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Baders entscheidende Wochen - FCN-Sportchef muss bangen

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Club-Manager
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Martin Bader steht beim FCN gehörig unter Druck. Foto: David Ebener Foto: dpa

Nürnberg (dpa) - Der drohende achte Bundesliga-Abstieg könnte zu einer Zäsur beim 1. FC Nürnberg führen. Selbst Sportvorstand Martin Bader stünde dann wohl vor dem Aus - nach zehn Jahren in fränkischen Diensten, in denen er den Club nach außen und innen wie kein anderer repräsentierte.


Wenn in den letzten beiden Saisonspielen keine Wende gelinge, «dann bin ich auch abgestiegen», erkannte Bader. «Wenn es für den 1. FC Nürnberg die richtige Entscheidung ist (den Club zu verlassen), dann muss man sich mit den Gremien zusammensetzen», sagte er am Sonntagabend bei Sky.

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Sechs Trainingseinheiten und jede Menge schlaflose Nächte trennen Bader an der Spitze und Abertausende Club-Anhänger an der Basis noch von der zum Abstiegs-Endspiel erklärten Partie gegen Hannover 96. Nach dem letzten Heimauftritt am Samstagnachmittag könnte die Hoffnung des taumelnden Tabellen-17. auf den Relegationsplatz gestiegen oder der Abstieg endgültig besiegelt sein: Dann nämlich, wenn der FCN seine zehnte Pleite im elften Spiel kassieren und dem Zweitliga-Mitbewerber Hamburger SV gegen Champions-League-geschwächte Münchner Bayern eine kleine Fußball-Sensation gelingen sollte.

Bader, der vor sechs Jahren bereits einen Nürnberger Abstieg miterlebt hat, ist momentan der große Buhmann im Umfeld. Die Fans lasten ihm eine überschnelle Trennung vom beliebten Trainer Gertjan Verbeek an, eine Trotzreaktion der Mannschaft im ersten Spiel von Interimscoach Roger Prinzen blieb beim 0:2 in Mainz aus. «Bitter», urteilte Bader. Andererseits sei die Trainerwechsel-Maßnahme «auf drei Spiele angelegt, mit der Hoffnung auf fünf». Denn im Extremfall droht ein Relegationsduell mit Lokalkontrahent Greuther Fürth.

Seit Jahren versucht der FCN den Vorstadt-Club verbal und sportpolitisch möglichst klein zu halten - ein Abstieg gegen die Spielvereinigung wäre an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Auch für Bader wäre ein Weiter-so in Nürnberg bei so einem Scherbenhaufen dann kaum möglich, obwohl er sich im vergangenen Jahrzehnt als einzige starke Führungspersönlichkeit im Verein etabliert hat.

Finanzfachmann Ralf Woy, der den zweiten Vorstandsposten ausfüllt, tritt nach außen kaum in Erscheinung und gilt als loyal. Aufsichtsratschef Klaus Schramm manövrierte sich im Oktober vergangenen Jahres intern und extern selbst ins Abseits, als er sich öffentlich für den Schweizer Christian Gross als neuen Trainer stark machte und Baders Schweigepolitik damit torpedierte.

Bader hat erkannt, dass es eng wird - für ihn selbst und seinen Club. «Man hat es den ganzen Tag im Kopf, man führt viele Gespräche, man ist bei der Mannschaft. Klar, dass die Lebensqualität komplett leidet», sagte er. In Nürnberg macht zurzeit die Floskel die Runde, im Schlussspurt zwingend noch mal «alle Kräfte bündeln» zu wollen. Interimscoach Prinzen hat das in seiner Planung bedacht: Für Dienstag um 10.00 Uhr hat er eine Trainingseinheit im Kraftraum angesetzt.