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Aufhebung des Geh- und Radwegs in der Stanggaß: »Plötzlich war er weg«

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Bischofswiesen: Ärger über Wegfall des Geh- und Radwegs in der Stanggaß
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In der Engedey gibt es eine Querungshilfe am Bachmannweg. Dort fehlt allerdings die Beschilderung für Radfahrer. Ludwig Hochreiter forderte in der Gemeinderatssitzung ein Radwegeschild an der Querungshilfe. (Foto: Christian Wechslinger)

Bischofswiesen – Der kombinierte Geh- und Radweg aus Richtung Bad Reichenhall endet seit Kurzem in der Stanggaß. Die Bischofswieser Gemeinderäte haben sich in der Aussprache am Dienstag über diese Maßnahme geärgert. Bürgermeister Thomas Weber fühlte sich sogar hintergangen. Zudem ist die Radwegbeschilderung in der Engedey angesprochen worden.


Hans Metzenleitner (SPD) wollte über den abgeschafften Radweg in der Stanggaß diskutieren. »Plötzlich war er weg. Nun müssen Radfahrer auf die Staatsstraße ausweichen. Die derzeitige Situation kann ich auf Dauer nicht hinnehmen. Wie kann man Abhilfe schaffen?«, fragte der Sozialdemokrat.

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Die Situation ist laut Bürgermeister Thomas Weber schwierig, denn die Untere Verkehrsbehörde hat den Radweg aufgehoben. »Diese Maßnahme ist mit uns nicht abgestimmt worden«, beklagte der Rathauschef. Weber könne nur weitergeben: »Der bauliche Zustand des Radweges in diesem Abschnitt ist mangelhaft, besitzt nicht die erforderliche Breite und in manchen Bereichen ist auch keine Absturzsicherung vorhanden.«

Der Bürgermeister habe bereits mit dem Landratsamt Kontakt aufgenommen. Er will nicht, dass der Radweg bei einer gut befahrenen Staatsstraße endet. Weber versicherte: »Wir bleiben dran und fordern einen Ortstermin.«

Oliver Schmidt (CSU) teilte Metzenleitners Ansicht. Er schlug vor, man könne die Staatsstraße verschmälern, sodass der kombinierte Geh- und Radweg breiter wird. Dadurch werde auch der Verkehr auf der Staatsstraße etwas beruhigt. Doch zunächst müsse man mit dem Straßenbaulastträger in Kontakt treten, so Schmidt. »Genau diesen Vorschlag habe ich mit Baudirektor Martin Bambach besprochen«, sagte der Rathauschef. Man wolle die Staatsstraße so weit verschmälern, dass der Weg breit genug zum Befahren ist.

Darüber hinaus ging Bernd Moderegger (CSU) auf die Gefahren des kombinierten Geh- und Radwegs ein. »Die Rennradfahrer sind inzwischen mit bis zu 40 km/h unterwegs. Ich sehe das als eine große Gefahr für die Fußgänger. Kann man hierfür eine Geschwindigkeitsbegrenzung festlegen?«, fragte er.

Weber fand es ungewöhnlich, in diesem Zusammenhang über eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu sprechen. Schließlich könne man eine Spur für Radfahrer und eine für Fußgänger anlegen, wenn der Weg breit genug ist. Außerdem würden Rennradfahrer sowieso die Straße bevorzugen.

Ludwig Hochreiter (CSU) thematisierte die Radwegbeschilderung an der B 20 in der Engedey. Obwohl es inzwischen eine Querung am Bachmannweg für Radfahrer gibt, steht erst einige Hundert Meter weiter, auf Höhe von »Raumausstattung Kastner«, ein Radwegschild. »Die Radfahrer müssen vom Radweg auf die Straße weichen, nur um sich einige Hundert Meter weiter wieder auf einem Radweg einzuordnen«, sagte Hochreiter. »Wir werden es dem Baulastträger weitergeben«, sagte Thomas Weber. Patrick Vietze