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Bachauskehr bringt Forellen, Krebse und E-Bike zu Tage

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Traunreut: Bachauskehr am Steiner Mühlbach bringt Forellen, Krebse und ein E-Bike zu Tage
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Beim Abfischen im Steiner Mühlbach kommt so einiges ans Licht. Ein E-Bike, das achtlos »entsorgt« wurde, zogen die Mitarbeiter der Schlossbrauerei Stein am Montag vor dem E-Werk an der Bundesstraße 304 aus dem Bach. (Fotos: Rasch)

Traunreut – Alle Jahre wieder: Mit ihren Keschern sind rund 30 ehrenamtliche Fischer gestern durch den Steiner Mühlbach gezogen. Das Abfischen anlässlich der Bachauskehr, bei der für drei Tage das Wasser abgelassen wird, ist eine schöne Tradition und auch für die Kinder am letzten Ferientag ein tolles Erlebnis.


Ganz und gar begeistert war der elfjährige Ludwig, der die Aktion aufgeregt vom Bachufer aus verfolgte. »Das schönste sind die Fische«, verriet er – kurz angebunden – dem Traunsteiner Tagblatt.

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Hauptsächlich Bach- und Regenbogenforellen holten die Fischer aus dem Mühlbach. Um genug Sauerstoff vorzuhalten, bleibt immer Restwasser im Bach. Sie verwenden einen Kescher, der mit einem Stromaggregat verbunden ist. Durch die Elektroschocks werden die Fische kurzfristig betäubt. Ein Fisch nach dem anderen wird in bereitstehende Eimer befördert. Die gefangenen Fische werden zum Teil in die Traun umgesetzt, ein Großteil wird in Weihern gehältert. Wenn das Wasser wieder fließt, werden diese Fische dann wieder in den Steiner Mühlbach eingesetzt.

Nach Angaben der Fischer hält sich in den letzten Jahren auch vermehrt der sogenannte amerikanische Flusskrebs auf. Für diesen Krebs, der sich immer mehr verbreite, seien die einheimischen Edelkrebse ein gefundenes Fressen, erklärten die Fischer. Dass sich dieser Krebs, der aus Nordamerika stammt, sowohl in der Traun als auch im Mühlbach sehr wohl fühle, zeuge von einer sehr guten Wasserqualität. »Beißen lassen brauchst du dich nicht«, sagte Fredl Forster, der einige Exemplare in einem Eimer präsentierte.

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Fredl Forstner hatte in seinem Eimer amerikanische Flusskrebse: »Beißen lassen braucht man sich nicht«, meint er. Immer mehr dieser Krebse verbreiten sich im Steiner Mühlbach.

Einmal im Jahr wird der Steiner Mühlbach abgelassen und von den Triebwerksbesitzern gesäubert, außerdem werden mögliche Schäden an der Bachwand behoben. Entlang des Mühlbachs betreiben die Poschmühle und das Sägewerk Huber in Sankt Georgen je ein Kraftwerk. Die Firma Gattermann betreibt ein Kraftwerk an der Säge und eines an der Bundesstraße 304. Ebenfalls zwei Kraftwerke betreibt die Schlossbrauerei Stein. Eines an der ehemaligen Hammerschmiede und ein weiteres kurz vor dem Einlauf des Steiner Mühlbachs in die Traun.

Die Schlossbrauerei nutzt die Tage, um im Bereich des Kraftwerks an der Bundesstraße eine Bachwand abzudichten, um einen größeren Schaden an einem Privathaus, in das es offenbar nass eingeht, abzuwenden. Nach Angaben der Brauerei sei dafür eine Firma mit den Abdichtungsarbeiten beauftragt worden. Bei den anderen Triebwerksbesitzern beschränken sich die Maßnahmen heuer auf die üblichen Reinigungsarbeiten und kleinere Sanierungen der Bachwände sowie Instandsetzungen an den Turbinen.

Die Triebwerksbesitzer sind auch dafür verantwortlich, die von Menschen oft achtlos im Bach »entsorgten« Gegenstände, die an den Rechen der E-Werke hängen bleiben, auf eigene Kosten ordnungsgemäß zu entsorgen. Am E-Werk der ehemaligen Hammerschmiede zogen die Mitarbeiter gestern ein E-Bike aus dem Bach. ga

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