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Autobahn-»Pickerl« werden himmelblau – und wieder teurer

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Salzburg: Neue Autobahn-Maut-Vignette für 2020 in Österreich wird wieder teurer
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Die neuen, himmelblauen Vignetten gelten ab 1. Dezember, die Jahresvignette hat eine Gültigkeit von insgesamt 14 Monaten. (Foto: Asfinag)

Salzburg – Himmelblau sind die neuen Autobahn-Vignetten 2020 für Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen, und sie werden wieder teurer. Die Jahresvignette kostet dann 91,10 Euro und ist damit fast 2 Euro teurer als in diesem Jahr.


Die Zehn-Tages-Vignette kostet 9,40 Euro. Pro Jahr werden insgesamt rund 26 Millionen Stück verkauft, das entspricht einem Jahreserlös von rund einer halben Milliarde Euro. Davon werden pro Jahr knapp über vier Millionen Jahresvignetten verkauft. Knapp die Hälfte davon sind bereits digital. Obwohl weniger »Pickerl« in Klebeform verkauft werden, ist der Bedarf insbesondere bei Kurzzeitvignetten nach wie vor hoch.

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Erst vergangene Woche hatte der Nationalrat beschlossen, fünf Autobahnabschnitte, meist im grenznahen Bereich, von der Maut zu befreien, darunter rund zehn Kilometer vom Walserberg bis Salzburg-Nord auf der Westautobahn sowie auf der Inntalautobahn der Abschnitt vom Grenzübergang Kiefersfelden bis Kufstein-Süd.

Klebe-Vignette hat noch seine »Fans«

Der Autobahnbetreiber Asfinag nimmt dies zu Kenntnis. »Die Abänderung eines über viele Jahre bewährten Systems ist jedoch bedauerlich, da zur lückenlosen Bemautung des gesamten österreichischen Autobahnen- und Schnellstraßennetzes nunmehr einzelne Ausnahmen, zumindest temporär, geschaffen werden«, so Alexander Holzedl von der Asfinag. Man prüfe derzeit bereits, wie die Beschilderung der wahrscheinlich ab Mitte Dezember geltenden Mautausnahmen aussehen könne.

Zurück zu den neuen Klebe-Vignetten: Sie sind ab sofort erhältlich, gelten aber erst ab dem 1. Dezember. Die alten 2019er-Jahresvignetten sind bis Ende Januar 2020 gültig. Besonders bei den Jahresvignetten besitzt bereits jeder zweite Kunde eine digitale Vignette, »aber auch die Klebevignette hat noch seine Fans«. Wer bereits in diesem Jahr mit der digitalen Vignette unterwegs ist, kann die Gültigkeit online mit wenigen Klicks verlängern. »Mit dem Abo-Service verlängert sich die Gültigkeit sogar automatisch«, so Holzedl.

Die digitale Vignette, also die Online-Kennzeichenerfassung, geht bereits in das dritte Jahr. Während sie bei der Jahresvignette ihren Siegeszug fortsetzt, ist die digitale Zehn-Tages-Vignette nach wie vor nicht besonders gefragt, weil man auf die Gültigkeit 18 Tage warten muss. Wie bei allen Online-Käufen gilt auch für den Kauf der digitalen Vignette ein gesetzliches Rücktrittsrecht von 18 Tagen. Daher muss der Autofahrer nach dem Kauf einer Digitalen Vignette 18 Tage warten, bis sie gilt. »Kurzentschlossene Autobahnbenutzer müssen daher weiterhin auf die Pickerl zurückgreifen«, so Holzedl. Sofort nutzen kann man die Digitale Vignette nur, wenn man sie in bar an den Mautstationen oder einem Vertriebspartner, zum Beispiel dem ADAC oder zahlreichen grenznahen Tankstellen, bezahlt. Die »Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft«, kurz Asfinag, ist zu 100 Prozent im Besitz der Republik Österreich.

1,5 Milliarden Euro dank Lkw- und Busmaut

2018 haben alleine die kilometerabhängigen Lkw- und Bus-Mauten fast 1,5 Milliarden Euro in die Asfinag-Kasse gespült, der Verkauf der Pkw-Vignetten – Klebevignette und digital – brachte 502 Millionen Euro, die Sondermauten wie zum Beispiel für die Tauernstrecke oder den Brenner noch einmal 189 Millionen Euro.

Gegenüber 2017 sind die Einnahmen jeweils um rund 6,5 Prozent gestiegen. Mit den Einnahmen werden der Ausbau und die Sanierung bestehender Strecken bezahlt. Aus dem Staatsbudget gibt es keine Zuschüsse.

Michael Hudelist

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