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Ayhan vom Buhmann zum Matchwinner: »Tut für die Seele gut«

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Fortuna Düsseldorf - SC Freiburg
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Düsseldorfs Doppeltorschütze Kaan Ayhan (l) feiert das 1:0. Foto: Federico Gambarini Foto: dpa

Abwehrchef Kaan Ayhan hatte bei Fortuna Düsseldorf zuletzt seinen Stammplatz verloren. Beim Comeback nach sechs Wochen traf er gleich doppelt.


Düsseldorf (dpa) - Erst verletzt, dann krank, dann außen vor - und nun der Held: Nach einer persönlichen Leidenszeit feierte Fortuna Düsseldorfs Abwehrchef Kaan Ayhan eine eindrucksvolle Auferstehung.

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Zum ersten Mal seit sechs Wochen kam der 24-Jährige bei Fortuna Düsseldorf zum Einsatz - und prompt erzielte er beim wichtigen 2:0 (0:0) gegen den SC Freiburg beide Tore (55./79.).

»Im einen Spiel ist man der Buhmann, im nächsten der Matchwinner. So schnell geht es im Fußball«, sagte der türkische Nationalspieler und ergänzte schmunzelnd: »Um als Verteidiger einen Doppelpack machen, muss schon viel zusammenkommen. Ich zocke relativ oft FIFA. Da stelle ich mich immer in den Sturm. Vielleicht bringt das was.«

Ein schöner Tag sei es schon gewesen, als er von seiner Rückkehr in die Startelf erfahren habe. »Aber so habe ich mir das nicht einmal erträumt«, sagte der frühere Schalker: »Ich wollte über einfachen Fußball meinen Job erledigen. Dass am Ende Doppelpack Ayhan auf der Anzeigetafel steht, tut aber gut für die Seele.«

Denn nach drei Niederlagen mit 1:13 Toren war Ayhan von Trainer Friedhelm Funkel als zwischenzeitlicher Schwachpunkt ausgemacht und ausgerechnet an seinem 24. Geburtstag gegen Hertha BSC auf die Bank gesetzt worden. Nachdem sein Team 4:1 gewonnen hatte, fiel Ayhan aus und saß nach Genesung weiter auf der Bank. Am Samstag sah Funkel die Bedenkzeit für beendet an.

Er habe Ayhan zurück ins Team beordert, »weil er der bessere Fußballer ist« als Stellvertreter Robin Bormuth, sagte Funkel. Ayhan meinte, es seien zuletzt »eben komische Umstände gewesen. Zunächst war es abgesprochen, dass ich für ein Spiel eine Pause bekomme. Dann war ich verletzt, dann wurde ich krank, dann sagte der Trainer, die Innenverteidigung habe es gut gemacht.« Dafür habe er Verständnis gehabt: »Ich habe nicht das Recht zu sagen, ich sehe es anders. Heute hat sich der Trainer für mich entschieden und wurde belohnt. Ich kann aber nicht versprechen, dass ich jetzt immer einen Doppelpack mache.«

Für Ayhan war es im 43. Bundesliga-Spiel der zweite und dritte Treffer. Den ersten hatte er 2014 für den FC Schalke 04 ebenfalls gegen Freibrg erzielt. Auch das kommentierte Ayhan ironisch und sagte: »Ich habe ja schon so ein bisschen die Befürchtung, dass ich immer nur noch gegen Freiburg treffe.«

Durch den dritten Saisonsieg verbesserte sich die Fortuna, bei der am Montag der neue Sportdirektor Lutz Pfannenstiel seinen Dienst antritt, mit zwölf Punkten auf Rang 16. Die Freiburger verpassten mit 17 Punkten die große Chance, sich vorentscheidend von den Abstiegsplätzen abzusetzen.

Christian Streich (seit 2011 im Amt) verlor damit das Duell des dienstältesten Trainers der Liga gegen den ältesten Funkel (65). Und übte dann bemerkenswerte Selbstkritik. »Die Mannschaft war schwach. Und ich war es wohl auch. Sonst spielt eine Mannschaft nicht so«, sagte der 53-Jährige: »Ich weiß nicht, warum wir so unsicher waren. Es hat vor der Pause angefangen und danach nicht aufgehört mit den Missverständnissen.«

Informationen zum Spiel bei bundesliga.de