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Kirchanschöringer offensichtlich zufrieden mit der Arbeit des Bürgermeisters – Nur wenige Wortbeiträge

Bahn und Bus bei Bürgerversammlung angesprochen

Kirchanschöring – Sichtlich zufrieden mit der Arbeit von Bürgermeister Hans-Jörg Birner und seinem Gemeinderat zeigten sich die zahlreichen Besucher der Bürgerversammlung im Salitersaal.

Fragen in der Bürgerversammlung gab es zum Stundentakt im Schienennahverkehr auf der Strecke zwischen Freilassing und Fridolfing einzurichten.

Bei den Diskussionsbeiträgen ging es um den Variobus, den Ausbau der Götzinger Achen und Mahnbescheide der Gemeinde, die sehr spät zugestellt wurden.

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Ein Besucher wollte wissen, woran es liegt, dass es so lange dauere, bis die Gemeinde die Mahnbescheide erlasse. Bürgermeister Hans-Jörg Birner machte deutlich, dass die Verwaltung aktuell intensiv daran arbeite, Zahlungsrückstände aus vergangenen Jahren, die aufgrund eines Personalproblems zustande kamen, zu verifizieren. »Wir arbeiten bis zurück ins Jahr 2012 nochmals alles auf; alles andere ist verjährt.«

Bei einer weiteren Wortmeldung ging es um den Gesamtausbau der Bahnstrecke und um den Antrag des Bürgermeisters der Stadt Laufen, Hans Feil, an seinen Stadtrat, einen Stundentakt im Schienennahverkehr auf der Strecke zwischen Freilassing und Fridolfing einzurichten. Diese Taktung beschere den Anwohnern eine bessere Verkehrsanbindung, sagte Angelika Straßer, die sich erkundigte, »was sich hinsichtlich der Bahn in Kirchanschöring bewegt«.

Birner bestätigte, dass der Kirchanschöringer Gemeinderat das Einführen des Stundentaktes bereits in der kommenden Sitzung am morgigen Donnerstag behandle. Schon jetzt zeigte sich Birner zuversichtlich, dass der geplante Stundentakt theoretisch machbar sei, während er eher bezweifle, dass es in absehbarer Zeit zu einem kompletten Streckenausbau kommt.

Da der Probebetrieb des Variobusses Ende 2016 ausgelaufen ist, steht noch offen, wie es weitergehen soll. Auf eine entsprechende Nachfrage bestätige Bürgermeister Birner, dass die betroffenen Städte und Gemeinden Tittmoning, Fridolfing, Kirchanschöring, Taching am See und Waging am See den Variobus zwar weiterführen möchten, allerdings in abgespeckter Form. Daher stehe das Thema auch auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung.

»Der ruht leider noch immer«

Schließlich fragte eine Bürgerin noch an, was sich beim Ausbau des Hochwasserschutzes an der Götzinger Achen tue. »Der ruht leider noch immer«, bedauerte Birner. Dies liege am Widerstand eines Anwohners.

Mit dem Ausbau des Hochwasserschutzes am Rodingbach gehe es hingegen zügig weiter. Der aktuelle Stand der einzelnen Maßnahmen war auch Gegenstand des Rechenschaftsberichtes, den der Bürgermeister vor der Diskussionsrunde hielt. Laut Birner sollen die Arbeiten zum II. Bauabschnitt der Hochwasser-Schutzmaßnahmen am Rodingbach noch heuer im Sommer, spätestens aber im Herbst, über die Bühne gehen. Die dafür notwendigen Rodungsarbeiten am Moorwald seien schon teilweise erledigt.

Die Gemeinde habe auch schon alles eingeleitet, um das überschwemmungsgefährdete Gebiet in Rothanschöring zu schützen: »Das Konzept liegt vor, die Ausschreibung und Vergabe für die Planung erfolgte, die Feinplanung steht auf der diesjährigen Agenda, die Umweltpunkte sind in diesem Jahr abzuarbeiten, sodass man hoffen darf, dass man 2019 loslegen kann.« Etwas schneller soll es beim Breitbandausbau gehen. Flächendeckend sollen künftig fast alle Ortsteile mit Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde versorgt sein. Im Kooperationsvertrag, den die Gemeinde im November 2016 mit der Deutschen Telekom geschlossen hat, sei festgeschrieben, dass es zwölf Monate dauere, bis der Auftrag abgewickelt ist.

