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Aufführung der Traunsteiner Ballettschule am Taubenmarkt im Theater im Kurgastzentrum in Bad Reichenhall – 20-jähriges Bestehen gefeiert

Ballettschülerinnen und Profitänzer gemeinsam auf der Bühne

Eine grandiose Vorstellung präsentierte die Traunsteiner Ballettschule am Taubenmarkt unter der neuen Leitung von Tatjana und Mohamed Youssry im Theater im Kurgastzentrums Bad Reichenhall. Im ausverkauften Theatersaal, in dem sich vor allem viele Traunsteiner Zuschauer befanden, begeisterten die Tänzerinnen und Tänzer mit Können, Anmut, Grazie und Professionalität das Publikum und entführten es in die faszinierende Welt des Balletts.

Einen ganz besonderen Blickfang bildeten bei der Aufführung die Tänzerinnen des »Jugendlichen Balletts« mit »Valse Lente« nach Musik von Léo Delibes.

Auch Oberbürgermeister Christian Kegel mit Ehefrau ließ sich dieses Ereignis nicht entgehen und war voller Begeisterung. Ebenfalls zu Gast waren Marion Vitzthum-Rusu und Teodor Rusu, die nach ihrer professionellen Karriere als Balletttänzer am 1. Juli 1996 die Ballettschule in Traunstein gegründet und bis 2014 geleitet haben. Damit die Ballettschule und ihre Arbeit weitergeführt werden, suchten sie Nachfolger und fanden zwei junge Balletttänzer, Tatjana und Mohamed Youssry, die ab Januar 2015 die Leitung übernahmen und den Unterricht der ca. 150 Schüler fortsetzten.

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Die beiden geben ihre internationale Bühnenerfahrung und -kenntnisse an die jüngere Generation weiter und ermutigen und fördern die Tänzerinnen und Tänzer. Neben dem Ballettunterricht sind auch Aufführungen von großer Bedeutung. Sie geben den Schülern die Möglichkeit, ihre Fortschritte öffentlich zu präsentieren. Das motiviert und stärkt in hohem Maße den Zusammenhalt der Schüler untereinander, zum anderen ist die Theateratmosphäre eine wichtige Erfahrung.

Als Moderator führte Armin Frauenschuh durch das Programm. Bei der Galaveranstaltung in Bad Reichenhall wurde zugleich das 20-jährige Bestehen der Ballettschule gefeiert. Die Schüler zeigten ihr Können in einer beeindruckenden Vielfalt anspruchsvoller Choreografien. Eine besondere Überraschung boten internationale Profitänzerinnen und Profitänzer, die vom Ehepaar Youssry aus renommierten Opernhäusern eingeladen wurden. Auch unter der neuen Leitung bleibt die Ballettschule ihrer Linie treu: akademisches Ballett und musikalische Bindung an Positionslehre, jedoch vielfach aufgelockert durch spielerische Elemente sowie raffinierte Gestik und Mimik.

Die Auftritte der Schülerinnen wechselten sich mit denen der Profitänzer ab. Den Auftakt machten die Schüler der tänzerischen Früherziehung unter dem Motto »Farbenfrohe Welt« zur Musik von Brahms' Ungarischen Tänzen nach der Choreografie von Andreas Joesten. Ihre Formationsbildungen tanzten sie zauberhaft in musikalischem Einklang. Anschließend folgten die Schüler des Kinderballetts Stufe 1 mit »Moment Musical«, Musik von Franz Schubert und »Menuetto«, Musik von Luigi Boccherini. Die zwei besonders ausgereiften Choreografien von Tatjana Youssry verliehen den Auftritten mit 24 und 18 Tänzern durch ihre Bewegungsfolgen und dem Zusammenspiel unterschiedlicher Formationen besondere Ausdrucksstärke.

