Auftakt mit Friedrich Schillers »Kabale und Liebe«

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Mit dem Fach Deutsch begannen am gestrigen Donnerstag die schriftlichen Abiturprüfungen an der Staatlichen Fachoberschule und Berufsoberschule (FOSBOS) Traunstein.

Traunstein – Mit der Interpretation von literarischen Texten aus der Feder von Stefan Zweig und Friedrich Schiller haben am gestrigen Donnerstag die schriftlichen Prüfungen an der Staatlichen Fachoberschule und Berufsoberschule (FOSBOS) Traunstein begonnen. 402 Schüler nehmen Kurs auf das Abitur. Die schriftlichen Prüfungen gehen bis einschließlich Mittwoch.


Zum Auftakt mussten die die Prüflinge ihre Kenntnisse im Fach Deutsch unter Beweis stellen. Aus vier Textaufgaben hatten sie eine auszuwählen. Wer sich für »Materialgestütztes Argumentieren« entschied, war angehalten, sich in den Text »Völlig von den Sockeln« von Jonas Anderson zu vertiefen, der 2020 erschien. Schülern, die das »Interpretieren eines literarischen Textes« bevorzugten, oblag die Aufgabe, sich mit den Gedichten »An sich« von Paul Fleming (1609-1640) und »Hoffnung« von Charlotte Ahlefeld (1777-1849) zu befassen – oder aber auch mit einem Ausschnitt aus Stefan Zweigs (1881-1942) Roman »Ungeduld des Herzens« beziehungsweise mit der siebten Szene des ersten Aktes von Friedrich Schillers (1759-1805) bürgerlichem Trauerspiel »Kabale und Liebe«.

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»Alles lief ruhig und diszipliniert«, freute sich Schulleiterin Barbara Spöttl über einen guten Start in die schriftlichen Prüfungen. Die Schule habe der Corona-Pandemie Tribut gezollt und sichere Vorkehrungen für einen reibungslosen Ablauf der Prüfungen getroffen. So habe sie sich schon vor einiger Zeit entschlossen, die angehenden Abiturienten zu teilen: Während rund 90 von ihnen während der Prüfung in der Turnhalle sitzen, sind die anderen über das Schulhaus gruppiert. So sei der Start am gestrigen Donnerstag ausgefallen – und die Teilung werde auch dann erfolgen, wenn die weiteren schriftlichen Prüfungen auf dem Programm stehen.

Auf Deutsch folgt am heutigen Freitag das sogenannte Profilfach, das – je nach Zweig, den der Schüler gewählt hat – etwa Physik, Betriebswirtschaftslehre oder auch etwas anderes sein kann. Am Montag ist Englisch zu bewältigen und am Dienstag Mathematik. Nur zwei Schüler gehen dann am Mittwoch in die Ergänzungsprüfung zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife.

In rund drei Wochen werden die Abiturprüfungen laut Oberstudiendirektorin Spöttl korrigiert sein. Auf der Grundlage ihrer Noten können sich die Schüler dann entscheiden, freiwillig noch mündliche Prüfungen abzulegen – etwa um den Gesamtschnitt zu verbessern. Die Zeugnisübergabe erfolgt schließlich am Freitag, 23. Juli. Den Schülern werde dann, wie Spöttl sagt, ein roter Teppich ausgerollt. »Sie überschreiten ihn und bekommen ihr Zeugnis.«

An der Staatlichen Fachoberschule und Berufsoberschule Traunstein legen heuer 390 Schüler ihre Prüfung ab. Davon wollen 310 die Fachhochschulreife, acht die fachgebundene Hochschulreife und 72 die allgemeinen Hochschulreife erreichen. Hinzukommen außerdem zwölf Externe, die die allgemeine Hochschulreife ins Visier nehmen.

Mündliche Prüfungen an den Gymnasien

Schon weit fortgeschritten sind die Prüfungen an den den Gymnasien im Landkreis Traunstein. Rund 450 Schüler nehmen in diesem Jahr die allgemeine Hochschulreife ins Visier. Nach den schriftlichen Prüfungen laufen in diesen Tagen die mündlichen.

Drei Gymnasien stehen in der Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises Traunstein. Am Annette-Kolb-Gymnasium Traunsteinnehmen 56 Schüler Kurs auf das Abitur, am Chiemgau-Gymnasium Traunstein131, am Hertzhaimer-Gymnasium in Trostberg 63 und am Johannes-Heidenhain-Gymnasium Traunreut51. Zudem greifen in den weiteren Gymnasien im Landkreis Traunstein so viele Prüflinge nach der allgemeinen Hochschulreife: am Gymnasium Landschulheim Marquartstein61, am Gymnasium Landschulheim Ising 53 und am Gymnasium Schule Schloss Stein 15.

Auch an den Gymnasien sind nach der Notenbekanntgabe am Ende noch freiwillige mündliche Prüfungen möglich. Die Verleihung der Abiturzeugnisse erfolgt schließlich am Freitag, 16. Juli.

Nach 2020 ist auch 2021 wieder ein besonderes Jahr: Das Abitur ist unter den Auflagen abzulegen, die der Staat zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgegeben hat. Besonders gefordert sind auch heuer wieder die Schüler – wie auch die Lehrer. »Besonders herausfordernd war die Organisation der Abiturprüfungen unter Pandemiebedingungen, die im Vorfeld noch mehr Planungsaufwand als üblich erforderte«, sagte Stefanie Fischer, Pressereferentin im Landratsamt. Und weiter meinte sie: »Generell waren es für die gesamte Schulfamilie zwei herausfordernde Schuljahre.«

Landrat Siegfried Walch sei es »ein besonderes Anliegen, dass allen jungen Menschen beste Bildungs- und Teilhabechancen vor Ort in ihrer Heimat ermöglicht werden«. Wenn dann noch wahre Bestleistungen in den Prüfungen geschrieben werden, sei es Tradition, dass diese Schülerinnen und Schüler durch den Landrat geehrt werden. Walch werde wie letztes Jahr auch heuer wieder eine Ehrenurkunde ausstellen. Aufgrund der Ausnahmesituation werde aber auf ein persönliches Zusammenkommen im Sinne des Gesundheitsschutzes verzichtet. Die Urkunde und das Geldpräsent werde daher stellvertretend durch die Schulleitung mit der offiziellen Zeugnisübergabe ausgehändigt.

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