Ausstellung in Traunstein: Leben zwischen Monarchie und Demokratie

Ausstellung in Traunstein: Leben zwischen Monarchie und Demokratie
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Das Fotoatelier von Anton Grainer in der Bahnhofstraße in Traunstein suchten Bürger der Stadt um die Jahrhundertwende auf, wenn sie Porträts oder Familienaufnahmen machen wollten. Im Gegensatz zu heute war ein Besuch beim Fotografen ein seltenes, nur besonderen Anlässen vorbehaltenes Ereignis. Foto: Landratsamt Traunstein

Traunstein – Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Goldene Jahre?!“, initiiert von den Museumsnetzwerken Chiemgau und Rosenheim, findet in der Städtischen Galerie Traunstein die Ausstellung „Untertanen! Bürgerinnen und Bürger! Leben in Traunstein zwischen Monarchie und Demokratie im Spiegel von Kunst und Kultur“ statt.


Sie wird am Donnerstag, 12. August, um 19 Uhr mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Christian Hümmer eröffnet.

Wie haben sich die gesellschaftlichen Umbrüche zwischen 1865 und 1926 in Traunstein bemerkbar gemacht? Die Ausstellung nimmt den Traunsteiner Alltag in den Blick und veranschaulicht die Auswirkungen politischer, sozialer und kultureller Ereignisse, Umwälzungen und Erschütterungen auf das Selbstverständnis von Frauen, Männern und Kindern und auf das Zusammenleben in der Kleinstadt. Die historischen Plakate aus dem Stadtarchiv eignen sich als Spiegel des Traunsteiner Alltags besonders gut und verdeutlichen eindrucksvoll den fundamentalen gesellschaftlichen Werte- und Normenwandel, der mit dem Wechsel der Regierungsform von der Monarchie zur Demokratie einhergeht.

Das Besondere an der Ausstellung „Untertanen! Bürgerinnen und Bürger“ ist der Fokus auf lokale sozialgeschichtliche Aspekte, wie beispielsweise das Vereinsleben, die Entwicklung Traunsteins zur Schul- und Behördenstadt, der Ausbau der städtischen Infrastruktur und das Aufkommen des Tourismus. Welche Widerstände evangelische Mitbürger zu überwinden hatten und wie sich auch in Traunstein antisemitische Stimmungsmache um die Jahrhundertwende nachweisen lässt, verdichtet das gesellschaftliche Porträt, das diese Ausstellung entwirft. Neben Exponaten aus dem Stadtarchiv zeigt die Ausstellung auch Gemälde und Fotografien, die, eingebettet in den historischen Kontext, aufzeigen, wie sich gesellschaftliche Veränderungen in künstlerischen und fotografischen Darstellungen und Inszenierungen niederschlagen.

Die Ausstellung läuft bis zum 26. September. Geöffnet ist die Städtische Galerie im Kulturforum Klosterkirche Mittwoch bis Freitag von 11 Uhr bis 17 Uhr sowie Samstag und Sonntag 13 bis 18 Uhr.

Rahmenprogramm

Geführte Ausstellungsrundgänge werden angeboten am 19. August um 11 Uhr, am 26. August um 19 Uhr, am 9. September um 19 Uhr und am 25. September um 16 Uhr.

Tag des offenen Denkmals am 12. September um 11 Uhr: Führung mit Stadtheimatpflegerin Dr. Lydia Großpietsch und Judith Bader, Leiterin der Städtischen Galerie, durch das Kulturforum Klosterkirche.

Theaterwerkstatt Traunstein: „Mutter“ frei nach dem Roman „Das Leben meiner Mutter“ von Oskar Maria Graf am 10., 11. und 12. September um 20 Uhr; Anmeldung über die Städtische Galerie Traunstein unter 0861/164319.

„Mahlzeit: Ochsengurgeln und trunkene Jungfern“: Kochkurs nach historischen Rezepten, gemeinsames Essen und Ausstellungsbesuch am 17. September von 16 Uhr bis 20 Uhr; Anmeldung über das Katholische Kreisbildungswerk Traunstein unter 0861/69495.

fb/red