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Avantgarde im Zeichen des Löwen: 50 Jahre Peugeot 504

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37 Jahre lang gebaut
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Langläufer: Von 1968 an 37 Jahre lang baute Peugeot den 504. Foto: Thomas Geiger Foto: dpa
Peugeot 504 Cabrio
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Während seiner langen Bauzeit lieferte Peugeot vom 504 auch ein 504 auch ein Cabrio. Foto: Peugeot Foto: dpa
Peugeot 504 Coupé
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Stilvolles Ambiente: Peugeot arrangierte das 504 Coupé auf dem zeitgenössischem Foto vor mondäner Kulisse. Foto: Peugeot Foto: dpa
Peugeot 504 als Kombi
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Familienwagen: Der Peugeot 504 als Kombi. Foto: Peugeot Foto: dpa
Als Pick-up
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Den 504 ließ Peugeot auch als Pick-up vom Band laufen. Foto: Peugeot Foto: dpa
Peugeot 504 von 1969
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Flotter Franzose: Fürs Mitschwimmen im Verkehr taugt dieser Peugeot 504 von 1969 seinem Besitzer immer noch. Foto: Thomas Geiger Foto: dpa
Bequeme Sessel und Lenkradschaltung
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Aussicht auf Fahrgenuss: Bequeme Sessel und Lenkradschaltung hinter dem Lenkrad. Foto: Thomas Geiger Foto: dpa
62 kW/84 PS starker Motor
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Ausreichend kräftig und regelmäßig im Dienst: Der 62 kW/84 PS starke Motor im Fotoauto darf selbiges immer noch mindestens einmal pro Woche in Bewegung setzten. Foto: Thomas Geiger Foto: dpa
Zu moderaten Preisen
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Bodenständiger Begleiter: Verglichen mit anderen Oldtimern aus der Ära kann der Peugeot 504 schon zu moderaten Preisen in die Hände von Oldtimer-Freunden gelangen. Foto: Thomas Geiger Foto: dpa

Er war seiner Zeit um Jahre voraus. Denn als Peugeot 1968 den 504 lancierte, wirkte die Limousine wie aus einer anderen Ära. Kein Wunder, dass der Wagen schier ewig gebaut wurde und es so zum Millionär geschafft hat.


Langen/Köln (dpa/tmn) - Der robust und zuverlässig konstruierte und zeitlos gezeichnete Peugeot 504 machte von 1968 eine Karriere, die 37 Jahre lang dauerte. An deren Ende standen fast vier Millionen Fahrzeuge.

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Darunter waren auch viele familienfreundliche Kombis, praktische Pick-ups sowie schöne Coupés und Cabriolets. Zum 50. Geburtstag der Limousine bietet das laut Kraftfahrt-Bundesamt älteste Exemplar seiner Art in Deutschland den würdigen Rahmen für eine Jubiläumsausfahrt. Natürlich ist der Lack an manchen Stellen ein bisschen stumpf, und am 1,8-Liter-Motor hat der Zahn der Zeit genagt. Doch das halbe Jahrhundert sieht man der Limousine nicht an.

«Der Wagen war damals einfach seiner Zeit voraus», sagt sein Besitzer Thomas Lagally. Er schwärmt vom filigranen Design, während er sich in die avantgardistisch geformten Sessel mit der Einarm-Kopfstütze lümmelt. Diese sind zwar bequemer als manche Wohnzimmer-Möbel, bieten aber null Seitenhalt.

«Und er hält noch heute problemlos im Verkehr mit», rühmt er den Klassiker, der mindestens einmal pro Woche bewegt wird und so im Jahr lässig auf 5000 Kilometer kommt. Auf der Autobahn mag er dabei lahm und laut sein, denn mehr als 140 km/h will man weder dem Motor mit seinen 62 kW/84 PS, noch den Ohren zumuten. Aber wenn man sich erst einmal an die Schaltung hinter dem spacigen Lenkrad und den so zerbrechlich wirkenden Blinkerhebel gewöhnt hat, fährt man damit ganz locker selbst durch den dicksten Stadtverkehr.

Und selten war eine Landpartie so entspannend wie mit der Löwen-Limousine. Mit ihrem langen Radstand, dem komfortablen Fahrwerk und der lässigen Zahnstangen-Lenkung flaniert sie beschwingt über die Nebenstraßen wie ein Sonntagsspaziergänger nach einem schweren Bordeaux zu einem guten Mittagessen. Der vom italienischen Stardesigner Pininfarina gezeichnete 504 ist aber nicht erst als Oldtimer zu einem Schmuckstück gereift, sondern hat die Experten schon bei seinem Debüt 1968 begeistert.

Die Zeitschrift «Auto, Motor und Sport» lobte die Limousine als den französchen Mercedes und meinte damit weniger den seinerzeit stolzen Preis von 11 650 D-Mark als vielmehr den hohen Fahrkomfort in der selbsttragenden Karosserie mit Einzelradaufhängung, die Sicherheit der Scheibenbremsen an allen vier Rädern und das für die 4,49 Meter Länge fast schon luxuriöse Platzangebot, das dem verschwenderischen Radstand von 2,74 Metern zu verdanken ist.

Während man für die Seltenheiten von Mercedes oder Porsche aus jenen Jahren heute ein Vermögen zahlen muss, ist das Massenauto auch als Oldtimer ein bürgerliches Vergnügen und zu Preisen zwischen 8000 und 12 000 Euro zu haben, sagt Lagally. «Nur die Kombis und Coupés sind etwas teurer, und die Cabrios können auch mal das Doppelte kosten.»

Trotzdem warnt er Neueinsteiger. Denn der 504 teilt ein Problem, das alle Autos aus den 1970ern haben: Den vergleichsweise gravierenden Rostbefall. Doch der Frankreich-Fan hat einen todsicheren Tipp, wie man die Spreu vom Weizen trennen kann. Von jahrelang zur Seite gestellten Scheunenautos würde er die Finger lassen. «Aber was heute noch fährt, das ist offenbar so gut gepflegt worden, dass man es bedenkenlos kaufen kann. Das hält bestimmt noch einmal 50 Jahre.»