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Bach in einem neuen musikalischen Gewand

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Einen großen Bogen um die Musikgeschichte schlug die Bläserformation »Chiemgau Brass« der Musikschule Traunstein beim zweiten Konzert vor dem Freialtar in Maria Eck. (Foto: Plützer)

Mit den festlichen Klängen der Tänze aus der »Terpsichore« von Michael Prätorius empfingen die zehn Musiker von »Chiemgau Brass« ihr Publikum im feierlichen Rund vor dem großen Freialtar in Maria Eck. Genuss pur an einem lauen Sommerabend.


»Es ist schön, dass Sie da sind – und es ist schön, dass dieses Wetter da ist«, begrüßte Georg Holzner, der Kopf von »Chiemgau Brass« und Leiter der Musikschule Traunstein, die Veranstalter dieses Abends war, seine Gäste. Denn Sommerabende, die ihren Namen verdienen, sind ja nun wahrlich rar in diesem Jahr. Zum zweiten Mal hatte »Chiemgau Brass« nach Maria Eck eingeladen – »also haben wir schon Tradition«, scherzte Holzner. Und was für eine! Vom Mond beschienen entführten die Blechbläser ihre Zuhörer in ihre vielfältige Klangwelt. Allein die vier Trompeter hatten jeder drei bis vier Instrumente zur Auswahl vor sich stehen.

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Schließlich schlug das Programm einen Bogen durch die Musikgeschichte. Und mit ihr veränderten sich auch die Instrumente und Klangfarben. Nach dem Beginn in der Renaissance durfte natürlich der Barock mit Johann Sebastian Bach nicht fehlen. Die ursprünglich für Orgel komponierte Fuge in g-Moll (die Kleine) erschien in ganz neuem Gewand mit Trompeten, Posaunen und Tuba. Das gefiel auch den Ziegen auf der benachbarten Wiese unterhalb des Klosters, die das Konzert immer wieder fröhlich meckernd untermalten zur Erheiterung aller Anwesenden.

Händels Feuerwerksmusik rundete den sogenannten klassischen Teil des Abends ab. Dann wurde es jazzig – und auch dem letzten Besucher warm nicht nur ums Herz. »Libertango« ist eines der berühmtesten Stücke von Astor Piazolla, der 1992 verstorben ist – ein Stück, das unter die Haut geht, melancholisch und auch aggressiv. Unter die Haut aber ging vor allem auch das Jazztrompeten-Solo von Franz Himpsl. Das berühmte »Tico Tico« von Zequinha Abreu, gespielt mit Trompete – damit begeisterte Georg Holzner sein Publikum. Und mit George Bassmans »I'm getting sentimental over you« gab's auch einen richtigen Swing-Klassiker vom Feinsten. Wie warm und weich so ein Posaunenklang doch sein kann! Warm und weich wie die Luft an einem Sommerabend. Das Wetter für das kommende Jahr ist schon bestellt! Petra Plützer