Auszeichnungen für die politische Arbeit

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Bürgermeister Thomas Weber verabschiedete die langjährigen Gemeinderäte und zeichnete sie mit einer Dankesurkunde aus (v.l.): Bernhard Heitauer, Josef Pletzer, Bernhard Oeggl, Franz Punz, Marlies Moderegger (Bronzene Bürgermedaille) sowie Martin Fendt. (Foto: Kilian Pfeiffer)

Bischofswiesen – Lange haben sie die Ehrung nach hinten verschoben, die große Abschiedsparty musste wegen Corona mehrfach abgesagt werden: Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber hat mehrere Gemeinde- und Kreisräte aus ihrem politischen Leben verabschiedet und ausgezeichnet:


Darunter Urgesteine wie Bernhard Heitauer, der 30 Jahre lang in der Kommunalpolitik aktiv war. »Meine Frau hat mich immer unterstützt. Jetzt will ich ihr das zurückgeben, was sie für mich getan hat«, sagte der Bischofswieser Unternehmer.

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»Wir machen die Verabschiedung nun in kleinem Rahmen«, sagte Thomas Weber zu Beginn. Wie lange die Verordnungen gültig sein werden, wisse er nicht. Der kleine Rahmen: Das ist die Turnhalle von Bischofswiesen, Tische und Bänke, die in weitem Abstand voneinander in Kreisform platziert sind.

Bernhard Heitauer ist derjenige, der am längsten im Gemeinderat war. Unter drei Landräten hat er gearbeitet, drei Bürgermeister begleitet. »Das prägt einen«, sagte der ehemalige Gemeinderat. »Ich war nie der Einfachste«, fasste es Heitauer zusammen. Robert Mayr, Kämmerer der Gemeinde, habe er kennengelernt, da befand sich dieser gerade in der Ausbildung. Thomas Weber sagte, er habe Heitauers Ehefrau noch zu überzeugen versucht, ihren Gatten als Gemeinderat weitermachen zu lassen. »Aber irgendwann ist die Zeit halt reif.«

Heitauer hat ein bewegtes Leben als Kommunalpolitiker hinter sich: Im Jahr 1990 stieg er ein, von 2008 bis 2014 war er zweiter Bürgermeister, im selben Zeitraum Fraktionssprecher der CSU. 2014 wurde er auch zum Kreisrat gewählt, dem er auch heute noch angehört. Heitauer ist Träger der Goldenen Bürgermedaille. Er werde die Zeit als Politiker in Bischofswiesen vermissen, habe aber etliche Pläne mit der Familie. »Ich war oft nicht da, jetzt werde ich meiner Frau und meiner Familie die Zeit zurückgeben.«

Ausgezeichnet mit einer Urkunde wurde auch Gemeinderat Michael Lichtmannegger (CSU), der aber nicht persönlich anwesend sein konnte. Im vergangenen April erhielt Lichtmannegger die Goldene Bürgermedaille, nachdem er 24 Jahre im Gemeinderat saß, eine Periode im Kreistag und auch Mitglied des Ausschusses der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee war. »Ich wünsche ihm nur das Beste auf seinem weiteren Weg«, sagte Weber.

Seinen Dank für 18 Jahre Gemeinderatsarbeit sprach der Bürgermeister auch Bernhard Oeggl (CSU) aus. Als dritter Bürgermeister habe dieser Thomas Weber »immer den Rücken freigehalten«. Rund 100 Ehrungen und Geburtstagsgratulationen habe Oeggl in der Rolle des Bürgermeister-Stellvertreters übernommen. »Da sieht man erst einmal, wie viel Arbeit das alles ist«, sagte Weber.

Dankbare Worte hatte der Gemeindechef auch für Martin Fendt (Freie Wähler) übrig. Die gemeinsame Arbeit beschrieb Weber als kameradschaftlich. Ein harter Diskussionspartner sei Fendt als Kommunalpolitiker gewesen, dennoch »angenehm und immer ehrlich« – »schade, dass du nun ausgeschieden bist«, attestierte der Bürgermeister. Er bedankte sich, dass Fendt sich um einen Nachfolger gekümmert habe, der ihn nun im Gemeinderat ersetzt. Fendt verabschiedete sich bei seinen Gemeinderatskollegen: »Es war eine schöne Zeit, die tollste waren die vergangenen sechs Jahre unter dir, Thomas«, sagte er in Richtung des Bürgermeisters.

Für Verdienste rund um die Gemeinde wurde auch Josef Pletzer (CSU) geehrt. Nach sechs Jahren scheidet er aus dem Gemeinderat aus. »Es hat Spaß bereitet, wir haben viel diskutiert und hinter den Kulissen teils heftig gestritten.« Der Letzte im Bunde der Ausgeschiedenen war Franz Punz. Ebenfalls sechs Jahre war er dabei und nahm in gewisser Weise, zumindest einmal im Jahr, eine Sonderrolle im Gemeinderat ein: Anfang Dezember trat er als Nikolaus auf und bescherte den Räten damit frohe Stunden abseits politischer Themen. »Ich bin hier reingegangen, weil es mir Spaß machte«, sagte der hauptberufliche Hendlwagen-Betreiber. Nach sechs Jahren ist nun Schluss. Ein offenes Ohr für Gemeindebürger wird er weiterhin haben, dann aber nur noch am Hendlwagen in Bischofswiesen. Kilian Pfeiffer