Ausstellung »Kunst im Chiemgau« mit knapp 90 Werken im Exter-Kunsthaus in Übersee

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In poppigen Sommerfarben leuchtet die »Wartende« von Greta Fischer, die noch bis zum 18. Juni in der Ausstellung im Exter-Haus zu sehen ist. (Foto: Giesen)

Eine Oase der Kunst ist das Exter-Kunsthaus in Übersee-Feldwies – und damit der ideale Ort, um Bilder zu zeigen, die in der Chiemseeregion in den vergangenen 200 Jahren bis heute entstanden sind. Denn schon immer hat der Chiemsee und seine Umgebung Maler zu bezaubernden Bildern inspiriert. Beispiele davon zeigt die Ausstellung »Kunst im Chiemgau – Malerei und Grafik von Balwé bis Wopfner«, die in Zusammenarbeit mit der Galerie Wichmann aus Prien entstanden ist.


In einem Querschnitt durch die Malerei im Chiemgau über zwei Jahrhunderte werden über 90 Bilder von rund 60 Malern aus dem 19. und 20. Jahrhundert gezeigt, von denen viele am Chiemsee lebten oder sich immer wieder zu langen Malstudien in der Region aufhielten. Passend präsentiert in den historischen Räumen des Exter-Hauses sind Bilder in vielen Techniken (Öl, Aquarell, Tempera, Mischtechniken und Zeichnungen) von bedeutenden Chiemseemalern und denen der Münchner Schule zu sehen. Darunter sind so bekannte Namen wie Arnold Balwé, Constantin Gerhardinger, Alfred Haushofer, Karl und Fritz Raupp, Rudolf Sieck, Werner von Houwald, Theodor von Hötzendorff, Ernst Haas oder Willi Geiger.

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Klassische Motive aus dem Chiemgau

Zu finden sind natürlich klassische Motive aus dem Chiemgau, die die Chiemseemalerei berühmt gemacht haben, zum Beispiel die beschaulichen Fischerszenen am Chiemsee, wie den »Fischfang auf der Fraueninsel« von Fritz Raupp (1871 bis 1945) oder atmosphärisch dichte Fischerszenen seines Vaters und Lehrers Professor Karl Raupp (1837 bis 1918). Wunderschöne Landschaftsbilder auch von wenig bekannten Plätzen im Chiemgau faszinieren den Betrachter, zum Beispiel eine stimmungsvolle »Abendlandschaft mit Prien« von Rudolf Sieck (1866 bis 1947) oder seine in zarten Ölfarben gemalte »Kampenwand«.

Die Vielfalt der Chiemgauregion inspiriert Maler offensichtlich zu allen Jahreszeiten, in sämtlichen Stimmungen und von den unterschiedlichsten Standorten aus. Mehrfach vertreten in der Präsentation sind Winter- und Frühjahrslandschaften mit langsam ausaperndem Schnee im Tal und auf den Berggipfeln wie bei dem großartigen »Blick über die Hirschauer Bucht« von Theodor von Hötzendorff (1898 bis 1974) oder den »Heumandl mit Hochgern« von Arnold Balwé (1898 bis 1983). Mit einem zeitlos schönen Rosenbild kommt die ehemalige Hausherrin, Judith Anna Exter (1868 bis 1952), zur Geltung.

Die Werke einiger zeitgenössischer Maler sind ebenfalls gut vertreten. Herausragend sind zum Beispiel die Bilder der in Rimsting lebenden Greta Fischer, Jahrgang 1937. Leicht abstrahiert, in poppigen Sommerfarben leuchten ihre »Wartende« oder das »Stillleben« mit Blumen. Wie durch ein Fenster gesehen sind dabei die Bildmotive oben und unten leicht angeschnitten, was die Spannung im Bild wirkungsvoll erhöht.

Surrealistische Formenwelt

In ihrer surrealistischen Formenwelt können die Bilder von Christian Peschke, Jahrgang 1946, zur klassischen Moderne gerechnet werden. Im Eingangsbereich des Exter-Hauses hängen zwei seiner kleinformatigen Pastell- und Kohlezeichnungen »Athlet« und »Akt«.

Im großen Atelier sind darüber hinaus über 30 Werke von Julius Exter zu sehen. Aber nicht nur die Bilder, sondern auch der gerade wieder aufblühende Garten des Exter-Hauses lohnt den Besuch.

Die Exter-Ausstellung ist mit dem Titel »Wasser, Berge, Wolken« überschrieben und wird vom 24. Juni bis Mitte September zu sehen sein. Im Kleinen Ateliergebäude findet während der Öffnungszeiten der Ausstellungen ein Antik- und Trödelmarkt statt, dessen Erlös dem Exter-Haus zugutekommt.

Die laufende Ausstellung »Kunst im Chiemgau – Malerei und Grafik von Balwé bis Wopfner« ist bis Sonntag, 18. Juni, täglich – ausnahmsweise auch montags – von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Für Gruppen gibt es Führungen nach telefonischer Anmeldung unter der Nummer 08642/895083. Christiane Giesen

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