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Musikschule Inzell begeisterte mit Adventssingen unter dem Motto »A Stern leucht uns den Weg«

Aus allen Winkeln der Kirche sang und klang es

»Es ist großartig, wenn man nicht Künstler von weither holen muss«, zeigte sich Pfarrer Quirin Strobl begeistert, als er die etwa 80 im ganzen Kirchenraum verteilten Mitwirkenden des Adventssingens der Musikschule Inzell sah. Er wünschte sich und den andächtig lauschenden Besuchern, dass die vorgetragene adventliche Musik, Teil unserer Kultur, tief in unser Herz eindringt. Inwendig zu berühren und auf das bevorstehende Christfest einzustimmen, schafften die Sänger und Musikanten aller Altersgruppen unter dem Motto »A Stern leucht uns den Weg« spielend.

Die »Schnoater Dirndl« mit (von links) Christine und Theresa Mayer sowie ihrer Mutter Marion; im Hintergrund der Volksliedchor. (Foto: Mergenthal)

Festlich eröffnet wurde das Konzert vom Bläserquartett der Musikschule, das die »Aberger Weis« und später noch die »Rottauer Weis« vortrug. Als Sprecher führte Musiklehrer Bernhard Kübler mit Texten, die fast durchwegs aus seiner Feder stammten, durch die vorweihnachtliche Zeit. Zu Beginn lud er mit einem Gedicht zum »Staader werdn« ein und sich dabei an der Natur ein Beispiel zu nehmen: »Und grad wenns dann am staadsten is, wenn nix mehr anders hallt, hörst wieder das Rorate, vom Tau der obafallt«, hieß es in einer der Strophen.

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Über die Bedeutung des Wortes »Advent«, das für »Ankunft« steht, und über die Ankünfte in unserem Leben sprach Kübler ebenso wie über die Entstehung der heutigen Weihnachtskrippe: Als Begründer der bildlichen Darstellung des Weihnachtsgeschehens gelte der heilige Franz von Assisi, der 1223 in Greccio die Geburt Christi mit lebenden Tieren und Menschen nachstellte. Die Wurzeln der Krippen gehen aber, wie die Zuhörer erfuhren, noch viel weiter zurück, sogar ins frühe Christentum. Die Darstellungen der ersten Jahrhunderte hätten nur das Jesuskind in der Futterkrippe mit Ochs und Esel gezeigt. Maria sei erst im Mittelalter dazu gekommen, Sankt Josef noch später.

Gut erinnern kann sich Kübler auch an die große bewegliche Krippe, die früher in der Hammerer Kirche stand und die ihm als Kind »fast wia a Weltwunder« vorgekommen sei. Später entdeckte er auf dem Speicher der Kirche das zerlegte Wunderwerk: Die Figuren waren auf Radreifen montiert und über Treibriemen mit einem Elektromotor verbunden, der das Ganze in Bewegung setzte.

Eine Klammer im Programm bildete der klangmächtige Inzeller Volksliedchor unter Leitung von Steffi Weiß – mit Volksweisen wie »Is finster draust«, »Da Winter schaut eina« und »Werst mei Liacht ume sei«. Eingespielt wurde der Chor einfühlsam von Annemarie Anfang an der Tiroler Harfe, Christian Scheurl an der Diatonischen Ziach und Martin Wellinger am Kontrabass.

Ensembles waren mit adventlichen Weisen und Weihnachts- oder Hirtenstückeln zu hören: eine Stubnmusi, die Geschwister Hundmayer, die Surleitn Musi, das Frillensee Trio und das Gitarrentrio Eckart, das mit einem festlichen »Aufzug aus Tragöß« aufwartete. Bei einigen Gruppen sind auch Schülereltern beteiligt, wie bei den »Schnoater Dirndl«: Christine Mayer, die das Hackbrett schlug, und ihre Schwester Theresa mit der Zither wurden von Mutter Marion Mayer an der Gitarre begleitet und hatten ein Menuett aus Sachrang und den Kirchental Landler im Repertoire.

In größerer Besetzung musiziert die »Soatnknöpfmusi«, die mit Hackbrett, Harfe, Ziach, Gitarre und Baßgeige den »Pinsdorfer Walzer« schön dahin schwingen ließ. Von der Empore ließen das Gitarrenensemble das Lied »Lippei sollst gschwind aufstehn« ertönen und die »Leprechaun Players«, die unter anderem mehrere Querflötistinnen zählt, »La Paix« von Georg Friedrich Händel. Ein Höhepunkt war ein kurzes Hirtenspiel mit schneidigem Wechselgesang von Pia Abstreiter und Maxi Kloiber, ein aus dem Schlaf aufgescheuchter Hirte. Die beiden kleinen Mädchen wurden von Pias Bruder Jonas (Ziach) und ihrer Mutter Bettina (Gitarre) gesanglich und instrumental begleitet.

Zahlreiche Solisten, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen, saßen im Raum verteilt, wobei die Buben meist die Ziach spielten. Stefan Waldherr trug einen Weihnachtsboarischen vor, Sebastian Wieser eine »Staade Weis« und Philipp Ried »Im Woid is so staad«. Von Maria Hundmayer war eine Chaconne zu hören und von Eva Bauregger eine Air. An der Tiroler Harfe ließen Katharina Holzner mit »A Staader« und Annamarie Anfang mit dem »Nannei Landler« die Töne dahin perlen.

Mit dem Andachtsjodler, in dem am Ende die ganze Kirche einstimmte, klang das Singen aus. Veronika Mergenthal