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Aus für gepachtete Kirchenstühle

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Früher war es üblich, sich einen Kirchenstuhl zu pachten. Vor 90 Jahren änderte sich das, wie ein Artikel zeigt, der am 29. November 1927 in unserer Zeitung erschienen ist:


Traunstein. Die Kirchenverwaltung, welche die Freigabe der Kirchenstühle mit Beschluß vom 28. Oktober für 1. Januar 1930 in Aussicht genommen hatte, nahm (...) die jüngsten Presseerörterungen zum Anlaß, diese Freigabe einstimmig schon auf den 1. Januar 1928 festzulegen. Von Neujahr an stehen also sämtliche Kirchenstühle, auch jene auf den Emporen, mit Ausnahme von besonders festlichen Gelegenheiten der großen Allgemeinheit der katholischen Pfarrfamilie Traunstein zur Verfügung. Jede pachtweise Vergebung von Kirchenstühlen hat damit aufgehört und die bisherigen Inhaber verlieren mit Neujahr ihre besonderen Rechte.

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Betont wird, daß diese Freigabe für die hiesige Pfarrfamilie gedacht ist, also Ortsansässige unbedingt das Vorrecht haben. Erwartet wird, daß die Stühle aus christlichem Takt und menschlicher Rücksichtnahme den älteren und kränklichen Personen überlassen werden. Erbeten wird, daß die ausfallenden Pachteinnahmen von den jeweiligen glücklichen Platzinhabern durch freiwillige Gaben in den Klingelbeutel irgendwie ausgeglichen werden. fb