Gekoppelt mit den geistreichen, witzigen und intelligenten Betrachtungen von Schriftsteller-Größen wie Joachim Ringelnatz, Erich Kästner, Kurt Tucholsky oder Mascha Kaleko, die Maria Bittel zwischen den Liedern vortrug und sich dabei nicht hinter professionellen Sprechern zu verstecken brauchte, bot der Abend über die Musik hinaus auch sorgfältig ausgesuchte Literatur. Mit Liedern wie »Jonny, wenn du Geburtstag hast« von Friedrich Hollaender oder »Heute war ich bei der Frieda« von Jim Cowler (Text: Fritz Rotter), »Ich kann den Novotny nicht leiden« und »Ich bin eine Frau für die Liebe«, die Maria Bittel am Klavier mit feiner Präsenz begleitete, begeisterten die beiden Frauen das Publikum.

Das ließ die Frauen natürlich nicht ohne Zugabe von der Bühne. Mit dem Chanson »Männer muss man loben« von Barbara Schöneberger gelang ihnen ein eleganter Sprung in die Gegenwart. Barbara Heigl