Zwischen diesen beiden Darbietungen begeisterten Ivy Amista und Erik Murzagaliyev vom Bayerischen Staatsballett mit »Spring Waters«, Musik von Sergei Rachmaninow. Mit federleichten Sprüngen schienen sie davonzufliegen, man fühlte sich plötzlich auf dem Schnittpunkt zwischen der Anmut der vergangenen Zeit und der raumgreifenden tänzerischen Freiheit von heute.

Das Kinderballett Stufe 2 glänzte danach mit der »Tarantella«, Musik von Gioacchino Rossini. Hervorragend meisterten die Tänzerinnen die harmonisch ausgearbeitete Choreografie. Die 16 Schülerinnen überzeugten durch ihr tänzerisches Können mit Schelle und ausdrucksstarker Gestik. Krasina Pavlova und Arshak Ghalumyan vom Staatsballett Berlin verzauberten im Anschluss das Publikum mit ihrem Tanz »Journey« Pas de deux, Musik von Tigran Hamasyan und Choreografie von Arshak Ghalumvan. Es folgten zwei weitere Auftritte der Ballettschule. Das Kinderballett Stufe 3 beeindruckte mit »Ballet Class«, Musik von Peter I. Tschaikowski und einer außergewöhnlich faszinierend inszenierten Choreografie der Schulleiter, die die 11 Tänzerinnen spielerisch, lebendig, verlockend und auch komisch zum Lachen durch ihre Tanzfertigkeit vorführten.

Das »Jugendliche Ballett« mit »Valse Lente«, Musik von Léo Delibes, bildete einen ganz besonderen Blickfang mit seinen Blau-Weißen Kostümen. Mit hoher Konzentration und Tanz auf Spitze beeindruckten die 10 Tänzerinnen, die eine äußerst romantische Note ausstrahlten, mit Anmut und Grazie. Die internationalen Gäste Katherina Markowskaja und Maxim Chashchegorov beendeten mit ihrem atemberaubenden Auftritt aus »Dornröschen« Grand Pas de deux, mit heftigem Beifall den ersten Teil der Veranstaltung.

Ein Highlight zu Beginn des zweiten Teils war der 2. Akt Pas de deux aus Schwanensee, getanzt von Ivy Amista und Erik Murzagaliyev vom Bayerischen Staatsballett. Im Anschluss daran präsentierte die Förderklasse der Ballettschule »Pas de Cing«. Mit Spitzentanz und großer Ausdrucksfähigkeit tanzten sie schwierige Schrittpassagen gekonnt, überzeugend, und hinterließen einen ganz besonderen Eindruck. Die ausdrucksstarke choreografische Gestaltung von Maged Mohamed beim nachfolgenden Auftritt von Katherina Markoskaja und Maxim Chashchegorov mit »Till Dusk«, Musik aus »Vivaldi-The four Season«, versetzte das Publikum in Staunen und Faszination.

Ein weiterer Höhepunkt an diesem Abend war auch das zwölfköpfige Modern Dance Ensemble der Ballettschule mit dem Stück »In Ex-Change«, Musik von Francois Gelin, Chad Lawson und Peter Sandberg in Choreografie und Inszenierung von Mohamed Youssry. Mit schlichter Kleidung in Schwarz und enormer Ausdrucksstärke der Gesichter, der Hände und des ganzen Körpers wurden die Zuschauer in eine andere Welt des Tanzes entführt. Zum krönenden Abschluss des Abends tanzten Mai Kono und Javier Amo vom Bayerischen Staatsballett »Don Quichotte« Grand Pas de deux nach Musik von Léon Minkus.

Dem Ehepaar Youssry gelang es auf einmalige Art und Weise, stimmige Anordnungen, glänzende Abfolgen, spannende Handlungen und reizende Gruppierungen sowie spielerische Effekte in die Aufführung einzubauen. Der Abend hinterließ bei den Zuschauern einen nachhaltigen Eindruck. Für die Tänzerinnen der Ballettschule war es ein prägendes Ereignis, mit Profitänzerinnen und -tänzern gemeinsam auf einer Bühne zu stehen. Mit stürmischem Beifall wurden alle Mitwirkenden verabschiedet. Gabriele Morgenroth