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Ausstellung von Christine Hötzendorfer im Amtsgericht Laufen

Christine Hötzendorfer stellt noch bis Ende des Jahres ihre Bilder im Amtsgericht Laufen aus. (Foto: Bohm)

Nach längerer Pause findet wieder eine Ausstellung im Amtsgericht Laufen statt. Die Wagingerin Christine Hötzendorfer zeigt auf mehreren Etagen interessante Werke mit unterschiedlichen Sujets. Im Zentrum im ersten Stock zeigt sie den Bilderzyklus »Die meinen, dass sie sich fremd sind«, bei dem es um Glauben, die Gemeinsamkeiten aber auch das Trennende in den verschiedenen Religionen geht.


Der frühere Oberbürgermeister von Traunstein, Fritz Stahl, erklärte bei der Vernissage, dass Laufen als Zentrum des Rupertiwinkels auch zur Auseinandersetzung mit Kunst und Künstlern verpflichtet sei. Deshalb seien Ausstellungen notwendig. Stahl forderte die Besucher auf, sich auf die Kunst einzulassen, sie ins Haus zu holen, sich mit den Themen auseinanderzusetzen, auch wenn das nicht ganz einfach sei.

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Christine Hötzendorfer wurde 1947 in Waging geboren, begann 1988 autodidaktisch mit der Malerei und ist seit 1996 freischaffend tätig. Sie besuchte seither regelmäßig die Akademie in Bad Reichenhall und wendete sich ab 2014 zur abstrakten Malerei hin. In zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen fanden ihre Werke Anerkennung.

Der Rundgang durch die Ausstellung macht die Ausdrucksmöglichkeiten der Künstlerin deutlich: Ihre großformatigen Aussagen zum Thema Religionen zeigen typische Symbole in gut aufeinander abgestimmten, erdigen Farben, eindringlich gestaltet, wert sie länger zu betrachten. Es geht um Judentum (mit Davidstern), den Islam (mit Sure) um Atheismus – effektvoll: ein Bild (fast) ohne Malerei.

Nur wer genau hinschaut, entdeckt Farbspuren, die verwischt sind, verschwimmen, Raum für eigenes Überlegen lassen. Yin und Yang als Symbol »des sehr großen Äußersten, Höchsten«, wie Hötzendorfer betont, stehen für Licht und Schatten, Tag und Nacht – das Eine ohne das Andere nicht denkbar.

Vom Kreuz, Symbol des Christentums, fließen Blutströme, Sinnbild nicht nur von Christus am Kreuz, sondern auch vom Lauf der blutigen wechselvollen Geschichte dieser Religion. Hinduismus heißt »helles Köpfchen« informiert die Malerin. Das »Om« als umfassendes und erhabenes Symbol der drittgrößten Weltreligion steht ihm Zentrum des Bildes. Das Rad hat die Malerin für den Buddhismus gewählt. In dieser Lehre werde, so Christine Hötzendorfer, generell vom Radikalismus und Extremen wie Askese und Hedonismus abgeraten. Vielmehr soll ein »Mittlerer Weg« eingeschlagen werden.

Ganz Anderes stellt die Künstlerin in den Gängen auf drei Etagen des Amtsgerichts vor: Da gibt es Kühe, einen Hirsch auf feuerrotem Grund, Blumenbilder, Bilder von Nah und Fern: Höglwörth und Kirchanschöring, von Reiseeindrücken – wobei natürlich Venedig nicht fehlen darf –, die Toskana, aber auch eine Wüstenlandschaft, Land und Meer mit ihren Bewohnern.

Die Ausstellung von Christine Hötzendorfer im Amtsgericht ist noch bis Ende des Jahres zu den Öffnungszeiten des Amtsgerichtes von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 12 Uhr zu sehen. Hannelore Bohm