Birner berichtete auch, dass es um die kommunalen Finanzen sehr gut bestellt sei. Allein die Rücklagen lägen heuer bei rund 5,8 Millionen Euro. Die Gemeinde komme auch noch nach Jahren ohne Schlüsselzuweisungen hervorragend zurecht. Man profitiere von der guten Gewerbesteuereinnahme, die heuer bei rund 6 Millionen Euro liegt, und von der gestiegenen Einkommenssteuerzuweisung. Für das Haus der Begegnung, dessen Fundamente aktuell gelegt werden, nehme die Gemeinde ein Darlehen auf, »weil es der Bauherr, die eigens dafür gegründete Kommunale Wohnbaugesellschaft, nicht durfte«. Sie ist aber eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Gemeinde, die letztlich für das Haus haftet.

Preisgünstige Mietwohnungen

Die Wohnbaugesellschaft konzentriere sich nicht nur auf das Haus der Begegnung, vielmehr wolle sie auch ein zweites Objekt in die Hand nehmen im neuen Baugebiet Kirchanschöring Ost II. Damit komme man den Kirchanschöringern entgegen, die auf der Suche nach gut geschnittenen und preisgünstigen Mietwohnungen sind. Die vom Freistaat Bayern aufgelegte neue Wohnraumförderung trage entscheidend dazu bei, das Angebot an preiswertem Wohnraum zu erhöhen. Die Kommunale Wohnbaugesellschaft könne die Förderung nun nutzen, um dieses Haus zu bauen, damit auch junge Leute dableiben.

Dass auf den heimischen Sportplätzen viel und oft Fußball gespielt wird, sieht man den Anlagen mittlerweile an. Deshalb will die Gemeinde als Eigentümerin alle drei Plätze sanieren. Sie erhalten teilweise einen neuen Unterbau und eine Bewässerungsanlage, die den Rasen automatisch berieselt. Auch der mittlere Platz, die Tribüne, die mit Tartan beschichtete Laufbahn und der Asphaltplatz seien in die Überlegungen integriert.

Ebenso sei eine barrierefreie WC-Anlage bei der Tribüne beabsichtigt. »Obwohl die Ausschreibung bereits weitestgehend vorbereitet ist, handelt es sich um eine längerfristige Planung, zumal der Sportverein auch noch Spielplanänderungen während der Modernisierung erarbeiten muss«, sagte Birner. Der Finanzplan der nächsten Jahre sieht auch die Renovierung des Schulgebäudes vor. In erster Linie gehe es um die energetische Sanierung der Fassade, die mit dem Tausch von Fenstern und Türen verbunden ist.

Zugleich statte man das Gebäude innen unter anderem mit einer neuen, energiesparenden Beleuchtung, neuen Sanitärräumen und neuen Gruppenräumen in den jetzigen Fluren aus. »Die Ausschreibungen können wir so halten, dass die Arbeiter erst nach Ende des Schultages um 13 Uhr anrücken«, informierte der Bürgermeister.

Weniger Rücksicht müssen die Bauarbeiter auf den laufenden Betrieb der Alten Schule in Kirchstein nehmen, denn das Haus kann auch genutzt werden, wenn demnächst der Lift eingebaut und der nötige zweite Fluchtweg angelegt werden. Den Lift lässt die Gemeinde einsetzen, damit auch ältere und behinderte Menschen barrierefreien Zugang zu allen Räumen haben.

Im Auftrag der Gemeinde bemühte sich bislang die Behindertenbeauftragte Brigitt Blümel, dass diese Personen barrierefrei durch den Alltag kommen. Nachdem die Behindertenbeauftragte aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten muss, sucht die Gemeinde für sie eine Nachfolgerin, informierte Birner. ca