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Außenbeleuchtung und weitere Ausstattung für Klosterkirche abgesegnet

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Die Traunsteiner Klosterkirche soll nachts beleuchtet werden – einem entsprechenden Vorschlag der Arbeitsgruppe »Klosterkirche« stimmte der Stadtrat zu. (Foto: Reiter)

Traunstein – »Gibt es eigentlich eine Kostenkontrolle?«, fragte Dr. Christian Hümmer (CSU) in der jüngsten Stadtratssitzung in Bezug auf die Klosterkirche. Ihm falle auf, dass die Kosten jeden Monat mehr werden.


Oberbürgermeister Christian Kegel und Hauptamtsleiter Gerhard Spiegelsberger betonten, dass bei einem solchen Bauprojekt eine Kostensteigerung von 7,2 Prozent völlig im Rahmen liege. »Da gibt es ganz andere Beispiele im Landkreis«, betonte Kegel. Derzeit liegen die Kosten für die Sanierung der Klosterkirche bei 9,4 Millionen Euro.

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Die Kostenschätzung für die Sanierung der Klosterkirche betrug 7,47 Millionen Euro (2014), die Kostenberechnung lag bei 8,03 Millionen Euro (Stand 2015) und die fortgeschriebene Kostenberechnung (Stand 2016) wurde auf 8,80 Millionen Euro beziffert. Im Vergleich zu dieser beträgt die Kostensteigerung laut Stadt 7,2 Prozent – wobei hier die aktuellen Nachträge für Metallarbeiten, Zimmererarbeiten und Erdarbeiten in Höhe von rund 35 000 Euro schon miteingerechnet sind. Der Stadtrat billigte diese mit 20 zu 1 Stimmen.

Diskutiert wurde allerdings angesichts der stetig steigenden Kosten bei verschiedenen zusätzlichen Ausstattungswünschen, wie einem Transponderschließsystem, Grafikschränken, Ausstellungstafeln oder einer Außenfassadenbeleuchtung für rund 65 000 Euro. »Die Klosterkirche ist unser Schmuckstück, wir sollten sie auch ins rechte Licht setzen«, betonte Oberbürgermeister Christian Kegel.

So sah das auch Josef Hinterschnaiter (SPD). Es würde nicht gut aussehen, wenn die Kirche nachts nicht beleuchtet wäre. »Außerdem wollen wir ja auch die gesamte Ludwigstraße aufwerten.«

Ernst Haider (UW) sprach sich angesichts der Kosten für mehr Zurückhaltung aus. »Diese Wünsche sind nicht unbedingt nötig«, sagte er. Jeder wisse, dass die UW-Fraktion der Sanierung der Klosterkirche positiv gegenüberstehe. »Aber diese Steigerungen gefallen uns nicht«, betonte er.

Dr. Christian Hümmer sagte, dass es bei vielen in der Bevölkerung kein Verständnis dafür gebe, dass beim Kindergarten und beim Schwimmbad gespart werde, »aber es bei der Klosterkirche im 100 000er-Schritt nach oben geht.«

Robert Sattler (SPD) kritisierte, dass es in der Berichterstattung vorwiegend um die Kosten gehe. »Da brauchen wir uns nicht wundern, dass die Stimmung nicht so toll ist.«

Ähnlich sah das Josef Kaiser (UW). »Wir blasen uns selbst den Gegenwind ins Gesicht«, sagte er angesichts der Diskussion im Stadtrat. »Ich möchte mal wieder etwas über die Fördersumme lesen.« Diese beträgt laut Oberbürgermeister Christian Kegel 5,6 Millionen Euro, 3,8 Millionen Euro bleiben also bei der Stadt.

Die Verwaltung geht davon aus, dass der Haushalt durch die aktuellen Sonderwünsche auch nicht zusätzlich belastet wird, »da eine Förderung durch die Landesanstalt für nicht staatliche Museen bisher nicht berücksichtigt wurde«, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

Der Stadtrat stimmte letztlich mit 13:8 Stimmen für die zusätzlichen Ausstattungswünsche. »Die Klosterkirche soll für Traunstein ein Ort werden, auf den wir stolz sind«, warb Burgi Mörtl-Körner (Grüne) für das Sanierungsprojekt. KR

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