weather-image
23°

Außergewöhnliche Klangmomente

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Nicht nur ein schöner Anblick, sondern auch ein schönes Hörerlebnis war das Konzert des Gitarrenensembles Accordial mit Flötistin Gabriele Bauer-Will in der Irsinger Kirche bei St. Georgen. (Foto: Benekam)

Wer eine Gitarre hat, hat meistens auch viele Freunde. Das Zupfinstrument eignet sich nämlich hervorragend zur instrumentalen Begleitung beim Singen am Lagerfeuer oder vor dem Kamin. Es lässt sich auch wunderbar mit anderen Instrumenten »vergesellschaften«.


Diese delikaten Vorzüge der »Klampfe« weiß das etwa zehnköpfige Gitarrenensemble »Accordial«, das seit über 30 Jahren unter der Leitung des engagierten Musiker und Pädagogen Heinz Lichtmannegger musiziert, durchaus zu schätzen. Heinz Lichtmannegger hegt seit seiner Jugend eine innige Freundschaft zu diesem »vielsaitigen« Instrument. Wer schon mal eines der »Accordial«-Konzerte erlebt hat, der weiß, dass er in seinen unzähligen Bearbeitungen von Werken bekannter Komponisten aus Renaissance, Klassik bis zur Moderne (die sicher nicht für Gitarrenensembles gedacht waren) regelmäßig die Grenzen des Machbaren an diesem Instrument auslotet.

Anzeige

So staunten die Zuhörer in einem Konzert in der gut besuchten Irsinger Kirche bei St. Georgen über bearbeitete Werke von Vivaldi, Mozart oder Brahms. Als »Zuckerl« zu den im Halbkreis sitzenden, den Altarraum der kunstvollen Kirche ausfüllenden Gitarrenvirtuosen, gab es klangvolle Verstärkung der Flötistin Gabriele Bauer-Will. Das Zusammenwirken mit Solisten unterschiedlichster Instrumente ist im übrigen auch eine der Spezialitäten, mit denen sich »Accordial« vom »Gewöhnlichen zum Außergewöhnlichen« absetzt. Bauer-Will gab in zwei der fünf im Konzert gespielten Werke eine Kostprobe ihrer großen Virtuosität an diversen Blocklöten: Dem Adagio KV 261 von Mozart mit ihrer wohlklingenden Altflöte sowie in dem Concertino Nr. 4 von Gustav Gunsenheimer mit diversen Blockflöten.

Der zauberhafte Zusammenklang der Gitarrenstimmen mit dem Holzblasinstrument, bei allerbester Akustik in der Irsinger Kirche, machte selbst dem fröhlichen Frühlingskonzert der Singvögel, die außerhalb der kleinen Dorfkirche »tirilierten«, für kurze Zeit Konkurrenz. Blieben noch Gitarrenklanggenüsse pur, in Lichtmanneggers Bearbeitungen von Antonio Vivaldis Suonate da Camera 3 in den vier Sätzen Preludio, Adagio, Allemanda und Corrente, dem Orchesterquartett C-Dur von Carl Stamitz in den Sätzen Allegro assai, Andante allegramente, Poco presto, sowie dem Andante, ma moderato aus dem Sextett op. 18 von Johannes Brahms.

Und zum Schluss, weil’s so schön war, gab es nach kräftigem Applaus noch als Zugabe eine Bearbeitung des »Camino de Felanitx« des isländischen Komponisten Eythor Thorlaksson. Kirsten Benekam