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Aus für Freiburg-Sportdirektor Dufner - Nach Hannover?

Freiburg (dpa) - Die Zeit als Sportdirektor beim SC Freiburg ist abgelaufen - dafür heuert Dirk Dufner nach dem Aus im Breisgau womöglich schon bald bei Hannover 96 an.

Trennung
Sportdirektor Dirk Dufner und der SC Freiburg gehen getrennte Wege. Foto: Patrick Seeger Foto: dpa

«Ich habe mit Herrn Dufner telefoniert», sagte 96-Präsident Martin Kind der Nachrichtenagentur dpa. «Wir haben vereinbart, die Gespräche fortzusetzen.»

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Trotz der Querelen mit Trainer Christian Streich in letzter Zeit: Dufner verlässt den Sportclub offiziell im Guten. «Wir haben uns ganz fair getrennt. Es war vorbildlich. Ich kann hier ruhigen Gewissens gehen. Jetzt ist Zeit für etwas Neues», sagte der 45-Jährige «Bild.de».

Zu seinem möglichen Wechsel nach Niedersachsen passt die offizielle Begründung für die Trennung: «Die vorzeitige Auflösung des Vertrags ist im Wunsch nach einer beruflichen Neuausrichtung seitens des Sportdirektors begründet», teilte der SCF mit.

Kind hatte zuletzt betont, keinen Manager aus einem bestehenden Vertragsverhältnis zu holen. Dieses Hindernis gibt es bei Dufner nun nicht mehr - und der Mann mit Erfahrung beim VfB Stuttgart und 1860 München erfüllt das Anforderungsprofil. Kind sucht eine «starke Führungspersönlichkeit» mit den Eigenschaften «Entscheidungsstärke, Konfliktbereitschaft und eigenständiges Profil».

Dass Dufner die gewünschten Charaktereigenschaften hat, wird Streich bestätigen können. Der Erfolgstrainer aus dem Breisgau dementierte am Sonntagabend in der Fernsehsendung «Sport im Dritten» des SWR zwar das kolportierte schlechte Verhältnis zu Dufner und sagte: «Der Dirk und ich sind gute Kollegen.» Aber die Debatte hatte Streich selbst ausgelöst. Auf die Frage nach seiner Zusammenarbeit mit Dufner kam vor dem Hannover-Spiel die Antwort «Ich mache meine Arbeit, er macht seine Arbeit» - kein Beleg für große Harmonie im Sportclub.

Als eine Ursache für die kolportierten Unstimmigkeiten gelten die Wechsel der Leistungsträger Jan Rosenthal (Eintracht Frankfurt), Max Kruse (Borussia Mönchengladbach) und Daniel Caligiuri (wohl zum VfL Wolfsburg), die durch Ausstiegsklauseln ermöglicht wurden. Auch Johannes Flum verlässt den Europapokal-Kandidaten womöglich nach dem Saisonende.

Dufner jedenfalls bestätigte die Medieninterpretation von Streichs knappem Kommentar, als er der «Bild»-Zeitung vor ein paar Tagen sagte: «Es ärgert ihn, und das ist auch okay. Aber nach zwei Wochen muss auch mal wieder gut sein.» Dass die Reibereien an die Öffentlichkeit kamen, dürfte Dufner allerdings nicht ganz unrecht gewesen sein. Nachdem ihm der Verein in der Vergangenheit einen Wechsel zu Eintracht Frankfurt nicht erlaubt hatte, bot sich nun eine gute Gelegenheit zum Abschied aus Freiburg.

Seine Aufgaben beim Tabellenfünften der Fußball-Bundesliga übernehmen kommissarisch der Leiter der Scouting-Abteilung, Klemens Hartenbach, und der Leiter der Freiburger Fußballschule, Jochen Saier. Hartenbach war einst Co-Trainer von Streich bei der A-Jugend und soll nur vorübergehend Dufners Platz einnehmen.

Die Ereignisse vom Montag könnten für Streich eine wichtige Entscheidungshilfe für die langfristige Planung sein. 2014 läuft sein Arbeitspapier beim Sportclub aus. Er hat nach dpa-Informationen aber seit längerer Zeit bereits einen unterschriftsreifen Vertrag vorliegen. Vielleicht kommt das Autogramm ja nun bald.

Mitteilung des SC Freiburg