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Bachgesellschaft personell neu strukturiert

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Die neue Vorstandschaft der Salzburger Bachgesellschaft mit (von links) Dr. Alois Navara, Dr. Bernhard Zettl, Dr. Albert Hartinger und Leonhard Hartinger. (Foto: Aumiller)

Der Gründer und seit 42 Jahren Leiter der Salzburger Bachgesellschaft, Prof. Dr. Albert Hartinger, übergibt die künstlerische und organisatorische Leitung in neue Hände.


Bei der Pressepräsentation des Konzertprogramms für die Saison 2018/19 stellte Hartinger den neuen Vorstand vor, der ab der kommenden Saison die Verantwortung übernimmt. Neuer erster Vorsitzender ist Rechtsanwalt Dr. Bernhard Zettl, seit 1981 ein Fan der Bachgesellschaft und seit einigen Jahren Mitglied des Kuratoriums. Für die Finanzen ist als Kassier künftig Dr. Alois Navara zuständig. Er ist seit 40 Jahren nicht nur Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, sondern auch ebenso lange Abonnent der Bachgesellschaft.

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Zum Schriftführer wurde Leonhard Hartinger gewählt, der mit 21 Jahren an der Uni studiert und den Beruf des Musikpädagogen anstrebt. Aus dem familiären Hintergrund bringt er viel Erfahrung für die Praktiken der Bachgesellschaft und die Pflege internationaler Künstlerkontakte ein. Künstlerisch top aufgestellt ist die Bachgesellschaft mit den beiden Beiräten: Cembalist und Univ. Prof. Florian Birsak und Howard Arman, Leiter des BR-Rundfunkchors. Für die musikhistorische Forschung bringen sich Dr. Andrea Lindmayr-Brandl und Dr. Thomas Hochradner ein. Dr. Albert Hartinger bleibt als Ehrenvorsitzender der Bachgesellschaft verbunden.

Die Salzburger Bachgesellschaft entwickelte sich zu einem Zentrum der Bachpflege in Österreich, worin auch weltberühmte Künstler und Ensembles ihr Salzburg-Debüt gaben. Als Kulturveranstalter befinde sich die Bachgesellschaft im Spannungsfeld zwischen hoher Qualität, guter Behandlung der Künstler, moderaten Eintrittspreisen und sauberen Finanzen, wie Navara es formulierte. Das Publikum sei das Wichtigste, darüber sind sich alle einig. Folglich will man neue Publikumsschichten gewinnen, neue Zugänge zu Bach öffnen und immer wieder neue Ensembles zum Debüt in Salzburg einladen. Der musikalischen Nachwuchspflege gilt mit der Kinder- und Jugendarbeit besondere Aufmerksamkeit. Eine Brücke soll geschaffen werden von Kindern zu jungen Erwachsenen für ein künftiges neues Stammpublikum.

Abschlussveranstaltung der laufenden Saison ist das Barockfest im Domquartier am 1. Juli. Im dritten Jahr sind das Domquartier und die Universität Mozarteum Kooperationspartner der Bachgesellschaft. »Mit dem Barockfest knüpfen wir an die historische Tradition an«, sagte Dr. Elisabeth Resmann, Geschäftsführerin des Domquartiers, und sie betonte: »Wir tun es sehr umfassend. Wir haben eine eigene Sparte Musik etabliert mit dem Motto ‘Ohne Musik wäre alles nichts’.« Großer Wert werde auf hochkarätige Veranstaltungen gelegt, die sich über 200 Jahre Musikgeschichte erstrecken und geplant sei auch eine vermehrte Kooperation mit der Universität Mozarteum und der Mozartwoche der Stiftung Mozarteum.

Florian Birsak hat für das Projekt der Bespielung des Domquartiers ein spannendes Thema gefunden: ein Fest für und mit den Musen. Das Eröffnungskonzert startet mit dem Barockorchester der Uni Mozarteum und namhaften Solisten im Carabinierisaal. Die Wandelkonzerte laden dann in verschiedenen Sälen zu »Diana & Apollo«, »Venus & Adonis«, »Bacchus & Ariadne«, »Herkules & Hebe«, »Neptun & Salicia«, weiter zu »Soli Deo Gloria« im Nordoratorium und zum Schlusskonzert im Dom mit der Hieronymus-Messe von Michael Haydn. Diese wird Alfredo Bernardini im Original dirigieren, möglichst detailgetreu so nachgestellt, wie Leopold Mozart es beschrieb. Es sei Absicht, dass nicht jeder das gesamte Programm absolvieren könne, sondern jeder der Besucher etwas anderes wählen und erleben kann. Infos gibt es auch unter www.salzburger-bachgesellschaft.at. Elisabeth Aumiller