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In Konrad Weigls Garten wachsen Ahorn, Buche und Co als Bonsais

Bäume im Kleinformat

Alle heimischen Baumarten auf einem Fleck in Konrad Weigls Garten. (Foto: Merker)

Berchtesgaden – Eiche, Esche, Erle – Diese und andere einheimische Baumarten zieht Konrad Weigl als Bonsais.


Über die Jahre hat er dreizehn verschiedene Bäume gezogen und nun wachsen sie in einem Beet vor seinem Haus. Die Freude am Gärtnern hat Weigl von seinem Vater geerbt, der das Grundstück in den 50er-Jahren bepflanzt und angelegt hat.

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Die Haselnuss hat Konrad Weigl aus einem Kern selber gezogen, die anderen Bäume hat er als Schösslinge aus dem Wald mitgebracht und sie wachsen nun als Mini-Ausgabe. Regelmäßiges Schneiden verhindert ein zu starkes Wachstum. »Die Bäume stecken in Töpfen, damit die Wurzelbildung eingeschränkt wird.« Die Eiche ist schon 20 Jahre alt, aber nur gerade mal 50 Zentimeter hoch. Esche, Erle und Ahorn sind auch darunter und im Frühling treiben ihre kleinen Blätter aus. Nur die Kastanie eignet sich nicht für die Bonsaizucht, da sie so wenig Äste hat.

Weigl versucht es trotzdem. In einem Topf steckt eine Kastanie und an den gestutzten Astenden wachsen die Blätter. Das Stutzen fällt bei den Nadelbäumen leichter. Ganz kugelig ist die Lärche und auch die anderen Nadelbäume sind in Form geschnitten. Weigl hebt die Blätter der Hainbuche hoch und zeigt auf den Stamm. »Den habe ich aus drei einzelnen Stämmen geflochten.« Doch nicht nur die Kleinausgaben sind in Form geschnitten. Schon Konrad Weigls Vater hat die Hainbuchen im Garten in form getrimmt. Wie überdimensionierte Pilze stehen sie in dem großen Garten. »Die muss man einmal im Jahr schneiden.« Eine Buche hat der Gärtner in die Form des Hinkelsteins von Obelix gebracht. »Mir macht Gartenarbeit einfach Spaß. Es ist ein idealer Ausgleich für meinen Bürojob.«

Weigls Garten ist sehr gepflegt. Als er ihn von seinem Vater übernommen hat, ließ er die Grundstruktur gleich, doch brachte seine persönlichen Akzente mit ein. So ordentlich sah der Garten aber nicht immer aus. Nach dem verheerenden Hochwasser 2013 trat der Weiherbach, der an einer Seite durch das Grundstück fließt, über das Ufer und hinterließ eine Schlammschicht. Ein Bagger musste sie vorsichtig abtragen. Daraufhin hat Weigl die Uferböschung neu befestigt. Beim Zement verwendete er selbstgesiebten Flusssand, der sich dazu ideal eignet.

Auch die Bachsohle hat er wieder herstellen müssen. Viele Steine hat er hineingeklopft und mit Flusssand abgedichtet. Heute plätschert der Weiherbach munter durch den Garten und man kann ihn ein wenig aufstauen, um sich im Sommer abzufrischen. Zwei Brücken hat Weigl gebaut, die sich in Falle eines Hochwassers abnehmen lassen. Die Gemüsebeete hat der passionierte Gärtner gerade frisch umgegraben. Seit die Kinder aus dem Haus sind, hat er den Gemüsegarten etwas reduziert, wie Weigl erzählt. Denn seine Frau und er konnten das alles gar nicht mehr verwerten. Der Pflücksalat und die Tomaten sind aber schon angepflanzt. »Ich habe glücklicherweise keine Probleme mit Schnecken im Garten.« Einen Satz, den man nicht oft von einem Gärtner hört. Genauso wenig wie den, dass er gerne Rasen mäht. So hält Konrad Weigl seinen Garten in Topform. Christoph Merker