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BANTU begeistern mit Afrobeat-Feuerwerk

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BANTU
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Lebensfreude und Zorn: «Everybody Get Agenda» von BANTU. Foto: Uche James Iroha/dpa Foto: dpa

Afrobeat, Highlife, Funk, Jazz, Soul: Das nigerianische Ensemble BANTU braut einen begeisternden Groove-Cocktail zusammen - und spart auch nicht mit politischen Botschaften. Ein Worldmusic-Meisterstück.


Berlin (dpa) - Stolz und selbstbewusst blicken sie vom Cover ihres neuen Albums, die 13 männlichen und weiblichen Mitglieder der nigerianischen Band BANTU. Völlig zu Recht.

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Denn »Everybody Get Agenda« (Soledad Productions/Broken Silence) ist ein stolzes und selbstbewusstes Afrobeat-Feuerwerk: mitreißende Funk- und Highlife-Rhythmen, glühende Call-and-Response-Chants auf Yoruba und Englisch sowie sozialkritische Texte über die oft bittere Realität auf dem afrikanischen Kontinent (ein traurig-graues Slum-Bild ist im Inneren der CD-Verpackung zu sehen).

Die großen Zeiten von King Sunny Adé oder Fela Kuti mit Mega-Drummer Tony Allen kommen einem in den Sinn, wenn man diese zehn Tracks hört. Selten findet man Bläsersätze, die so zack-zack auf den Punkt kommen wie hier. Und ebenso selten erlebt man Musik, die wie bei BANTU vor Lebensfreude und Zorn gleichermaßen vibriert.

Das Ende September erschienene »Everybody Get Agenda« wurde in Lagos/Nigeria mit Produzent und Sound-Ingenieur Aman Junaid (George Clinton, TLC) eingespielt und in Köln von Manu Schlindwein (Angelique Kidjo, Patrice) gemischt. Fela-Sohn Seun Kuti ist zwar im Closer »YeYe Theory« als Gastsänger dabei ist, aber Chef im Ring bei dem 1996 gegründeten Ensemble ist Band-Namensgeber Ade Bantu.

Alle Tracks seien »old-school im Proberaum gemeinsam erarbeitet worden, bevor wir ins Studio gingen«, sagt der Sänger. Neben Posaune, Trompete und Saxofon sowie einer tollen Rhythmusgruppe tragen außer Ade Bantu noch vier weitere Vokalisten zum voluminösen Sound bei.

Besonders eindrucksvoll: der Jazz-Funk-Song »Disrupt The Programme« mit seinen »Freedom, Freedom«-Chören - ein Stück, das die politische Situation weit über Nigeria hinaus ins Visier nimmt. Oder auch »Water Cemetery«, also »Friedhof im Wasser«, mit den Textzeilen: »Plenty, plenty body for open sea/Mediterranean na cemetery«.

BANTU ist übrigens auch ein Akronym: »Brotherhood Alliance Navigating Towards Unity«. In den vergangenen 20 Jahren gab es viele gemeinsame Projekte, mit Künstlern und Bands wie UB40, Tony Allen, Patrice, Asa, Nneka, Brothers Keepers (von Ade Bantu mitgegründet) oder Gentleman.

Neben eigenen Aufnahmen engagierten sich BANTU in der Musikszene Nigerias mit einer monatlichen Konzertserie und einem Festival. »Wir mussten eine Plattform für alternative Musik schaffen, um das Feuer der Livemusik wieder anzufachen«, sagt Ade Bantu. Mit der feurigen Mixtur dieses neuen Albums dürfte das überhaupt kein Problem sein.

© dpa-infocom, dpa:201009-99-888740/3

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