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Augsburgs Überlebenskünstler hoffen auf das Happy End

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Markus Weinzierl glaubt an das Augsburger Aufbäumen. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa

Augsburg (dpa) - Schon seit Wochen fiebert Augsburgs Kraftprotz Sascha Mölders dem totalen Happy End entgegen. «Wenn wir am 34. Spieltag unser großes Ziel erreicht haben, trinke ich eine Woche durch», kündigte der Stürmer des Fußball-Bundesligisten FC Augsburg vor einiger Zeit an.


Am Samstag so gegen 17.15 Uhr könnte es für die Überflieger im Abstiegskampf so weit sein: Ein Heimsieg im Derby gegen Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth und kein Sieg für Fortuna Düsseldorf - der direkte Klassenverbleib wäre perfekt.

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Alles ist möglich für die Schwaben am letzten Spieltag: Direkter Klassenverbleib, Abstieg - oder eben die Entscheidungsspiele gegen den Zweitliga-Dritten 1. FC Kaiserslautern. «Wenn's sein muss, gehen wir in die Relegation und erreichen da unser Ziel», sagt Trainer Markus Weinzierl. «Wir bleiben in der Klasse, das ist klar. Wie - das werden wir sehen», prophezeit Verteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker.

Es ist dieses Selbstvertrauen, das die Schwaben so unterscheidet von der Konkurrenz. Anders als bei 1899 Hoffenheim und Düsseldorf scheint der enorme Druck im Abstiegskampf dem FCA nichts anhaben zu können. Dies gilt auch vor dem möglicherweise alles entscheidenden Derby gegen Fürth. «Natürlich ist es ein Finale, aber so gehen wir die ganze Rückrunde schon rein in die Spiele», erklärt Manager Stefan Reuter das erstaunlich starke Nervenkostüm der Augsburger.

Der Trend spricht inzwischen für Augsburg. Die starke Rückrunde, in der die Schwaben Punkt um Punkt sammelten und der Konkurrenz immer mehr zusetzten, macht den Überlebenskünstlern viel Mut im Kampf gegen den Abstieg. Dies sah zur Winterpause noch ganz anders aus: Auf einem Abstiegsrang lag der FCA zur Saison-Halbzeit, mickrige neun Punkte standen zu Buche. Zum Vergleich: Konkurrent Düsseldorf hatte 21 Zähler, also 12 Punkte mehr. Bundesliga-Novize Weinzierl? Die Ablösung des Trainers galt als ausgemachte Sache.

Doch wieder einmal kam in Augsburg alles anders. Nicht Weinzierl, sondern Manager Jürgen Rollmann musste gehen. Und wie in der Vorsaison, als dem damaligen Coach Jos Luhukay vertraut wurde, trotzte Augsburg erneut den Gesetzmäßigkeiten der Branche - und wurde belohnt. Mit 21 Punkten sind die Schwaben 2013 erfolgreicher als Eintracht Frankfurt. «Deswegen würde mich der Klassenerhalt noch mehr freuen: Damit man einmal sieht, dass es nicht immer der beste Weg ist, den Trainer auszutauschen», frohlockt Weinzierl.

Greifbar nah scheint das große Ziel, auf Schützenhilfe des arg gebeutelten fränkischen Nachbarn sollte Augsburg aber nicht hoffen. «Wir wissen, dass Fußball-Deutschland auf diese Spiele schaut und wollen beweisen, dass wir uns anständig aus dieser Liga verabschieden», sagt Gäste-Coach Frank Kramer, dessen Team die letzten beiden Auswärtsspiele gewinnen konnte. «Wir wissen, dass wir ein bisschen Zünglein an der Waage spielen können.»