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Ausweitung der Betreuung in den Kitas ist erforderlich

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Im BRK-Gebäude – in den Räumen des Familientreffs – ist die Übergangskinderkrippe untergebracht. Foto: Eder

Grassau – Der Markt Grassau hält eine neuerliche Erweiterung der Kinderbetreuung für erforderlich. Einstimmig hat der Marktgemeinderat beschlossen, dass die Schaffung von 25 Kindergarten- und zwölf Krippenplätzen vonnöten sei. Der Bedarf ergebe sich auch unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung der Gemeinde.


»Wir haben hier einen gewissen Zeitdruck«, betonte Bürgermeister Stefan Kattari. Denn um eine staatliche Förderung für den Neubau des Kindergartens an der Gänsbachstraße zu erhalten, muss der Marktgemeinderat den Bedarf an Kindergartenplätzen festlegen. Dies sei, so Kattari, letztmalig 2015 erledigt worden.

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Die Gemeinde muss gewährleisten, dass rechtzeitig ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung stehen. So war bereits 2017 im Gebäude des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) eine Kinderkrippe als Notgruppe eingerichtet worden. Zudem sah es nach den Zahlen im vergangenen Jahr so aus, als müsste eine weitere Notgruppe im Dachgeschoss des BRK-Gebäudes folgen. Die fehlenden Plätze wurde dann aber nicht mehr nachgefragt. Kinder konnten in anderen Betreuungseinrichtungen Plätze erhalten, sodass der Ausbau des Dachgeschosses vorerst nicht notwendig wurde. »Das ist aber kein Zustand für die Zukunft«, betonte jetzt der Rathauschef.

Der Markt fragte nun erneut die vorhandenen Betreuungsplätze mit aktuellen Belegungszahlen ab und ermittelte auch die Zahl der Kinder. Demzufolge leben 186 Mädchen und Buben unter drei Jahren und 272 drei bis sechsjährige Kinder in Grassau. 48 Kinder unter drei Jahren und 213 von drei bis sechs Jahre werden derzeit in den Einrichtungen im Markt betreut. 40 Kinder sind auswärts untergebracht. Bis auf zwei sind alle 215 Kindergartenbetreuungsplätze belegt. Freie Kinderkrippenplätze gibt es keine.

Kattari informierte, dass die Behelfskrippe im BRK-Gebäude bis 2022 befristet sei. Ab diesem Zeitpunkt müsse eine dauerhafte Unterbringung folgen. Zudem sei davon auszugehen, dass der Bedarf an Krippenplätzen – bedingt durch die Lebensverhältnisse und Erwerbstätigkeit beider Elternteile – weiter zunehme.

»Wir haben in der Vergangenheit immer familienfreundliche Entscheidungen getroffen und auch den Neubau des Kindergartens auf den Weg gebracht«, so Kattari. Fördergelder werden seinen Angaben zufolge in Aussicht gestellt, sofern der neue Kindergarten bis zum 30. Juni 2022 fertiggestellt ist. Folglich müsse die Förderung auch schnell beantragt werden. »Wir haben keine Zeit zu verlieren«, so Kattari.

Dr. Winfried Drost (Unabhängige Grassauer Liste) erkundigte sich nach dem Kindergartenverbund mit Marquartstein und Übersee. Hierzu informierte Sepp Grießenböck (Freie Wähler), dass dies lediglich die Pfarrei Grassau als Träger der Kindergärten betreffe. Das Dekanat habe entschieden, zwei Kindergärten in Marquartstein und zwei in Übersee an den Kindergartenverbund Grassau anzuschließen und von dem Verbund mitverwalten zu lassen.

Dr. August Trimpl (CSU) verwies auf die rückläufigen Zahlen an Kindern bis drei Jahre und meinte, dass folglich auch die Zahl an Plätzen geringer werden müsse. Prognosen seien sehr schwer, meinte Kattari, die Geburtenzahlen in Grassau würden schwanken.

Verwaltungschef Peter Enzmann ergänzte, dass die Kindergärten sehr gut ausgelastet seien. Auch der starke Zuzug müsse berücksichtigt werden.

Ein weiterer Bedarf für 25 Kindergarten- und zwölf Krippenplätzen solle angemeldet werden, meinte Kattari. Er fügte hinzu, dass die zeitlich begrenzte Möglichkeit der Notgruppe im BRK-Gebäude eine dauerhafte Unterbringung in einem neuen Kindergarten notwendig mache. Ein weiterer Grund sei auch, dass der Betreuungsschlüssel in den Kindergärten mit 25 und mehr Kindern pro Gruppe ausgereizt sei – und dass dies nicht im Sinne der Kinder und Erzieherinnen sei.

Olaf Gruß (SPD) erinnerte daran, dass ein Rechtsanspruch der Eltern auf Betreuung ihrer Kinder bestehe. Dr. Trimpl meinte, dass zudem über den Betreuungsschlüssel nachgedacht werden solle. Weniger Kinder pro Gruppe würde auch ein höheres Defizit, das jedoch in Kauf genommen werden solle, bedeuten. »Es bringt nichts, einen neuen Bau hinzustellen und dann am Personal zu sparen«, betonte er. Grießenböck ergänzte, derzeit sei es fast unmöglich, Personal zu finden.

tb


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