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Aufmarsch auf dem Stadtplatz: 63 junge Soldaten legten Gelöbnis ab

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Rekruten des Gebirgsjägerbataillons 232 aus Bischofswiesen legten auf dem Traunsteiner Stadtplatz bei teils strömendem Regen ihr Gelöbnis ab. (Foto: Wittenzellner)
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Die Bischofswieser Gebirgsjäger legten am Freitag auf dem Traunsteiner Stadtplatz ihr Gelöbnis ab. Foto: Wittenzellner

Traunstein – »Stillgestanden! Augen nach rechts! Rührt euch!« Militärische Kommandos schallten am Freitagvormittag über den Traunsteiner Stadtplatz. 63 Rekruten des Gebirgsjägerbataillons 232 aus Bischofswiesen legten dort ihr feierliches Gelöbnis ab und bekundeten ihre Treue zur Bundesrepublik und zum Dienst in der Bundeswehr.


Nach einem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche, den einzelne Rekruten mitgestaltet hatten, marschierten die Rekruten des Gebirgsjägerbataillons vom Maxplatz auf den Stadtplatz. Dort warteten geladene Gäste, die Familien und Freude der Rekruten, und auch so manch interessierter Bürger wohnte der Zeremonie trotz teilweise kräftigen Regens und nass-kalten Wetters bei.

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Oberbürgermeister Christian Kegel betonte, dass das öffentliche Gelöbnis auch für Traunstein ein besonderes Ereignis sei – noch dazu vor dem Hintergrund der bis 1997 dauernden, 40-jährigen Geschichte als Garnisonsstadt. »Wertschätzung und Anerkennung durch die Öffentlichkeit sind wichtig für die Soldaten«, betonte er auf die eigene Bundeswehrzeit zurückblickend. Die jungen Soldaten übernähmen in besonderer Weise Verantwortung für Deutschland, träten für die Demokratie ein, sicherten Frieden und wahrten Menschenrechte. »Das verdient unsere Anerkennung und Hochachtung.«

Rekrutensprecher Markus Sanktjohanser erzählte von den Erfahrungen, Träumen, Hoffnungen und Sorgen der jungen Soldaten und packte die Gedanken in einen langen Text, der in ein Lied gegossen werden solle. Eine »neue Welt«, die sie erkunden, kombiniert mit Stolz, dem kameradschaftlichen Zusammenhalt untereinander, Ängsten, Entbehrungen und Anstrengungen hätten sie bereits erlebt und würden auf sie warten. Und auch der bewusst und freiwillig gezahlte Preis des Verlassens von Familie und Freunden durften in dem Liedtext nicht fehlen. Aus Überzeugung betonte er stellvertretend für seine 62 Jäger-Kollegen: »Wir stehen voller Stolz vor Ihnen, denn wir dienen Deutschland gemeinsam.«

»Die Durchführung des feierlichen Gelöbnisses in der Öffentlichkeit hier in Traunstein ist ein sichtbarer Ausdruck der Integration unserer Streitkräfte in die Gesellschaft«, sagte Oberstleutnant Martin Sonnenberger. Daneben zeige es die besondere Verbundenheit der Gebirgsjäger mit der Region. Er blickte zurück auf den 20. Februar 1997, als sich in Traunstein die Soldaten von der ehemaligen Garnisonsstadt verabschiedeten. Man knüpfe jetzt an die Geschichte an. Er dankte für die Bereitschaft der jungen Rekruten sich in den Dienst der Bundeswehr zu stellen.

Der Bataillonskommandeur betonte, dass sich die Bundeswehr in den 63 Jahren ihres Bestehens aufgrund wechselnder sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen grundlegend verändert habe. Es gelte aber immer der Grundsatz, Leben in Freiheit, Wohlstand und Frieden zu bewahren und wo nötig auch zu verteidigen. Im kommenden Jahr werde das Gebirgsjägerbataillon wieder in Mali einen Beitrag zur Sicherheit und Stabilität leisten, zeigte Sonnenberger die kurzfristigen Planungen auf.

Die Rekruten würden nun nach knapp zwei Monaten Grundausbildung den ersten wichtigen Ausbildungsabschnitt erfolgreich abschließen. Er hoffe, dass man sie für eine längere Dienstzeit in der Bundeswehr begeistern könne. »Leisten Sie ihren Dienst als Gebirgsjäger professionell, ordentlich und bescheiden und tragenSsie die Bergmütze mit Stolz.«

Im Nachgang gelobten die Rekruten in einer kurzen und feierlichen Zeremonie, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volks tapfer zu verteidigen. Die Soldaten ließen abschließend den Schlachtruf der Gebirgsjäger erschallen. Dem folgte das gemeinsame Singen der Bayernhymne und der Deutschen Hymne, die wie alle weiteren musikalischen Beiträge vom Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr aus Garmisch-Partenkirchen gespielt wurden.

Nach dem Gelöbnis trafen sich geladene Gäste auf Einladung der Stadt Traunstein zum Stehempfang im Rathaus und trugen sich in das Ehrenbuch der Stadt ein. Oberstleutnant Sonnenberger zeigte sich dabei von der großen Fahnenabordnung von Vereinen und Organisationen in Traunstein begeistert: »Ein eindrucksvolles Bild. Sie haben die Messlatte für künftige Gelöbnisse hoch gelegt.« awi