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Barça und Juve träumen vom Triple - »Kampf der Systeme«

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Finale
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Im Berliner Olympiastadion findet am Samstag das Endspiel der Champions League statt. Foto: Kay Nietfeld Foto: dpa
Superstar
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Lionel Messi vom FC Barcelona bei der Ankunft in Berlin-Tegel. Foto: Alexander Hassenstein/UEFA Foto: dpa
Lässig
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Juve-Keeper Gianluigi Buffon vor dem Einchecken am Hotel Regent. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa
Juventus Turin Pressekonferenz
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Gianluigi Buffon, Torwart von Juventus Turin, glaubt an eine Chacne seines Teams. Foto: UEFA Foto: dpa
Besprechung
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Beim Abschlusstraining versammelt Juve-Coach Massimiliano Allegri seine Mannen um sich. Foto: Thomas Eisenhuth Foto: dpa
Gerard Piqué
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Barcelonas Gerard Piqué lobte seinen deutschen Torwart Marc-André ter Stegen. Foto: UEFA Foto: dpa
Spaß
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Mit ihrem offensivfreudigen Fußball wollen Xavi (l.), Neymar Jr. (2.v.r.) das Champions-League-Finale gewinnen. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa
Lob
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Wurde von vielen Seiten gelobt: Barça-Torwart Marc-André ter Stegen. Foto: Thomas Eisenhuth Foto: dpa
Empfangskomitee
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Am Flughafen in Berlin warteten schon die Teambusse. Foto: Alexander Hassenstein/UEFA Foto: dpa
Im Wartestand
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Fans des FC Barcelona warteten auf ihre Idole am Grand Hyatt Hotel. Foto: Thomas Eisenhuth Foto: dpa
Tolle Aussichten
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Berlin ist bereits komplett im Finalfieber. Foto: Katharina Kemme Foto: dpa
Joachim Löw
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Bundestrainer Joachim Löw geht von einem knappen Champions-League-Endspiel aus. Foto: Christoph Schmidt Foto: dpa

Berlin (dpa) - Ein Außerirdischer gegen die Helden von 2006, hohe spanische Fußball-Kunst gegen italienischen Pragmatismus: Wenn der FC Barcelona und Juventus Turin am Samstag beim Showdown im Berliner Olympiastadion aufeinandertreffen, kommt es zum Duell der Gegensätze.


Hier der große Favorit Barça, der angeführt von Lionel Messi Fußball zelebriert. Dort Außenseiter Juve, das sich mit eiserner Disziplin und taktischem Geschick bis ins erste Champions-League-Finale seit zwölf Jahren vorgekämpft hat. Auf den Sieger wartet am Ende nicht nur der begehrte Henkelpokal, sondern auch ein historisches Triple.

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»Jeder glaubt, Barça ist der Favorit. Aber es wird schwer. Juve versteht es gut, auf die Offensivkünstler Messi, Neymar und Suarez zu reagieren«, sagte Bundestrainer Joachim Löw am Freitag der dpa. »Barça ist in guter Form, hat keine Verletzten. Ich denke, dass sich Barcelona am Ende knapp durchsetzen wird. Das sind alles Weltklasseleute«, sagte Löw und sprach vom »Kampf der Systeme.«

Favorit hin oder her: »Im Fußball gewinnt nicht immer die stärkste Mannschaft«, betont Turins Mittelfeldstar Andrea Pirlo und erinnert an den WM-Triumph der »Squadra Azzurra« an gleicher Stätte vor neun Jahren: »Die Erinnerungen an die Nacht in Berlin sind unauslöschlich. Ich wünsche mir, die gleichen Emotionen am Samstag mit Juve noch einmal zu erleben.«

Zusammen mit Andrea Barzagli und Gianluigi Buffon hatte Pirlo 2006 den WM-Pokal geholt, zusammen will das gealterte Trio die Wiederauferstehung Juves nach schweren Jahren inklusive des Zwangsabstiegs in die Serie B krönen. Vor dem Generationenduell mit dem 14 Jahre jüngeren Marc-André ter Stegen lobte Buffon (37) den Ex-Gladbacher: »Er ist ein sehr verlässlicher Torwart.«

