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»Bananensprayer« Thomas Baumgärtel in Ruhpolding

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Übersprühung eines »alten Meister«-Gemäldes: Das Markenzeichen des Kölner Künstlers Thomas Baumgärtel.

Im Sommer 2009 fand in den Räumen des Herzoglichen Jagdschlosses in Ruhpolding eine internationale Kunstausstellung der Galerie Kaysser statt. Dabei waren auch Werke von Thomas Baumgärtel zu sehen. Den Kölner, dessen Markenzeichen die Banane geworden ist, bezeichnete Kaysser damals schon als »ihren wichtigsten Künstler«. Mit seiner Spraytechnik »veredelt« er zum Beispiel provokativ alte Ölgemälde, die er auf Flohmärkten ersteigert hat. Speziell für die Ausstellung »Kunst im Schloss« 2009 hatte er eigens eine 30 Stück zählende Edition der »Ruhpolding Banane« aufgelegt. Ab Samstag präsentiert die Galerie Kaysser, die sich mittlerweile im Ortszentrum von Ruhpolding etabliert hat, erneut Werke des international anerkannten »Bananensprayers«.


Der in Köln lebende Künstler hat von 1984 bis heute über 1000 Gemälde geschaffen. Er ist aber weitaus mehr als nur ein Maler im klassischen Sinne. Sein intermediales Werk umfasst neben Zeichnungen, Editionen, Druckgrafiken auch Fotocollagen, Übersprühungen von »alten Meister«-Gemälden und Objekten. Dabei hat er sich keineswegs nur mit dem traditionellen Staffeleibild, sondern auch intensiv mit der Wandmalerei im öffentlichen Raum beschäftigt.

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1986 beginnt er unter dem Pseudonym »Bananensprayer« die für ihn interessantesten Kunstorte weltweit mit einer gesprühten Banane zu markieren. Wie kein zweiter Künstler hat Baumgärtel mit diesem weit gespannten Kunstprojekt seine Signatur hinterlassen. »Das Projekt ist in erster Linie ein psychologischer Projektionstest in der Kunst - so wie man mit der Banane umgeht, so gehen Betrachter und Ausgezeichnete auch mit der Kunst um«, meint dazu Thomas Baumgärtel.

Mit der Banane kämpft der bekannteste Sprayer Deutschlands seit 26 Jahren für die Freiheit der Kunst. Sie ist mittlerweile zum Qualitätssiegel und inoffiziellen Logo der Kunstszene geworden. Seine breite Palette des künstlerischen Schaffens reicht bis in die Aktionskunst. Die Grenzen zwischen Bildwerk und Aktion sind für ihn fließend. Neben seinen subversiven Sprayaktionen haben seine Performances und Happenings, besonders die mit einer überdimensionalen, auffaltbaren Bananenskulptur für das Hauptportal des Kölner Domes, erhebliches Aufsehen erregt. Die Ausstellung ist vom 6. Oktober bis 30. November zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 10 Uhr bis 12.30 Uhr und von 15 Uhr bis 18 Uhr, samstags von 10 Uhr bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. hab