Doch die Aufgabe für Juve wird brutal schwer. Barcelona kommt in Bestbesetzung nach Berlin und setzt auf seinen Wundersturm mit Messi, Luis Suárez und Neymar. »MSN« haben zusammen schier unglaubliche 120 Tore erzielt und den Rekord des Real-Madrid-Trios Cristiano Ronaldo, Karim Benzema und Gonzalo Higuain (118) aus der Saison 2011/12 übertroffen. »Wir haben die große Chance, wieder die Champions zu werden. Das ist es, wofür alle im Club arbeiten«, sagte Messi und Ex-Weltmeister Gerard Piqué fügte hinzu: »Wir sind 90 Minuten davon entfernt, die absolute Perfektion für diese Saison zu erzielen.«

Mit einem Sieg gegen den italienischen Meister könnte Barcelona nach 2009 zum zweiten Mal das Triple gewinnen, was noch keine Mannschaft geschafft hat. Im Vorfeld setzte Trainer Luis Enrique, dessen Zukunft noch ungewiss ist, auf Harmonie. Zusammen mit Familie und Verwandten stiegen die Barça-Stars am Freitag bei strahlendem Sonnenschein aus dem Flieger, die Liebsten durften sogar die Nacht vor dem großen Finale im Teamhotel Grand Hyatt verbringen.

Geht es nach Meinung vieler Experten, wird in der Edel-Herberge auch die Siegesfeier abgehalten. Es wäre für die Katalanen der vierte Champions-League-Triumph innerhalb von zehn Jahren. »Wenn Messi in Form ist, ist das so, als würde Barça mit 15 Spielern spielen«, meinte Argentiniens früherer Weltmeister-Trainer César Luis Menotti. Ähnlich schätzt auch die italienische Tageszeitung »Gazzetta dello Sport« die Chancenverteilung ein: »Juve gegen Barcelona ist wie David gegen Goliath, eine normale Mannschaft gegen eine Truppe angeführt von einem Außerirdischen.«

Seit 19 Jahren warten die Italiener inzwischen schon auf ihren dritten Erfolg in der Königsklasse. Einhergehend mit der Krise des italienischen Fußballs hatte auch der Rekordmeister international keine große Rolle gespielt. Trainer Massimiliano Allegri, der wie sein Gegenüber Enrique erst im Sommer sein Amt antrat, hat aber eine schlagkräftige Mannschaft geformt. Eine stabile Defensive, ein kompaktes Mittelfeld mit Altstar Pirlo und Kämpfer Arturo Vidal sowie ein effizienter Sturm. Damit könnte das erste Triple der Clubgeschichte gelingen.

Ganz ohne Sorgen reist Juve aber nicht zum Duell in der deutschen Hauptstadt. Der zuletzt angeschlagene frühere Wolfsburger Barzagli ist nach Aussage von Coach Allegri zwar fit, Abwehrchef Giorgio Chiellini muss aber mit einer Wadenverletzung passen. Damit fällt dessen Wiedersehen mit Suárez aus. Der Uruguayer hatte Chiellini bei der WM in die Schulter gebissen.

Über andere Duelle darf sich die Prominenz unter den 70 500 Zuschauern, darunter auch Bundespräsident Joachim Gauck, Startenor José Carreras und Pop-Ikone Shakira, aber freuen. Pikant ist das Wiedersehen von Messi und Tevez, dessen WM-Teilnahme der viermalige Weltfußballer höchstpersönlich verhindert haben soll.

Es kreuzen sich auch die Wege der alternden Strategen Pirlo und Xavi, für beide könnte es das letzte große Spiel werden. Xavi, der wohl mit einem Platz auf der Bank vorliebnehmen muss, verabschiedet sich im Sommer Richtung Katar. »Es ist mein letztes Spiel für Barça, und ich will es gewinnen«, sagt Xavi. Pirlos Zukunft ist noch offen, vielleicht sind sie demnächst sogar Teamkollegen.

Seit zwölf Jahren haben die beiden Top-Clubs nicht mehr gegeneinander gespielt. Die Bilanz spricht bei vier Siegen und jeweils zwei Unentschieden und Niederlagen für Juventus. Und das erste Duell in Berlin entschieden die Italiener auch für sich. Die Turiner erreichten am Freitag etwas mehr als eine Stunde vor den Spaniern deutschen Boden. Und auch modisch stachen sie mit dunklen Maßanzügen gegenüber den blauen Jeanshemden von Messi und Co. heraus.

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